Rise of the Planet of the Apes

Patrick Doyle als Komponist von Rise of the Planet of the Apes zu sehen, war doch einigermassen überraschend. Doch es scheint, dass der Schotte nach einigen Jahren Abwesenheit und nach seiner Harry Potter Episode den Gang zurück in die Box Office Top Ten gefunden hat, zumindest mit den Erfolgen von Thor und nun auch Rise of the Planet of the Apes in den USA. Beide Filme sind bei uns wesentlich schwächer bis ganz schwach gelaufen.

Doyles Musik beginnt zünftig, mit vollem Orchestereinsatz über massierte Perkussion in The Beginning. Sogar der Einsatz eines Chores ist kurz zu vernehmen, einen Hauch Afrika versprühend. Die perkussiven Elemente, bestehend zumeist aus Elektronik und ein bisschen realen Instrumenten, ziehen sich durch einen Grossteil des Scores, bzw. die von Actionmusik bestimmten Tracks und davon gibt es hier nicht gerade wenig. Bei der Ausgangslage erstaunt es auch nicht, dass thematisch kaum was zu holen ist – ansonsten bei Patrick Doyle ein durchaus sicherer Wert.

Doch dann, mit Track 6 (Off You Go) taucht sogar eine Art Thema auf, gross, mächtig, heroisch, von Streichern und Blechbläsern gedoppelt, mit den Hörnern die zweite Stimme gebend. Es erinnert in seiner Machart stark an Thor und in seiner einfachen Orchestrierung an ähnliches von Hans Zimmer. Zum ersten Mal etwas stiller wird es in Who am I? und ein zweites Motiv gespielt von Celli, Bratschen, Hörnern und danach Holzbläsern ist zu hören. Ausserdem ist hier das „ausserirdische“ Motiv eines Synthesizers zu hören, das Doyle ganz zu Beginn der CD anspielte.

Fast so etwas wie „echtes“ Planet of the Apes Feeling lässt Doyle in Caesar Protects Charles mit einem wild anmutenden, rein perkussiven, aber kurzen Einschub. Und was danach folgt ist Testosteronmusik, die in die Vollen geht – mit nur wenigen Ausnahmen zum Verschnaufen (Cookies) – und ich mich desöfteren aufgemacht habe, den Volumenregler zurückzustellen.

Empfohlen ist diese CD nur demjenigen, der heutige, laute, bombastische und wenig thematische Filmmusik wirklich mag und kaum dem Doyle-Fan der 90er Jahre, als er mit seinen charakteristischen Orchestrationen und seinen bemerkenswert ideenreichen Themen auftrumpfen konnte. Für mich ist es mit 61 Minuten Laufzeit eindeutig zu viel des Guten, obwohl man freilich schon nach einer Viertelstunde schon genau weiss wohin das alles führen wird. Und so sehr und von Herzen ich Doyle den derzeitigen Erfolg gönnen mag, so sehr hoffe ich, dass er auch wieder zum stilleren, kleineren Film zurückfindet um vielleicht doch noch den alten Doyle herauszuschälen.

Phil, 11.10.2011

 

RISE OF THE PLANET OF THE APES

Patrick Doyle

Varèse Sarabande VSD (CVS) 7106.2

61:17 Min. / 24 Tracks

 

 

 

 

 

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