Mark Felt

Daniel Pemberton gilt derzeit bei vielen Fans als der kommende Mann in der Filmmusik, spätestens seit THE AWAKENING, sicher aber mit seiner Version von THE MAN FROM U.N.C.L.E. Sein neuster Score ist MARK FELT – THE MAN WHO BROUGHT THE WHITE HOUSE DOWN. Der Film von Peter Landesman (CONCUSION, PARKLAND, beides sehr empfohlene Streifen) passt zum Geschehen des formidablen ALL THE PRESIDENT’S MEN und aktuell THE POST. Hier ist es die Figur des Mark Felt, dessen Tätigkeit im FBI vor, während und nach der zweiten Präsidentschaftswahl Nixons beschrieben wird. Seine zunehmenden Zweifel am korrupten System im Weissen Haus, sein Wissen um Watergate, die ihn schliesslich dazu trieben, als „Deep Throat“ zum wichtigsten Informanten der Washington Post Journalisten zu werden, was schliesslich zum Sturz Richard Nixons führte. Erst drei Jahre vor seinem Tod würde der „echte“ Felt sein wahres Ich als Whistleblower enthüllen. Es spielen unter anderem, in vielen düsteren Bildern (Felts Augen bleiben dabei meist völlig abgedunkelt) Liam Neeson, Diane Lane, Josh Lucas..

Pembertons Musik bleibt in vielen Teilen monoton, eines der Mittel die fortschreitende Korruption und Verbandelungen der Berater um den Präsidenten und dem FBI zu beschreiben ist ein gleichförmiger, bedrohlicher Rhythmus (elektronischer Natur), fast lose anmutenden eingestreuten Klavierklängen, die aber in sich ein Motiv beschreiben, da und dort wird diese Grundsubstanz mit Streichern und Hörnern ergänzt. Zieht der Komponist die Spannung an, verdichten sich die obigen Elemente („The Hearing Motion“) oder Pemberton führt in ein langes crescendo wie in „The President Resigns“, doch auch mit dem Klavier alleine wie in „Grand Jury“ schafft es Pemberton mit einfachsten Mitteln Spannung und Dramatik zu erzeugen. Selbst hoffnungsvollere Momente wie „Where is Joan?“ geraten in den Strudel der Schwere und Düsternis der Komposition, einzig in „Reunited“, wenn die Familie nach Jahren endlich wieder vereint ist (Felts Tochter hat sich von Vater und Mutter immer weiter entfernt und einer Kommune angeschlossen, die auch für Anschläge verantwortlich gewesen sein soll), schöpft Pemberton musikalisch ein wenig Lebensmut für die Akteure.

MARK FELT ist kein sofort zugänglicher Score – ein Manko ist die repetitive Natur, die Pemberton hier gestaltet hat – und dann einer, der wirklich am besten funktioniert, wenn man den Film gesehen hat. Dieser, bei uns heisst er übrigens THE SECRET MAN, ist sehr empfehlenswert und das nicht nur weil hier Neeson endlich mal wieder wohltuend abseits seiner unzähligen Actionthriller spielen darf. Ob MARK FELT zum Dauerbrenner im CD-Player wird, wage ich dennoch zu bezweifeln.

Phil, 24.3.2018

MARK FELT – THE MAN WHO BROUGHT THE WHITE HOUSE DOWN

Daniel Pemberton

BFD/Filmtrax

57 Min. / 18 Tracks

 

 

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen

Schreib einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*