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DVD Rezensionen

LINCOLN

R: Steven Spielberg

D: Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn u.a.

Musik: John Williams

Verleih: Fox (DVD)

 

 

 

 

Steven Spielberg erzählt keine Biografie, sondern die schwierige Phase des Januars 1865, in der Lincoln nicht nur das Ende des nun seit 4 Jahren währenden Bürgerkriegs herbeiführen wollte. Gegen den Druck auch aus eigenen Reihen kämpfte er dafür, eine Verfassungsänderung durchzusetzen, die sich gegen die Sklaverei in den gesamten USA aussprach – auch und insbesondere im Süden, der militärisch zwar fast am Ende war, sich grösstenteil aber gegen diesen Artikel aussprach. So zeigt Lincoln politische Ränkespiele und Machtausübung, vertieft aber auch Eindrücke von Abraham Lincoln selbst. Das der Film auch einem europäischen Publikum problemlos zugänglich ist, ist nicht zuletzt dem Drehbuch von Tony Kushner, auf einer Vorlage basierend, und einer famosen Leistung von Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis zu verdanken. Wer hier zunächst Angst hatte Day-Lewis nach seinem närgerlichen Auftritt in Martin Scorseses Gangs of New York in der selben Zeitperiode wiederzusehen – und erst noch ähnliche Hüte zu tragen – der sei beruhigt. Der Mime gibt in Lincoln eine seiner grossartigsten Vorstellungen überhaupt, nicht unverdient zum dritten Mal mit dem Oscar ausgezeichnet. Seiner Darstellung zuzuschauen ist ein ganz besonderer Leckerbissen des Films.

Eine überraschende Wahl trafen Spielberg und sein Produzententeam mit der Besetzung Sally Fields als Lincolns Ehefrau, auch James Spader, optisch fast nicht erkennbar als Stimmenkäufer W.N. Bilbo (ohne Hinweis in den Endtiteln hätte ich es nicht bemerkt) und David Straithairn mit einer zurückhaltend gelungenen Leistung können überzeugen.

Weitere Pluspunkte sammelt der Film mit Janusz Kaminskis Kameraarbeit, die ich in anderen Spielberg Filmen nicht immer passend fand (ja, ich weiss, Sakrileg... aber ich mag Allen Daviaus Farben und die Schattenspiele). Die dunklen, braun- und grautönigen Bilder, eine Spezialität Kaminskis, sind für
Lincoln sehr trefflich gewählt, ebenso wie die hervorragende Ausstattung.

Seine über 160 Minuten Laufzeit merkt man dem Film kaum an, die Erzählstruktur, Geschichte und Umsetzung sind interessant genug, als dass Langatmigkeit aufkommen könnte - so man denn Interesse an amerikanischer Geschichte hat und ohne MTV-Schnitte, Actionszenen und anderen zeitgemässen Zugaben leben kann. Doch selbst jene, die des Filmenglischen gut mächtig sind, werden fast nicht umhin kommen, hie und da die Untertitel zu bemühen, schwierig zu verstehen sind hie und da einige ländlich gefärbte Akzente – und die politischen Formulierungen machen es einem auch nicht immer einfach.

Ein kleines, nein, zwei Mankos hat
Lincoln allerdings. Es sind dies das Ende (Spielberg verpasst leider den richtigen Zeitpunkt um aus dem Film auszusteigen, denn, Achtung Spoiler! Wenn der Präsident das Weisse Haus zum letzten Mal verlässt und die Kamera ihn in einer langen Aufnahme von hinten zur Tür hinausgehend begleitet, was für ein perfektes Ende wäre das gewesen! Leider zeigt Spielberg danach noch wie der Präsident in seinem Sterbebett liegt, eigentlich eine unnötige Addition, ebenso wie die abschliessende Rede, die schon wieder sehr amerikanisch patriotisch erscheint) und die Besetzung der beiden Söhne Lincolns. Ein Part wird von Jospeph Gordon-Levitt gespielt, bekannt aus Looper und The Dark Knight Rises. Als Robert Lincoln aber bleibt er sehr blass.

Nicht zuletzt sei auch John Williams' Musik erwähnt, natürlich! Oft lief der Altmeister zur Hochform auf wenn er mit Spielberg gearbeitet hat und dies hoffentlich noch einige Male tun kann. Die Musik zu
Lincoln ist ruhig, zurückhaltend, warm und gleichzeitig traurig. Sie übermannt den Film nicht, ist wundervoll eingesetzt und hält ein schönes Hauptthema bereit. Mehr hier in Steve Krebs' CD-Kritik.


Die bluray bietet gegenüber der DVD einige Making Of Dokus zusätzlich, nichts wirklich weltbewegendes.

 
Bewertungen

Film:

1/2
Musik im Film
Extras:

 
phb
, 8.5.2013

 


 
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