The Predator (bluray)

Eine mit Spannung erwartete Fortsetzung, die einst als Remake geplant war, inszeniert von Shane Black, der seinerseits im Original von 1987 mitspielte und von dem die gelungen witzige Buddykomödie THE NICE GUYS stammt. Soweit so gut.

Wieder landet ein Predator auf unserem schönen Planeten Erde. Er wird von Häschern geschnappt und landet in einem Testlabor, bricht, das war sonnenklar, natürlich aus und wird alsbald von einem noch grösseren, noch fieseren Predatoren (dem Upgrade eben) gejagt. Reingezogen in das ganze Schlamassel wird eine Wissenschafterin, eine Gruppe einstiger Militärs, die Loonies, wie sie sich selbst nennen – jeder hat einen besonderen Dachschaden – und ein kleiner Junge, ein Intelligenzbolzen, der mit den von seinem Dad gefundenen Predatorutensilien rumspielt und so den Überpredator anlockt.

Riesenbudget, kein Regie-Greenhorn (IRON MAN 3…) und das Versprechen, keinen CGI-Weltraumjäger, sondern Darsteller in Maske und Anzug zu zeigen. Das alles nützte nichts, THE PREDATOR ist fast durchgehend missraten. Das beginnt mit Charakteren, die völlig uninteressant sind und um deren Verbleib man sich keinen Deut schert. Weiter geht es mit hanebüchenen Ideen wie Predatorhunden, dem aufgepimpten, einige Male richtig saumässig ge-cgi’ten Riesenjäger und so manch unlustigen Dia- und Monologen. Sicher, Black hat Wort gehalten und kein kindgerechtes PREDATOR Update, sondern blutrünstige R-rated Actionszenen gestaltet. Aber was nützt das, wenn dem Film sonst alles abgeht, was die Fangemeinde des fiesesten Weltraumabmurksers dies- und jenseits unseres Sonnensystems (nach dem Alien natürlich) sich ausgemalt hat? Spätestens nach 15 Minuten weiss der Zugucker was es hier geschlagen hat und er muss sich also entscheiden, ob es sich lohnt die restlichen Filmminuten auch noch antun zu sollen. Ehrlich, verpassen würde man eigentlich nichts, so der Entscheid Richtung „Stop“-Taste geht, übel nehmen kann man das niemandem. Vielleicht sehen wir ja einst die erste Shane Black Version mit Edward James Olmos, der wie das ganze Originalschlussdrittel komplett aus dem Film geschmissen (und neu gedreht) wurde. Ob es besser war oder nicht, who knows?

Nun ist es aber genug mit misslungenen PREDATOR Erweiterungen, Nachfolgern und versuchten Neustarts. Lasset den Tarnkappenjäger trotz Endtitelosterei in Frieden ruhen.

Zur Musik: Manches, was Jackmans Musik auf der CD so hochgeschätzt ausmacht, wird im Film öfters unter Toneffekten begraben. Ansonsten bleibt das Fazit dasselbe wie bei der Score-Rezi.

Phil, 20.3.2019

 

THE PREDATOR

R: Shane Black

D: Olivia Munn,

Musik: Henry Jackman, Boyd Holbrook u.a.

Verleih: Fox
Erscheinungstermin: 24.1.2019