The Relic

Peter Hyams und John Debney haben vor The Relic beim Die Hard Abkupferfilm Sudden Death zusamengearbeitet, doch Hyams neuer Film sollte Debney in ein Genre führen, in dem er noch nie zuvor tätig gewesen ist: Horror, Angst, Suspense, Schock. Hyams zeigt in düsteren Bildern wie eine eingeschleppte Monströsitat die High Society Geldgeberparty in einem naturhistorischen Museum nach und nach dezimiert. Ganz unterhaltsam und mit einem wunderbar mürrischen Tom Sizemore in der Hauptrolle besetzt. Weder der Film noch sein Score sind besonders originelle, neuartige oder bahnbrechende Werke (Aliens Dan O’Bannon wurde für die Scriptbearbeitung engagiert!), aber in sich und ganz besonders zusammen funktionieren sie bemerkenwert gut!

Ansatz von Regisseur und Komponist war eine Atmosphäre à la Alien zu schaffen, aber mit mehr Drive und Schockmomenten. Nebst den Kenntnissen von Debney was Alien betrifft, wollte er den Tritonus, den sogenannten Teufelsakkord verwenden, ebenfalls ein von Goldsmith zB. in The Omen verwendet. Debneys Musik ist packend, unheimlich, manchmal hypnotisch und dann wieder rasant, vorantreibend und chaotisch. Busy würde man auf Englisch wohl sagen! Aber eines vor allem: ohne Umschweife ein richtig deftiger Horrorscore.

Debney verzichtet hier auf motivische Entwicklungen, eher als Ideen motiviert könnte man The Relic bezeichnen. Auch das eigentliche Hauptthema ist ein kurz gehaltenes Motiv, drei Noten lang, oft vom Blech intoniert, eigentlich ständig präsent, ebenso wie sein Suspensemotiv und die effektvoll eingesetzte Orchestration eines riesigen Ensembles (wie der Blick auf die Orchesterbesetzung im Booklet schliessen lässt). Steht man auf gut gemachte Horrormusik jener Zeit, wird man man mit The Relic gut bedient.

The Relic war bisher nur als composer promo zu erhalten und erzielte, so man die Originalpromo wollte und den Zug verpasste, als die CD bei den üblichen Händlern zu bekommen war, hohe Sammlerpreise. Darauf waren 41 Minuten Musik enthalten. Was man da zu hören bekam, machte tatsächlich Lust auf mehr und so füllt die La-La Land Records CD mit 62 Minuten Spielzeit durchaus eine Lücke in Sachen guter Horrormusik der 90er und, jetzt wird es ganz subjektiv, einer der besten Scores aus John Debneys bisher interessantester Phase.

Phil, 8.4.2013

 

THE RELIC

John Debney

La-La Land Records LLLCD 1237

62:12 Min. / 20 Tracks

 

 

 

 

 

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