Predator

Predator ist einer jener grossen Actionschlager der 80er, die inzwischen eine Reihe an Sequels, u.a. auch misslungene wie die der Gemetzel gegen das Alien, nach sich zogen. Das Original mit Arnie Schwarzenegger allerdings bleibt unerreicht.

Ich mochte den Film schon immer, auch dank seiner tollen Spannung und den bemerkenswerten Spezialeffekten – Raumschiffe war man sich gewöhnt, durchsichtig schimmernde Ausserirdische allerdings nicht; und schliesslich war es ja auch noch einiges vor dem CGI-Zeitalter. Für John McTiernan folgte nach Predator eine Zeit höchst erfolgreicher Filme: Nach Predator (US-Boxoffice ca. 60 Mio $) erschienen Die Hard (85 Mio. $) und Hunt for Red October (120 Mio. $). Danach ging es vor allem qualitativ mehr abwärts als aufwärts und nach Basicim Jahr 2003 folgte eine Durststrecke von 8 Jahren, in der McTiernan ohne Regiearbeit blieb.

Auch Alan Silvestri befand sich zu jener Zeit auf dem Karrierehöhepunkt, einige seiner Filme waren regelmässig in den Toplisten zu finden. Mit Predator setzte er ausserdem durchaus ein role model für die Actionfilme der End-80er, auch wenn eine Soundtrack Veröffentlichung lange, lange auf sich warten liess. Zuerst als Bootleg und 2003 bei Varèse im Clubprogramm.

Wieso nun also schon wieder eine Veröffentlichung? Weil limitiert, wir haben es inzwischen gelernt, längst nicht limitiert bedeutet – ja so ist es in der Tat! Gerade zuletzt kamen und kommen immer wieder Scores heraus, die vor wenigen Jahren mehr oder weniger schnell Zeit ausverkauft waren und nun von einem anderen Label erneut aufgelegt werden.

In Sachen Predator beruft man sich nun insbesondere auf eine Klangverbesserung, wobei man den verkaufstechnischen Wert solcher Aussagen zumeist über die Tatsachen stellt. Den Vergleich mit der Varèse CD kann ich hier nicht tun, da ich diese nicht besitze (mir reichte zu jener Zeit das, an einigen Stellen allerdings deutlich übersteuerte, Bootleg). Klingen tut Intradas Predator jedenfalls hervorragend. Die Einbindung der massenhaft vorhandenen Elektronika, audiomässig, ist gewaltig. Das klingt dermassen transparent und klar, auch die Stereoverteilung ist umwerfend, das einem fast Hören und Sagen vergehen. Man konnte hierfür auf einen DAT Transfer der Scoring Sessions zurückgreifen.

Das bleibt für Actionfans jener Ära auch in Sachen Score festzuhalten. Deftig, knackig, perkussiv, aggressiv, martialisch mit viel militärischem Gehabe und den erwähnten Synthies. Währschafte Kost also bietet die Musik, alleine das fast 4-minütige
Main Title ist Garant für… ja, die eben aufgeführten Adjektive. Freunde, die das zartbesaitete, romantische Filmmusikgut bevorzugen, sollten alleine dieser Aufzählung wegen kaum mit Gefallen an Predatorrechnen. Kann man allerdings mit einem Aliens etwas anfangen, so dürfte man auch hier seinen Spass finden. Und Spass ist in der Tat auch das, was Predator ausmacht.

Motivisches verbindet er einerseits mit dem militärischen Charakter der “zehn kleinen Indianer” und natürlich auch mit dem Jägermeister selber, dem er eine Art ausserirdisches Dschungelambiente verleiht. Ruhepole suchen wir vergebens, die sind nicht. Sollen auch nicht. Recht so! Immerhin zollt eine klagende Trompeten-Fanfare, die Silvestri vom temp track adaptierte, der in diesem speziellen Fall aus Coplands Fanfare for the Common Man bestand, den Gefallenen “Indianern” musikalisch Tribut.

Die CD übrigens, aufgelegt zu 3000 Stück, war innerhalb rekordverdächtiger Zeit, ausverkauft. Und so darf man also auch innerhalb der nächsten 10 Jahre mit der ein, vielleicht auch der anderen, Neuauflage rechnen. Bestimmt!

Ein kleiner Schmunzler bietet Doug Fake in seinem Tech Talk from the Prodcuer. Da spricht er von “detailed booklet notes by Julie Krigo” und unsereins bleibt dabei nur ein knappes “naja…” übrig.

Als Actionknaller gibt’s eine 5, sonst aber eine deftige und laute 4!

Phil, 15.9.2010

 

PREDATOR

Alan Silvestri

Intrada Special Collection 
Volume 141

74:45 Min. / 18 Tracks

Limitiert auf 3000 Stk.

 

 

 

 

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