The Shadow (Intrada)

Mehr und mehr werden die sogenannten holy grails aus dem Goldsmith oeuvre zur finalen Veröffentlichung gebracht, allzu vieles scheint doch, könnte man meinen, nicht mehr übrig zu sein. 20 Jahre nach der sehr dürftigen 30 Minuten Scoreversion (minus den Songs) von The Shadow ist es an Intrada die ultmative Fassung herauszubringen, notabene eines weiteren 90er Goldsmiths, der bei einigen Sammlern durchaus Gefallen gefunden hat. Mehr als bei mir jedenfalls, so ist die Rezi hier gar noch subjektiver ausgefallen als andere.

Weder hat bei mir damals der Film noch die Musik den sonst gewohnten Eindruck hinterlassen, noch weniger auf der CD als im Film – und so sehr ich mich über diese Intrada Doppelscheibe nach der Ankündigung freute: Was soll man tun wenn es bei einem Hauptthema einfach nicht klickt? Es wird nicht einfacher, wenn dieses dermassen prominente und oftmalige Verwendung findet wie in The Shadow und die Nebenmotive ebenfalls nicht für Genugtuung sorgen.

Man könnte sich mit unzähligen Drehmomenten im Player „quälen“, in der Hoffnung, dass irgendwann der Kopfschalter umgelegt werden würde. Man könnte sich höchst wissenschaftlich oder zumindest eingehend mit der Musik und dessen Wirkung im Film befassen. Oder man schreibt einfach, wie man fühlt. Siehe oben. Und unten!

Denn (ein grosses noch dazu!), in der vorliegenden Ausführung ist The Shadow schon etwas besonderes. Es sind wieder einmal die Actiontracks, die Goldsmith formidabel gestaltet und die die verlängerte Fassung zur endgültigen Attraktion machen: „The Clouded Mind“, „Get Dr. Lane“, „Fight Like a Man“ oder etwa „The Mirrors“ plus „The Mirrors alternativ“. So lasse ich mir gar das Shadow-Thema gefallen (kleiner Scherz!). Diese Tracks alleine machen es Gewiss, was man mit der alten Scheibe alles verpasst hat und wie kraftvoll die Musik von The Shadow eigentlich ist, hätte man ihr damals ein geeignetes CD-Gefäss gegönnt.

Auch Spannungstracks wie „I’ll Be There“, „The Call“ oder „Don’t Open It!“ vermögen die Spannung, eben, zu halten. Man bekommt nicht das Gefühl nur aufgewärmtes vorgesetzt zu bekommen. Goldsmith variiert gelungen und spielt mit den Themen und Motiven. Klar, Goldsmith Action und Suspense klingen immer nach Goldsmith, nicht auszudenken wenn es anders wäre!

Unnötig zu erwähnen, dass logischerweise auch dem Liebesthema mehr Platz eingeräumt wird, dazu mysteriöses wie Khan/Tulkus Motiv und unter dem Strich haben wir einen spassigen, kurzweiligen Score aus einem Jahr mit fünf weiteren Filmmusiken, von denen The Shadow so wie hier präsentiert oben aus schwingt.

Spannend übrigens ist auch ein Blick auf das Orchester: 7 Fagotte, 10 (zehn!) Hörner, 7 Trompeten, 7 Perkussionisten. Das gibt ein wenig Einblick wieso The Shadow tönt wie er klingt, oder?

So geht geht die Aufmachung mit 85 Minuten Score, dem alten Album plus ein paar Extras in Ordnung, wenn man auch die alte CD-Version wohl nie wieder anhören dürfte. Das Booklet ist mit 20 Seiten und recht kurzweiligen Notes von Jeff Bond ebenfalls okay ausgefallen.

Und somit gibt es dank der Gesamtfassung 4 Smilies. Nicht schlecht für einen Score, den man zuvor eigentlich nicht sonderlich mochte…

Phil, 8.8.2012

 

THE SHADOW

Jerry Goldsmith

Intrada Special Collection 204

CD 1: 60:09/19 Tracks
CD 2: 46:15/23 Tracks

 

 

 

 

 

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