Predators

Horido. Wer’s gerne gerumpelt, machomässig und pfundig hat und auf motivische Zusammenhänge verzichten kann, der sollte in Predatorsdurchaus mal reinhören – sofern er denn für polternde Actionmusiken mit Schreckeffekten etwas übrig hat. Denn was John Debney hier auf den Hörer loslässt ist schon ganz schön viel von dessem, was eingangs beschrieben wird.

Das Gute: Debney kann mit Actionmaterial und Horrorszenen umgehen, das hat er mit seinem gelungenen The Relict gezeigt. Desweiteren greift Debney hier auf ähnliche elektronische Effekte zurück wie sie Silvestri im Erstling angelegt hat, wenn auch sparsamer. Doch das Beste: Debney verwendet Teile von Silvestris Predator-Motiv(en) und das gleich mehrere Male (etwa in Predator Attack, They See Our Traps und so manch anderen Stücken). Das macht er wirklich famos und diese Tracks sind denn auch gleich die Höhepunkte der CD (die Schlusstitel!).

Sein eigenes Material ist allerdings weniger markant. Viel Suspense, zwar ständig in Bewegung, aber doch ohne grösseren Eindruck (weil ideenloser) hinterlassend (Over Here) und gegen Ende der CD kommt mir doch etwas zu viel hipper Sound in die Ohren. Auch der E-Gitarreneffekt, den Debney hie und da unter die Silvestriadaption legt ist nicht unbedingt gelungen.

Dennoch, Predators ist nicht der bekannte, forcierte „MV-Einheitsactionbrei“ und weitaus „traditioneller“ in der Verwendung des Orchesters als vieles was Hollywood in diesem Genre zurzeit sonst auf uns loslässt. Das betrifft aber nicht eine differenzierte musikalische Dramaturgie, denn Predators ist Action pur! Die Musik hat ihre Momente und Ideen, ein paar hübsche Instrumenteneffekte – und zum Glück keinen Chor…!

Wer mit dem ersten Predator etwas anfangen kann und Wuchtiges à la Goldenthal oder auch ein Aliens zusagt, der könnte hier durchaus das ein oder andere für sich rauspicken. Ich möchte nicht soweit gehen und behaupten, Spass an der gesamten CD haben, denn mit über 60 Minuten ist sie schon etwas gar fordernd. Aber in bestimmten Momenten macht die Scheibe, richtig proper aufgedreht, tatsächlich Spass.

Phil, 29.9.2010

 

PREDATORS

John Debney

Lalaland Records LLLCD1141

68:37 Min. / 24 Tracks

 

 

 

 

 

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