Maps to the Stars

Monatelang währt die Vorfreude auf eine neue Shore-Cronenberg-Zusammenarbeit. Die Tatsache, dass Cosmopolis, die letzte Arbeit der beiden davor, weder filmisch noch musikalisch überzeugen konnte, nährte noch die Hoffnung, dass es diesmal wieder aufwärts geht. Und dann das!
Belang- und substanzloses, teilweise pseudo-psychedelisches Klanggewabere im Möchte-Gern-Urban-Sound, bestehend aus einem Synthie-Klangteppich ergänzt um Schlagzeug bzw. Percussion und zum Teil auch E-Gitarre. An manchen Stellen kann man eine Ähnlichkeit zu Goldenthals genialem Heat erahnen, ohne dass es auch nur ansatzweise zu dessen atmosphärischer Qualität reicht.

Einzige Lichtblicke sind Track Nr. 3 Stolen Waters und Track Nr. 12 Love Is Stronger Than Death, die mit kleiner Streicherbesetzung und Klavier wenigstens ein bisschen Musikalität verströmen. Aber selbst hier will mangels musikalischer Tiefe keine rechte Freude aufkommen.

Größter Vorteil des Albums, so bitter das auch klingen mag, ist daher seine Kürze. Nach nur 38 Minuten ist der Spuk schon wieder vorbei. Und es bleibt die Erkenntnis, dass dieser Soundtrack nur hart gesottenen Shore-Komplettisten zu empfehlen ist.

Wieviel besser, wieviel tiefgründiger, gehaltvoller und subtiler das musikalische Ergebnis einer Shore-Cronenberg-Zusammenarbeit sein kann, zeigt ironischerweise der fast zeitgleich ebenfalls auf Shores eigenem Label HOWE-Records veröffentlichte Dead Ringers, der zweifellos eine der besten Kooperationen der beiden ist.

Klaus, 8.11.2014

 

MAPS TO THE STARS

Howard Shore

HOWE Records HWR-1014

38:34 /16 Tracks

 

 

 

 

 

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