The Walking Dead

7. Staffeln lange hat der Fan der angefaulten Walker, von Rick, Daryl und der Truppe Überlebender warten müssen bis endlich, endlich sich ein Label durch rang Brear McCrearys Filmmusik zu veröffentlichen. Damit aber auch gleich der kleine Wermutstropfen, denn sieben Seasons auf eine CD zu reduzieren ist schon harter Tobak. Oder wie Brear McCreary es ausdrückt: „a tremendous challenge…“. Das kann man sich bestens vorstellen. Enttäuscht werden dürften nun also vorerst jene Fans, die der Musik gerne Season für Season gelauscht hätten. Aber wie wir inzwischen bestens wissen, nicht verzagen, das wird ganz bestimmt in nicht allzu ferner Zukunft doch noch passieren, einzeln oder dann gleich als ganze Box. Und während sich McCreary der neusten Staffel der bissigen Gesellen annimmt, auf die die Fangemeinschaft mit viel, viel Spannung (wie immer) wartet, können wir uns mit dieser ersten Scoreveröffentlichung in Sachen THE WALKING DEAD auseinandersetzen.

Wie könnte es anders sein, das in allen Episoden zu Beginn zu hörende „Theme from The Walking Dead“ eröffnet die CD. Danach folgen mehrere Stücke aus der ersten Staffel, auch die zweite Staffel ist durch einige Tracks vertreten, innerhalb der gruselig spannenden Atmosphäre gibt es immer wieder stimmungsvolle Stücke wie das mit leichtem Bluegrass/Country Einschlag versehene „Glenn’s Wheels“. Überhaupt benutzt McCreary gerne den Klang der elektrischen Gitarre wie zum Beispiel im düsteren „Lord of the Vatos“, heftiger in „Coalesence“ und wieder etwas zurückhaltender in „Bag of Guns“, in dem Streicherostinati für Spannung sorgen. McCreary kann es aber auch beklemmend traurig, so in „Message to Morgan“, „Rick’s Despair“ (gelungen ist der Einschub des Schlagzeugs in diesem Zusammenhang) oder dem stillen, für Klavier und Streicher geschriebene „Carl“. Richtig pfundig ist „Hero on the Highway“, hier ist reichlich Perkussion zu hören.

Die Streicher sind übrigens natürlichen Ursprungs, was der Musik nur gut tut und THE WALKING DEAD als Serie denn auch über so manches, was nur noch aus dem Elektrokasten oder Computer gestampft wird, hebt. Ein Beispiel dafür ist „Eulogy“, nicht auszudenken wenn hier synthetisch gestrichen worden wäre. Tja, und was wäre THE WALKING DEAD, wenn die Oberfieslinge „Governor“ (durch einen fiesen Synthesound vertreten) und „Negan“ (auch diesem werden Synthesizer, aber auch ein kurzes, tiefgehaltenes Motiv einer E-Gitarre zugesprochen) nicht auch musikalisch dabei wären (wer die Serie kennt, weiss inzwischen, dass die meiste Gefahr nicht etwa von herumstreunenden Zombies ausgeht, sondern vom Menschen an sich).

Ein Anspieltipp, am besten ganz durchzuhören, ist der tolle Track „Farm Invasion“, in den McCreary im zweiten Teil sein TWD Thema einbaut, das ist richtig gut gemacht, aber auch in „C-Section“ kann man gut reinhören.

Für Fans der Serie ist diese CD zweifellos ein Muss. Die Selektion, die Bear McCreary hierfür getroffen hat, ist als reines Hörvergnügen erstaunlich gut gelungen und könnte sogar bei Hörern gefallen finden, die sonst nicht unbedingt auf Zombies, nein, ich bestehe darauf, Walker, stehen und die Serie nicht oder kaum kennen. McCreary schafft es trotz viel Blut und Fäulnis, psychologischem Horror, Angst und Schrecken einen roten Faden in seine Musik zu spannen und verschafft Gefühl, Emotionen und Dramatik viel Platz, mehr als man vielleicht erwartet hätte. Also: Bitte, mehr davon!
Phil, 11.11.2017

 

THE WALKING DEAD

Bear McCreary

Lakeshore Records

74:04 Min. / 23 Tracks

 

 

 

 

 

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