The Betsy

John Barry

Prometheus XPCD 177

46:53 Min.
15 Tracks

The Betsy, basierend auf einem Roman von Harold Robbins, ist ein Film über eine Autobauerdynastie, voll mit Visionen, Sex, familiären Dramen und sogar Mord, allerdings ohne Vierrad als Tatwaffe. Ohne den Film von Daniel Petrie (Cocoon: The Return, Fort Apache The Bronx) zu kennen, liest man Kritiken zu The Betsy, so ist es scheinbar ein Streifen, den man nicht wirklich gesehen haben muss. Beeindruckend ist allenfalls die Schauspielerriege, angeführt von Laurence Olivier; Robert Duvall, Katharine Ross, Tommy Lee Jones und Lesley-Anne Down und natürlich musikalischerseits John Barry, der 1978 mit Starcrasheinen weiteren nicht sonderlich gelungenen Film vertonte, in der Filmmusikszene und in Hollywood freilich längst etabliert war.

The Betsy ist nach Mister Moses die zweite John Barry Neueinspielung in Folge, zu der kein Material abseits vom Film vorhanden wer, soll heissen keine Session Tapes und keine Noten. Nic Raine, bekannt nicht nur als Dirigent vieler hochwertiger Einspielungen mit dem City of Prague Philharmonic Orchestra sondern auch als Mitarbeiter von John Barry in dessen später Phase (u.a. Orchestrationen bei Chaplin und The Scarlett Letter) erarbeitete die Partitur für diese Neueinspielung ab Film und einer schlecht tönenden Musikkassette.

Die Musik ist durchaus typisch John Barry jener Phase. Recht einfach gestrickt, gerne in C-Dur, thematisch und ins Ohr gehend aber ohne den grossen Bombast späterer Werke. „The Betsy Main Title“ startet mit Klavier und Viphraphone Noten, ehe die Streicher in das schwelgerische, ausführliche Hauptthema in 3/4 einführen. Dieses Hauptthema begleitet uns den ganzen Score hindurch, mal zurückhaltender, dann wieder romantisch und üppig um kurz darauf nur angespielt zu erklingen. Dass Barry dies meisterlich beherrscht, weiss man aus vielen anderen Musiken vor und nach The Betsy.
Etwas mehr Tempo, nur kurz allerdings, macht Barry nach der Einführung in „He and She/Call it Betsy/It’s the Car“ in der Mittelpassage, ähnlich wie er es in „Multi Image“ (Bond 007 drückt hier durch) oder „Working on Betsy“ macht und für kurze Zeit eine Solotrompete die Melodie übernimmt. Ein weiteres Motiv für Violine und Cello ist am Ende des zu Beginn spannend gestrickten „Angelo is Beaten/Warren’s Murder“ enthalten. In „Samson Gets It/Angelo Takes Over“ beherrscht noch einmal Spannung die Musik, Blech, tiefe Klaviernoten, ehe der Walzer aus dem Titelthema die CD beschliesst „The Betsy End Credits“

Nebst den ominpräsenten Streichern, gehören Holzbläser und Saxophon (ich höre Tenor und Al – („Win One, Lose On/You Always Know“), Klavier und Harfe, Solopassagen für Violine und Cello und viel seltener Blechbläser zum Intrumentarium.

Die Einspielung ist durch und durch gelungen, eine saubere, feine Interpretation, die wirklich Hörspass bringt, will man es ein bisschen ruhiger und weniger komplex haben – und mit 47 Minuten gerade richtig getimed. Nach dem wirklich knapp genügenden Mister Moses Cover konnte es hier fast nur besser kommen… naja. Schade, kann man nicht auf die Originalplakate, wohl aus finanziellen Gründen, zurückgreifen um ein schönes Coverartwork zu gestalten.

Phil, 14.12.2014

 

 

 

 

 

 

 

 

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