Prometheus

Prometheus heisst der neue, mit Spannung erwartete Ridley Scott Film. Basierend auf dem, was man bisher an Bildern sehen konnte, sieht dieses Prequel zu Alien sehr vielversprechend aus. Die Musik stammt von Marc Streitenfeld, dessen fünfter Auftritt als Komponist für Ridley Scott Prometheus bereits ist. Inzwischen hat Streitenfeld auch einen Film für Jake Scott, Sohn des berühmten Regisseurs, vertont.

Prometheus ist ein stimmungsvoller, teils fast minimalistischer Score und wie Streitenfeld selber sagt, seine bisher „längste“ Filmmusik. Stimmungsmässig ist Prometheus jedenfalls bei Jerry Goldsmiths Alienanzusiedeln. Das ist in einigen Tracks mal deutlicher, mal etwas versteckter zu hören: „Hammerpede“ mit seiner Atonalität und Kraft, „We Were Right“ mit den sich wiederholenden Zweitonintervallen und spätestens in „Friend from the Past“ wissen wir was es geläutet hat, dieser stammt quasi 1:1 aus Alien.

Streitenfeld kreiert auch ein gelungenes Hauptmotiv, das immer wieder auftaucht und dem Score erstaunlich viel Energie gibt. Die manchmal mysteriöse, manchmal dosierte und unheimliche Stimmung wird in den letzten Tracks durch kraftvolle, dramatische Actionmusik abgelöst: „Space Jockey“, „Collision“, „Planting the Seed“. „Earth“ und „Weyland“ strahlen epischere, wärmere Momente aus.

Gemeinsam mit den elektronischen Beigaben und dem Chorgesang zeigt sich Prometheus als atmosphärisch gestaltete, spannende Komposition, die sich langsam aufbaut und einen nach und nach in ihren Bann zieht. Zwei Stücke auf der CD stammen übrigens von Harry Gregson-Williams, „We Were Right“ und „Life“. Sie sind weicher und sinfonischer, wenn man das so allgemein zusammengefasst ausdrücken darf, gestaltet.

Es liegt auf der Hand sich zu fragen ob Scott wohl, wäre Jerry Goldsmith noch am Leben, auf den Altmeister zurückgegriffen hätte für diesen Film? Doch was Streitenfeld hier abliefert, ist durchaus von ansehnlicher Qualität. Ein Vergleich mit einem Meisterwerk wie Alienmag zwar unfair sein, muss sich ein Score zu einem Prequel dieser Filmreihe jedoch gefallen lassen. Um sich ein Urteil bilden zu können, sollte man übrigens unbedingt den ganzen Score durchhören und nicht nur ein paar wenige Tracks anspielen. Prometheus lebt von seiner Gesamtheit und die CD (die übrigens erst diese Tage erscheint, während der Score auf itunes schon mehrere Wochen erhältlich war) als solche ist hervorragend produziert. Mit einer Länge von 56 Minuten ist sie hervorragend getimed.

Ohne Umschweife darf gesagt werden, dass Prometheus Streitenfelds bisher beste Arbeit ist und er für 2012 damit eine gute Duftmarke gesetzt hat. Plus: ich freue mich endlich wieder auf einen Film im Kino!

Phil, 8.6.2010

PROMETHEUS

Marc Streitenfeld

Sony

56:55 / 25 Tracks

 

 

 

 

 

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