King Solomon’s Mines (Quartet)

King Solomon’s Mines hat sich lange Zeit einen Namen als letzter rein orchestraler Goldsmith jener Schaffensphase gemacht, entstanden in einer Periode, in der mit Link, Legend, Explorers, Hoosiers oder Poltergeist IIScores entstanden, in denen Golsmith gerne und heftig in seine Elektronikkiste gegriffen hat.

Der Film enstammt der Golan/Globus Schmiede Cannon Films, die in den 80ern mit hauptsächlich billigen und öfters sehr patriotischen Actionfilmen (so einige mit Chuck Norris, der alles versuchte um nicht nur als Nr. Dreieinhalb hinter Arnold und Sly inErinnerung zu bleiben) die Kinos überfluteten und auf Video ein durchaus empfängliches Publikum fanden. Mit King Solomon’s Mines versuchte man unter der Regie des Altmeisters J. Lee Thompson das Abenteuergenre mit abzugrasen, dessen Kapitel Indiana Jones neu geschrieben hatte. Besetzt mit Richard Chamberlain, Sharon Stone in einer ihrer frühesten Rollen und John Rhys-Davies (er, der in Raisers of the Lost Ark einen kleinen Part gespielt hat) basiert der Film äusserst lose auf den Novelen von H. Rider Haggard ohne je den Charme des Vorbilds zu erreichen. Jerry Goldsmith sollte in musikalisch ähnliche Fussstapfen treten und eine schmissige Musik à la John Williams‘ Indy Abenteuer erstellen.

Gelungen ist ihm das mit einem pfiffigen Titelmarsch, der Film als auch CD eröffnet. Nebst diesem feinen Hauptthema finden wir eine Menge fulminanter Actionpassagen, Trademark Jerry Goldsmith pur, voller Energie, feurig, abwechslunsgreich. Natürlich ergibt sich aus der Chamberlain/Stone Romanze auch ein hübsches Liebesthema, so wie es beispielsweise in „Good Morning“ zu hören ist. Unüberhörbar in den Score eingearbeitet ist Richard Wagners „Ritt der Walküren“: diesen lässt der von Herbert Lom gespielte deutsche Bösewicht aus seinem überall hin transportierten Grammophon schmettern und so findet Wagners Komposition als Leitmotiv des Quatermain Gegenspielers Verwendung. Eine der Strandszene aus Papillon nicht unähnliche Komposition ist das zauberhafte „Upside Down People“, nebst dem schneidigen Titelthema einer der Höhepunkte eines an Höhepunkten nicht geizenden, zum Anhören einfach spassigen Scores.

Goldsmith hat so manch einen Film vertont, in denen seine Musik mehr Nachhaltigkeit findet als der Streifen selbst. Das ist auch bei King Solomon’s Mines nicht anders. Eingespielt wurde die Musik mit dem Hungarian State Orchestra. Dies stellte der Beginn einiger Aufnahmen aus der Feder Goldsmiths in Budapest dar, zu denen u.a. auch Lionheart und Hoosiers gehörten.

Gegenüber der Prometheus Ausgabe besticht die Quartet Records Scheibe mit einem tollen Klang und anders als bei Intrada nun auch in korrekter Bandgeschwindigkeit. Zusätzlich zum gesamten Filmscore – die Intrada CDs waren nicht ganz komplett – gibt es auf CD 2 die alte LP Auskopplung. Und so haben wir nun die x-te Veröffentlichung ein und des selben Titels (nach diversen LP Ausgaben, wovon eine spanische gar 3 Stücke mehr hatte) und King Solomon’s Mines reiht sich in eine illustre Goldsmith-Reihe mit Planet of the Apes oder Alien ein. Tiefpunkt des Releases ist das Booklet. Nicht inhaltlich, denn das geht völlig in Ordnung, doch ist der Text dermassen Leser unfreundlich klein geschrieben, dass nach 1 1/2 Seiten die Augen schmerzen.

Die Quartet Scheibe war auf 1000 Stück limitiert und ist bereits wieder weg. Und somit dürfte auch noch nicht das letzte Kapitel in Sachen King Solomon’s Mines geschrieben sein.

Phil, 11.1.2015

 

KING SOLOMON'S MINES

Jerry Goldsmith

Quartet Records QR181

CD1: 73:41/23 Tracks
 CD2: 39:12/10 Tracks

 

 

 

 

 

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