The Hobbit: The Battle of the Five Armies

Nun liegt er also vor, der letzte Teil des sechsteiligen, monumentalen Mittelerde-Opus von Peter Jackson und Howard Shore. Entsprechend hoch waren die Erwartungen. Shore hatte es immerhin geschafft, sich musikalisch im zweiten Teil der Hobbit-Geschichte merklich gegenüber Teil 1 zu steigern. Und auch bei der Lord Of The Rings Trilogie hatte es filmisch und musikalisch bei jedem Film Steigerungen gegeben. Leider wird der letzte Hobbit-Film diesen Ansprüchen nicht gerecht. Und was kann man unter diesen Umständen von einem Soundtrack erwarten, bei dem sich der Inhalt des Films bequem in einem Satz zusammen fassen lässt (Smaug wird getötet und danach fetzen sich alle um den Schatz von Erebor.)?

Eines ist schon mal sicher: der bekannten Mittelerde-Klangwelt bleibt Shore erwartungsgemäß treu. Was Themen und Melodien angeht, sind allerdings leider keinen neuen Ansätze zu erkennen. Thematisch bedient sich Shore fast ausschließlich aus dem üppigen Themen-Fundus seiner vorherigen Tolkien-Scores. Und dies ist auch durchaus angebracht, zumal weder neue Charaktere noch neue Handlungsstränge eingeführt werden. Dementsprechend ist der Score auch immer dann am besten, wenn er bekannte Themen aufnimmt und variiert. Das aber sehr passend und aufgrund der Schicksale fast immer zum Dramatischen oder Tragischen hin. Die gelungenste Variation ist sicher die Adaption von Smaugs Thema aus dem zweiten Teil auf Thorin Eichenschild, der nach der Rückeroberung von Erebor und dem Schatz allmählich der Drachenkrankheit anheim fällt und damit dieselbe ruchlose Gier an den Tag legt, wie Smaug.

So brodelt der Score also knappe zwei Stunden überwiegend düster-dramatisch und in hinlänglich bekannter Manier vor sich hin, ohne das es echte und herausstechende Highlights gäbe, die es sich näher zu betrachten lohnte. Bis am Ende dann doch noch ein kleines Highlight aufblitzt: The Last Goodbye, der obligatorische Schluss-Song. Auch diesen Song hat Shore nicht selber geschrieben. Stattdessen wurde Billy Boyd engagiert, um zusammen mit Philippa Boyens und Fran Walsh das Lied zu schreiben und schließlich auch zu singen. Sicher eine gute Wahl, denn ausgerechnet dieses Lied stellt sich als einzige echte Neuigkeit im letzten Hobbit-Score heraus und besticht zum einen durch Boyds gefühlvollen Vortrag, zum anderen aber auch dadurch, dass es musikalisch nicht aus dem Rahmen fällt, wie sein Vorgänger aus Teil 2.

Auch wenn der Score wieder einmal fein durchkomponiert wurde und dem Film mehr als gerecht wird, so krankt er letzten Endes daran, dass er nicht genügend filmische Vorlagen bekommt, um noch einmal zu großer Form zu geraten. Fast scheint es, als wäre Jackson und Shore am Ende ein wenig die Puste ausgegangen. Was die gesamte Hobbit-Trilogie angeht, so wäre weniger mehr gewesen. Die Aufmachung des Albums entspricht den beiden voran gegangenen Special Editions: gutes Booklet, miese Papersleeve-Hülle.

Klaus, 20.12.2014

 

THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES

Howard Shore

Extended Special Edition

Water Tower Music 4710494

CD1: 49:11/11 Tracks
CD2: 59:36/12 Track

 

 

 

 

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