Lock Up (Varèse)

Vorweg: Diese Varèse Club CD entspricht exakt der 2005 von Intrada veröffentlichten und auf 1200 Stück limitierten Scheibe. Wer diese damals relativ schnell ausverkaufte CD seinerzeit gekauft hat, braucht dieses Re-Issue nicht.

Lock Up enstammt der Sly Ära Ende der 90er, in der Filme wie Over the Top, Rambo III oder Tango & Cash entstanden. Allesamt eher dem Genre Gehirn-Ausschalten-Entertainment zuzordnen, die Stallone und Schwarzenegger Actioner und Minidramas jener Zeit eben. Auch Lock Up, in der Stallone einen Strafgefangenen spielt, der von einem fiesen Gefängnisdirektor (Donald Sutherland) drangsaliert wird (nein, nichts neues hier), gehört in diese eher bescheidene Kategorie. Bill Conti war und ist der Komponist für Stallone Filme schlechtin. Nebst der fast endlosen Rocky Serie schrieb Conti u.a. für F.I.S.T., Victory und Paradise Alley die Musik.

Für Lock Up kann man zwei Unterteilungen vornehmen: Ein Klavierthema für Stallones Charakter und pfundige Actiontracks. Letztere sind unterlegt mit steten Rhythmen aus der Elektrokiste, wie es damals eben in Mode war und insbesondere von Jerry Goldsmith häufig, wenn auch ein wenig filigraner und abwechslungreicher, verwendet wurde. Das Orchester ist gegenüber diesen Klängen aus Synthesizer und Sampler erstaunlich leise abgemischt und beim Blick auf die Besetzung, wie gross insbesondere die Streichersektion gewesen ist, kommt man doch etwas ins akustische Grübeln. Auch das Blechregister kann sich sehen lassen, 6 Hörner, 6 Trompeten, 6 Posaunen, 2 Euphonium und 3 Tubas. Es wäre spannend zu wissen, wie sich das Ganze würde anhören lassen, wäre das Orchester ein wenig mehr in den Vordergrund gesetzt worden, Momente dazu hätte es in so manchen Tracks gegeben, die wenig an Verschnaufpausen zulassen. Für Actionfans jener Epoche durchaus eine spassige Angelegenheit.

Auch das einfach gestaltete Klavierthema ist oft von Synthesizerklängen umgeben, erst wenn das eigentliche Thema zu hören ist, spielt das Klavier für einen kurzen Moment solo, im Verlaufe des Themas setzt Conti später einen Blechbläser ähnlichen Sound hinzu, ganz witzig gemacht (mich erinnert es immer ein wenig an Terms of Endearment von Michael Gore). Man wird das Elektronische also irgendwie nicht los bei Lock Up. Allerdings, und das sei gesagt, das Ganze ist gut, wenn auch recht simpel gemacht. Für einen wenig tief gehenden Film wie Lock Up also durchaus passend.

Ein unterhaltsamer Score für jene, die die Mitte bis End 80er Filmmusik-Ära mögen und auf Actionmusik mit Synthieunterstützung stehen. Es gibt schlechteres von Bill Conti, aber sicherlich auch besseres.

Phil, 16.9.2014

 

LOCK UP

Bill Conti

Varèse Sarabande 302 067 248 8

56:47 Min. / 17 Tracks

Limitiert auf 1500 Stk.

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen

Schreib einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .