The Amazing Spider-Man

James Horner

Sony 88725438052

76:55 Min.
20 Tracks

Zehn Jahre nach dem Tobey Maguire Spider-Man gibt es eine Neuauflage, wieso auch immer nach so kurzer Zeit das Studio einen sogenannten re-boot produziert…? Vielleicht hat Maguire nach drei Folgen ausgedient? Vielleicht war die Einsetzung eines neuen Hauptdarstellers für Teil 4 dem Studio auch einfach ein zu grosses Risiko? Also alles auf Anfang. Wir machen schliesslich alles mit, oder?

Jedenfalls hat die Meldung, dass James Horner The Amazing Spider-Man musikalisch begleiten würde in seiner Fanbase und darüber hinaus für eine Überraschung und einiges an Erwartungen geschürt. Bei mir jedenfalls in Sachen Action, denn den richtig zünftigen Horner Haudraufscore vermisse ich seit einiger Zeit schon (Aliens, Gorky Park… etc.). Bei den ersten zwei, drei Hördurchgängen sind in den 77 Minuten dieser Sony Scheibe ist, gefühlt, ein Mehr an lyrischen Momenten zu hören, wie man sie von Horner bestens kennt. Horner eben.

Die ersten 10 Tracks also sind eher ruhiger, zurückhaltender Natur. Manchmal mysteriös (huch, ich habe Superkräfte?), manchmal triumphierend (ja, ich habe Superkräfte!). Interessant das Titelstück „Main Title – Young Peter“ mit seinen Elfman’schen/Young’schen Verflechtungen vermengt mit dem Horner Touch. Letzterer ist auch im sentimental gefühlvollen, zweiten Teil von „The Bridge“ oder „ The Ganali Device“ zu hören (erinnert an A Beautiful Mind und vom Aufbau her an Sneakers). Bens- und das Liebesthema als auch Spider-Mans Heldenthema lässt Horner im abschliessenden „Promises-Spider-Man End Titles“ in ausführlicher Art und Weise nochmals erklingen.

Von Tracks wie „Lizard at School!“ könnten ruhig mehr dabei sein. Hier geht’s für einmal richtig zur Sache, naja, wenigstens ein bisschen. Doch man staune, auch Zimmer’sche Rhtyhmen und Getrommel sind mit von der Partie. Was mich aber ganz besonders bei diesem Stück stört ist die Abmischung. Die Streicher sind derart leise, dass man immer zum Volumenregler sprinten und aufdrehen möchte. Überhaupt ist das Mastering gegenüber anderen CDs erstaunlich dumpf und auf einem tiefen Level ausgefallen. Doch zurück zu Zimmer: Auch das Hornthema in „Saving New York“, das in diesem Track ab Minute Eins zu hören ist, hat schon fast erschreckende Stilähnlichkeiten mit Zimmer. Erstaunlich, dass Horner sich hier scheinbar vom temp track derart stark beeinflussen liess. Immerhin findet er in der Mitte des Tracks zu ein paar atonalen Einwürfen, zu kurz allerdings um wirklich einen starken Eindruck zu hinterlassen. Noch einmal volle Pulle gibt Horner in „Oscorp Tower“, ein absolut mitreissender, faszinierender Track.

The Amazing Spider-Man gewinnt mit wiederholtem Abspielen an Reiz. Kleinigkeiten, Momente, Themen und Motive beginnen sich zu verbinden, schaffen ein Ganzes. Dennoch bleibt ein wenig Restenttäuschung zurück. An die famosen Actionstücke aus Avatar reicht der neue Spinnenscore nicht heran, an 80er Actionscores aus Horners Feder schon gar nicht; und die CD braucht, ich wiederhole mich, insbesondere bei ihren ersten Umdrehungen, einiges um in Fahrt zu kommen. Eines steht definitv fest, The Amazing Spider-Man geht einen anderen Weg als Scores à la The Dark Knight, Captain America & Co. Das ist schon mal recht angenehm!

Phil, 11.7.2012

 

 

 

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