Land of the Lost

Nach dem wirklich geglückten Ausflug ins Star Trek Universum habe ich an Michael Giacchino in Sachen Land of the Lost doch etwas höhere Ansprüche gestellt, als das momentane Hollywoodscoring zu bieten hat. Aber oje, die CD beginnt enttäuschend. Die ersten Stücke sind fahrig, ein eröffnendes Statement fehlt (wie bei vielen Produktionen der Gegenwart, wo traditionelle Main Titles an sich recht selten geworden sind). Zu hören ist ein Mischmasch an Synthies, E-Gitarren, Banjo und Orchester.

Giacchino bleibt hier was Themenarbeit anbelangt sehr zurückhaltend. Es gibt immer wieder Motivfetzen (ein Hauptmotiv ist die 3-Noten Fanfare gleich zu Beginn von When Piss on Your Head is a Bad Idea zu hören, ein kleiner Marsch in A New Marshall in Town, ein 7-Noten Spannungsmotiv), die aber musikalisch wenig Rückhalt bieten, von einem roten Faden ganz zu schweigen. Viele der Cues sind actionbetont und nicht Abenteuer behaftet, mit perkussivem Material (Dinos = Dschungel, das alte Klischee) oder mit hämmerndem Klavier unterlegt. Die Spannungsmomente, die die Action begleiten, sind sehr dürftig und monoton ausgefallen.

Die Vermischung mit mickey mousing, das Hin- und Herspringen von Stilen (In Search of… Holly), die gwundrigen Wow-Effekt Stücke….das ist ja nett gemacht aber einfach zu viel des Guten und ein akustischer Overkill. Dass der Film einen komödiantischen Touch hat, lässt Giacchino deutlich hören – selten ist es aber der Fall, dass diese Spielereien und die Mischung aus Spass und Action dann als Hörerlebnis wirklich funktionieren.

Giacchino verwendet in zwei, drei Tracks als kleine Besonderheit den Klang eines Theremins (Enik the Altrusian), das ist recht hübsch anzuhören, auch weil er es mit Bedacht und nicht übermässig laut einsetzt.

Gegen Ende der CD (Tracks 25 bis 27) wird es ein bisschen strukturierter und man bekommt wenigstens ein klein wenig von der Magie zu hören, die man irgendwie von einem solchen Abenteuerscore erwarten würde. Aber End Credits Can Suck it geben einem dann wieder den „abschliessenden“ Rest.

32 Tracks teilen sich die 60 Minuten, davon sind 4 als Bonustracks beschrieben (andere Versionen bestehender Tracks), das trägt nicht sonderlich, und so wie der Score angelegt ist, zu einem sonst schon mühsamen Hörfluss bei.
Wer orchestrale Spielereien mit tongue-in-cheek Charakter und Wechselspiele in kürzester Zeit innerhalb eines Tracks mag, der könnte hier vielleicht seinen Spass dran haben. Wem das nicht zusagt, der sollte die Finger von Land of the Lost lassen oder zumindest vorher reinhören…! Alles in allem, eine enttäuschende Filmmusik von Michael Giacchino.

Phil, 3.7.2009

 

LAND OF THE LOST

Michael Giacchino

Varèse Sarabande VSD (CVS) 6975.2

60:50 Min. / 32 Tracks

 

 

 

 

 

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