Remo Williams (TV) / Mission of the Shark: The Saga uf the U.S.S. Indianapolis

Es verwundert, dass nach dem mässigen Erfolg von Remo Williams: The Adventure Begins (oder auch Unarmed and Dangerous …) ein TV-Network auf die Idee gekommen ist, einen Piloten fürs Fernsehen zu produzieren. Zwar sind die Bücher (mit dem Titel The Destroyer) durchaus beliebt, doch es schien im Fernsehen neben MacGyver und Co. einfach keinen Platz mehr für einen weiteren Helden zu haben, zumal die „Paarung“ mit einem koreanischen Lehrmeister zu jener Zeit vielleicht einfach unsexy war – immerhin, es war die Zeit von Miami Vice & Co.?

Jedenfalls war nach dem Piloten auch schon wieder Schluss und Roddy McDowell im Make-Up des koreanischen Protegés (ganz in der Tradition vom Kinofilm, in dem ebenfalls ein „Weisser“ den Koreaner gab) und Jeffrey Meek als Remo Williams hängten ihre Abenteuer bereits wieder an den Nagel. Bis zum heutigen Zeitpunkt scheinen nur wenige Eingeweihte den 60 Minüter gesehen zu haben.

Rückkehrer vom Kinofilm ist Craig Safan, dessen toller Score 2006 bei Preseverance und 2011 bei Intrada erschienen ist. Er nimmt sein schmissiges Hauptthema mit in den TV-Film, hier eingespielt von einem 40 Mann Orchester, daneben gibt es Sounds vom Synclavier (man sieht Safan anno 80er mit diesem Gerät hinter der CD) und einem kleinen Ensemble mit koreanischen Instrumenten. Nebst der leckeren Titelfanfare kehrt auch Chiuns Motiv wieder. Diese beiden dominieren den rund 26 minütigen Score.

Mission of the Shark: The Saga oft he U.S.S. Indianapolis (1991) basiert auf wahren Ereignissen um das amerikanischen Kriegsschiff, das gegen Ende des zweiten Weltkriegs von einem japanischen U-Boot versenkt wurde. Von den 900 Überlebenden starben in der darauf folgenden 5 Tagen, ehe endlich Rettung eintraf, weitere 600. Der Kommandant wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, weil er nicht das vorgeschriebene Zickzack-Manöver fuhr um den Feind abzuschütteln. Dies sollte aber eher davon ablenken, dass die Navy unfähig war, die Havarie zu bemerken. Jahre später erschoss sich der Captain der Indianapolis. Die Idee zum Film kam den Machern als sie Jaws und darin die bleibende Szene sahen, in der Quinn in der Kajüte seines Boots von der Indianapolis und den unzähligen Haiangriffen auf die Überlebenden erzählt.

Vom 93 Minuten TV-Film überlebten rund 50 Minuten Musik, geschrieben für eine mittlere Besetzung, hauptsächlich aus einer grossen Blechblassektion bestehend, während bei den Streichern nur Celli und Bässe zu hören sind. Die Musik ist nicht unähnlich der zu Safans Son of the Morning Star (ebenfalls bei Intrada erschienen) was den noblen und manchmal traurigen Charakter des Score betrifft. Sein Hauptthema konzentriert sich auf Captain McVay (gespielt von Stacy Keach), mit Inspiration bei Aaron Coplands „Fanfare for the Common Man“, wie Safan im Booklet angibt. Die Musik spricht also mehr die emotionale Seite an, als dass sie den Horror beschreibt, den die Männer tagelang im Wasser erdulden müssen (brillant allerdings in „Shark Attack“).

Ein Booklet mit für diese beiden unbekannten Porjekten genügenden Infos rundet die in erster Linie für Fans des Komponisten interessante, nicht in der Special Collection Serie veröffentlichte CD ab.

Phil, 30.1.2014

 

REMO WILLIAMS (TV)
MISSION OF THE SKARK: THE SAGA OF THE U.S.S. INDIANAPOLIS

Craig Safan

Intrada ISE 1051

49:48 / 28 Tracks

 

 

 

 

 

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