Star Wars: The Last Jedi

Zu STAR WARS: THE LAST JEDI, dem Film, habe ich mich andernorts bereits ausgelassen, dabei soll es bleiben. Nur so viel: Besser wurde der Film leider nicht. Welch ein Glück, dass wir John Williams haben. Seine Musik ist abseits des Films eine Wohltat und in der Tradition der Original Trilogy gehalten, vielleicht der Score, der der Original Trilogy musikalisch am nächsten kommt, soll heissen: Wir bekommen einiges zu hören, was wir (älteren Fans?) lieb gewonnen haben, neu eingekleidet und durchaus spannend anzuhören.

John Williams wird im Februar 86 Jahre alt und zum Glück nicht müde einen STAR WARS Film zu vertonen – gerade eben hat er bestätigt den Score zu Episode IX komponieren zu wollen. Vor 2 Jahren beschenkte er uns in THE FORCE AWAKENS mit neuen Themen, allen voran jene für Rey, Kylo Ren und ein deftiges für die Resistance. Das und Williams‘ unvergleichliches Können mit Leitmotiven und sein Handling eines grossen Orchesters, machten THE FORCE AWAKENS zu einer der besten Musiken 2015. Auch THE LAST JEDI wird da, sicherlich auch aus Ermangelung richtig starker Filmmusiken anderer Komponisten, nicht hinten an stehen.

Da fast alle Charaktere aus THE FORCE AWAKENS wiederkehren, sind deren Themen auch in THE LAST JEDI zu finden: Rey, Kylo Ren und seine Schergen der First Order und die zur Flucht gezwungenen Resistancekämpfer. Nun gesellen sich altbekannte Gesichter dazu, allen voran Luke Skywalker, dessen Auftritt zum Schluss von THE FORCE AWAKENS einen bleibenden Eindruck bei allen Fans hinterlassen hat. Leia wird musikalisch bedacht (ihre Rolle hier ist grösser als bei TFA, wenn auch nicht wirklich besser), Yodas Thema ist zu hören und der Macht wird, natürlich, musikalisch Zeit gewährt. Während vielerorts zu lesen war, THE LAST JEDI sei ein STAR WARS Film, der andere Dimensionen öffnet, andere Ufer beschreitet, so war sich Williams scheinbar gewiss: STAR WARS ist STAR WARS und sollte es bleiben. Das auf jeden Fall ist in seiner energiegeladenen, erstaunlich frisch wirkenden und opulenten Musik hörbar. Fragwürdig ist einzig das Calypso anmutende „Canto Bight“ Casino Stück, das viel zu vertraut, einfach zu „erdig“ klingt. Auch wenn Williams in A NEW HOPE und RETURN OF THE JEDI für die jeweiligen Szenen ebenfalls nicht Musik für Ausserirdische neu erfand, so mutet es hier dennoch merkwürdig an diese Art Musik, diese Melodiefetzen, im Zusammenhang mit STAR WARS zu hören.

Zu guter Letzt, sehen wir vom Calypsocasino ab, ist es die Mischung, die die Musik zu THE LAST JEDI ausmacht. Die energischen und kraftvollen Stücke, Dramatisches und Aufregendes, die Vereinigung von 40 Jahre alten Themen sowie Motiven neuer Charaktere und das Können des Komponisten, die für 5 Scheiben gut sind. Und so wird Williams‘ THE LAST JEDI zweifellos zu einem besonderen 2017er Score werden und fast scheint, dass der Komponist wirklich der letzte noch arbeitende Komponist ist, der gekonnt mit Leitmotiven, mit starken Melodien und Themen arbeiten kann und darf, nur eine Handvoll Komponisten neueren Datums scheinen in der Tradition verwurzelt zu sein (in dem Zusammenhang sei Danny Elfmans JUSTICE LEAGUE erwähnt, eine absolute Wohltat gegenüber den Howard/Zimmer Scores zu den letzten Superman und Batman Filmen). Hoffen wir noch lange, lange von John Williams Filmmusiken geniessen zu können – derweil dürfen wir in Bälde immerhin schon seinem Score zu Steven Spielbergs aktuellem Film THE POST lauschen.

Phil, 12.1.2018

STAR WARS: THE LAST JEDI

John Williams

Walt Disney Records

78 Min. / 20 Tracks

 

 

 

 

 

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