The Karate Kid (1984)

Manchmal muss man sich als Sammler und Hörer schon auf die Zunge beissen. Da brachte Varèse in seinem Clubprogramm 2007 eine limitierte Karate Kid Box mit allen Conti-Karate-Kids heraus, nur um ein paar Jahre später mit einer identischen CD zu Teil 1 nachzudoppeln. Doppelt gemoppelt eben. Nun ja, wem die ganze Box damals einfach zu viel war, wie mir, dem kommt nun die Scheibe zum ersten und sicherlich gelungensten Film der Reihe durchaus gelegen. Von daher ist der Zungenbiss bei mir nur locker…

Conti und John G. Avildsen haben zusammen erfolgreich die RockyReihe in Angriff genommen, immerhin stiess der Komponist damit auch in den Hitparaden ganz weit nach oben, geschweige denn vom plötzlichen Interesse halb Hollywoods, das Conti für eine Weile als ganz heissen Komponisten handelte. Noch gerade in diese Phase (insbesondere nach dem Oscar für The Right Stuff) gehört die Mär eines Jungen, der mit seiner Mutter nach Kalifornien zieht und dort von einer Band halbstarker Karatekas aus seiner Schule verprügelt wird. Durch einen japanischen Lehrmeister und dessen besondere Methoden wird Daniel Larusso in die Geheimnisse der Kampfsportart eingeführt um schliesslich an einem Turnier teilzunehmen, an dem auch seine Widersacher mittun.

The Karate Kid war ein Grosserfolg und zog eine ganze Zahl von Sequels und inzwischen sogar eine Neuverfilmung nach sich (mit einem gelungenen Horner-Score).

Contis Musik kann man vielleicht als Rocky-light mit Asientouch beschreiben. Zwei der Hauptmotiv sind in Main Title (ab ca. 1:10 Min.) vereint, in welchem Conti sie in ein schönes Americana-Kleid verpackt. Völlig davon unterscheiden sich elektronische Tracks wie Fite Nite, Dan Ducks Out und Bumpy Ride mit ihren fetten Synthiebäsen, E-Drums, E-Gitarre. In Dan Ducks Out sind wieder die beiden Motive zu hören, hier allerdings von einem E-Piano/Synthie gespielt.

Zum ersten Mal vereint er Orchester und Synthies im kurzen Decorate the Gym während in Miyagi Rattles Bones das Orchester Spannung erzeugt. Hier ist auch der asiatische Touch, intoniert mit der Panflöte (gespielt von Gheorghe Zamfir) zu hören, während ein blockflötenartiger Klang denselben Effekt für On to Miyagi’s oder The Pact einnimmt und als eine Art Motiv für den Pat Morita Charakter dient.

Zerbrechlich und gefühlvoll vereint Conti sein Asienspektrum mit dem Orchester und der Panflöte in Paint the Fence oder Fish & Train, während das (gelungene) Scherzo Daniel Sees the Bird aus den bisher gesteckten Grenzen des Scores ausbricht. Das aus dem Film zumindestens mir am meisten haften gebliebene Stück ist das wunderschöne, triumphierende Training Hard.

Von den zahlreichen im Film zu hörenden Songs ist lediglich die Demoversion von „Feel the Night“ auf der CD enthalten. Ein orchestrales Arrangment davon, in typischer Conti Art, ist im kurzen The Kiss zu hören, während die anfangs prominenten elektronischen Klänge erst in den letzten beiden Stücken wieder auftauchen, in das auftrumpfende, abschliessende Daniel’s Moment of Truth mündend.

Da ich die Karate Kid Box nicht habe, kann ich nicht sagen wie die oder das Booklet dazu aussieht, hier jedenfalls muss sich Julie Krigo mit weniger als 4 Seiten begnügen. Der Score jedenfalls ist eine nette 80er Jahre Erinnerung eines Teeniehits. Nichts grossartiges, aber durchaus unterhaltsam. Einen halben Punkt gibt es für den Nostalgiefaktor.
Phil, 13.3.2011

 

THE KARATE KID

Bill Conti

Varèse Sarabande VCL 1110 1117

35:37 Min./21 Tracks

Limitiert auf 2000 Stk.

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen

Schreib einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*