Vorab reingehört: A Quiet Place

Marco Beltrami hat sich seine Sporen im Gruselgenre abverdient: MIMIC, SCREAM, THE FACULTY, HALLOWEEN H2O gehörten zu seinen ersten Projekten. Mit GODS AND EGYPT und BEN HUR verrichte er in den letzten Jahren seine Dienste in der neu aufgekommenen „Sandalenfilm“ Phase, doch eigentlich sind es kleine, feine Musiken wie THE HOMESMAN, in denen Beltrami so richtig aufblühen kann. Die Horrorfilme standen jedoch immer wieder auf dem Arbeitsplan: THE THING, THE SHALLOWS, CARRIE (das Remake)… nun kehrt er mit A QUIET PLACE an den „Ort des Geschehens“ zurück, mit Getöse!

John Krazinskis Horrorthriller mit Emily Blunt spielt anderthalb Jahre nach der geheimnisvollen Invasion fieser Wesen auf der Erde. Eine Familie zieht sich auf ein Anwesen zurück, so still und leise wie möglich leben sie dort, denn die fiesen Gesellen werden von kleinsten Geräuschen angezogen.
A QUIET PLACE startet in den USA als auch in unseren Regionen erst in den nächsten Tagen.

Wie wahrscheinlich der Film so ist die Musik fürwahr nichts für schwache Nerven, soll heissen etwas für Horrormusikfans der ganz harten Sorte. Teils bombastisch, mit brachialer Action ausgestattete Stücke wie „All together now“, viele Spannungstracks, Streichertremoli, tiefer unaufhörlicher elektronischer Bass, der sich durch den ganzen Score zieht und nur wenige Momente des Durchschnaufens, die Beltrami mit seinem Water Piano (kennen wir aus THE HOMESMAN) und Klavier schmückt. Doch selbst da hinterlässt A QUIET PLACE eher ein unfreundliches Gefühl. Themen und ausgearbeitete Melodiebögen sind hier nicht zu finden, man muss sich also schon satt auf viel Atonales, Hoffnungsloses und Gruselaction einstellen. Etwas was Beltrami eher selten in dieser Art ausführt, findet man bei ihm doch meist Motivisches und etwas, woran sich das „Ohr festhalten“ kann. Nein, das ist hier nicht der Fall und so ist A QUIET PLACE eigentlich nur , ich wiederhole mich, den ganz hartgesottenen Fans des Komponisten zu empfehlen – und schlecht gemacht, das muss man sagen, ist das Ganze nicht – es sei denn man möchte seine „Horrorsammlung“, so es denn diese gibt, sowieso erweitern.

Als dieser Artikel geschrieben wurde, wir haben die CD vorab rezensieren dürfen, gab es noch kein fertiges Cover. Das hier gezeigte ist also noch nicht die definitive Version.

Phil, 4.4.2018

 

A QUIET PLACE

Marco Beltrami

Milan Records

46 Min. / 16 Tracks

 

 

 

 

 

 

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