The Equalizer 2

Nachdem der erste EQUALIZER aus 2014 eine Menge Fans gewinnen konnte, haben sich Hauptdarsteller Denzel Washington und Regisseur Antoine Fuqua zu einer Fortsetzung überreden lassen. So erschien 2018 der zweite Teil. Der Zuschauer erfährt hier einiges über Robert McCalls berufliche und private Vergangenheit. Eigentlich ist die Handlung schön strukturiert, viele «Gags» zünden und Schreiberling Richard Wenk hat gute Arbeit abgeliefert.

Trotzdem hat die Fortsetzung auffällige Schwächen: Den Bösewichten fehlt es an Boshaftigkeit: Die blassen Yuppies, die eine junge Frau misshandeln, quälen aus Langeweile. McCalls ehemalige CIA-Kollegen töten, weil sie es gelernt haben. Den grossen Kontrast zwischen Gut und Böse sucht man vergeblich. Stattdessen darf man zusehen wie McCall – quasi wie ein Bewährungshelfer – einen Teenager auf den rechten Weg bringt. Was fehlt ist der Psycho-Faktor. Im ersten Teil gab es drei grossartige Schurken: Einen grimmigen Zuhälter, seinen egozentrischen Vorgesetzten Nicolai Itchenko und dann in den letzten Minuten des Films der russische Mafiaboss Pushkin. Alle drei sind die Ausgeburt des Bösen. Toll besetzt und mit Dialogen, die garantiert unter die Haut gehen. Die Fortsetzung reicht nicht an den ersten Teil heran. Der Film ist unterhaltsam, hätte aber markanter ausfallen dürfen.

Zur Musik: Harry Gregson-Williams Vertonung orientiert sich am ersten Teil. Das gelungene Robert McCall Thema wird übernommen, kommt aber zumindest im Album zu kurz. So sind die zwei besten Cues am Ende zu finden: „Top of the Tower“ und „Who are You?“. Melodisch und eingängig mit gerade erwähntem Thema kann man beide problemlos öfter hören. Der Rest der Komposition besteht aus langweiligen Klavier- oder Celloakkorden und atmosphärischen Klangteppichen. Letzteres auf dem Niveau einfach gestrickter Computerspiele.

Tipp: Wer den ersten EQUALIZER ins Herz geschlossen hat, kann dazu die Musik vom zweiten Teil hören… auch, wenn es nur die letzten beiden Cues sind!

Oliver, 3.11.2019

 

THE EQUALIZER 2

Harry Gregson-Williams

Sony Classical

43 Min.
14 Tracks