Four Brothers

Neben Roland Emmerich und der James Bond-Serie hatte David Arnold ein weiteres Standbein in Hollywood: John Singleton. Während für Emmerich die Vertonungen episch ausfallen und die Bond-Scorings ein poppig-technoides Gepräge vorweisen, hat Arnold auch für Singleton eine eigene musikalische Ausdrucksweise in Petto. Dementsprechend gestaltet sich seine Arbeit zu FOUR BROTHERS.

Der Komponist verkocht seine zwei vorhergehenden Singleton-Scores SHAFT und BABY BOY zum etwas düsteren FOUR BROTHERS Scoring. Das Easy Listening der funkigen Passagen steht der musikalischen Eskalation der wilderen Tracks entgegen und sorgt für gute Unterhaltung. So eröffnet „Shoot Out“ mit goldsmithmässigem Alien-Suspense der in experimentelle CHANGING LANES Kangcollagen übergeht. Dies ist nebenbei bemerkt der Verdienst von Rob Playford. Seine Samples aus CHANGING LANES finden sich in Four Brothers wieder und verpassen der Vertonung eine kühle Note, gerade auch in den Actionpassagen. Apropos:   Auch James Bond gibt sich dank Blechbläser-Arrangements hier und dort die Ehre.

Gute Nachricht für alle die INDEPENDENCE DAY mögen: Man Vergleiche die ersten dreißig Sekunden von „Four Brothers“ (Track1) mit „Evacuation“ aus INDEPENDENCE DAY: Die Ähnlichkeit der Harmonik ist offensichtlich. Dadurch trägt die Musik den Personalstil des Komponisten schon im Hauptthema.

Aussparen darf der Hörer den Track „Thanksgiving“: Stimmengemurmel macht einem Glauben, das gleich jemand anfängt zu singen. Dazu kommt es aber zum Glück nicht. Übrigens wurden sämtliche im Film vorkommenden Songs auf einem separaten Album zeitgleich veröffentlicht. Fazit: Insgesamt ein routinierter aber nicht einfallsloser Score. Wer Arnolds Werke genauer kennt, wird seinen Spaß haben.
Regisseur John Singelton verstarb übrigens 2019 im Alter von 51 Jahren.

Oliver 28.5.2020

 

FOUR BROTHERS

David Arnold

Varèse Sarabande

37:42 Min.
20 Tracks