The Uninvited

Mit vier Projekten für 2009 war/ist Christopher Young ganz ordentlich ausgebucht. Dabei verheimlicht die Filmauswahl für 2009 auch die eigentlichen Wurzeln Youngs nicht. Mit The Informers, The Uninvited und Drag me to Hell vertonte Young Filme aus den Thriller/Horror-Genres – den Genres, in welchen er sich als Komponist früh einen Namen gemacht hat.

In der genannten Reihenfolge veröffentlicht, steigert sich auch der Unterhaltungswert. War The Informers noch eher relaxte Thriller-Kost, darf Young in The Uninvited wieder richtig schön beweisen, weshalb er im Horror-Genre (und als Komponist allgemein) so gefeiert wird. Mit Drag me to Hell setzt er seinem filmmusikalischen Schaffen für Horrorfilme für 2009 dann die Krone auf – ein herrlicher over-the-top-Score mit sehr eingängigen und schönen Themen. Doch genug davon; was bietet denn The Uninvited?

Was The Uninvited unterhaltsam macht, ist die Mischung von Horrormomenten mit einem sehr schönen, lyrischen Thema für die Zwilinge. Dieses, mit grossem Ohrwurmcharakter ausgestattete Thema, präsentiert Young dem Hörer im ersten Stück, The Uninvited. Mit leisen Streichern und Klavier beginnt sich das Thema anzukünden. Zum ersten Mal wird es von einer mysteriösen Frauenstimme vorgetragen, um dann ein zweites Mal, mit noch wärmerem Grundton, von Streichern aufgenommen zu werden. Die beiden konzentrierten Darbietungen des Themas werden von Klavierspiel begleitet. Dieses Thema ist stark und halt nach dem Hören des Albums noch lange nach.

Mit diesem schönen Auftakt wähnt man sich noch nicht allzu sehr in einem Horrorfilm, doch dem weiss Young schon bald gewohnt effektiv Abhilfe zu schaffen. In I’m at a Party dürfen zum ersten Mal dissonante Streicherglissandi, kombiniert mit teils kräftigen Bläserattacken und gespenstischen Frauenstimmen für Gänsehaut sorgen. Von nun an drücken sich Darbietungen des schönen Hauptthemas und Horrormomente im Wechselspiel die Klinke in die Hand. Glass Act wartet daher wieder mit einer verhalteneren, wenn auch rhythmischeren Präsentation des Hauptthemas auf, während Blood Milk schön beginnt, jedoch den Hörer alsbald mit dissonanten Streichern aus der wohligen Ecke vertreibt.

Ein weiteres sehr schön anzuhörendes Stück ist Pairs in Love während Young mit Terror on the Water, The Screaming Bell und A Dance with No One seinem Image als Horrormusik-Komponist wiederum alle Ehre macht. Hier reihen sich Schockmomente, unter die Haut gehende, leer wirkende Stimmeneffekte und Perkussion in schneller Abfolge aneinander. So ist man dann auch durchaus froh, wenn am Ende mit Tale of Two Sisters wieder die rhythmischen Streicher einsetzen und somit eine Wiederholung des schönen Themas ankündigen.

The Uninvited kann wohl kaum als allzu origineller, musikalischer Beitrag für das Horror-Genre angesehen werden, greift er doch Stereotypen wie gespenstische Stimmeneffekte, Violinensolis und Glockenspiel unverhohlen auf. Doch über deren effektiven Einsatz kann man sich nicht streiten (wären es ansonsten wohl auch kaum Stereotypen geworden). Doch der Score trumpft mit einem starken Hauptthema und einer unterhaltsamen, nicht überlangen, Darbietung auf der CD auf.
Während der darauffolgendeDrag me to Hell noch ein paar Finessen mehr und zwei sehr schön anzuhörende Themen aufweist, vermag The Uninvited durchaus gut zu unterhalten und überrascht.

Basil, 26.9.2009

 

THE UNINVITED

Christopher Young

Lakeshore Records

48:38 Min. / 15 Tracks

 

 

 

 

 

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