Iron Man 3

Mit Iron Man fand 2008 ein weiterer Held aus dem Marvel-Universum auf die Kinoleinwand. Viel Kritikerlob und traumhafte Einspielergebnisse an den Kinokassen veranlassten natürlich zu Fortsetzungen. Und auch diesen – Iron Man 2 (2010) und jüngst Iron Man 3 (2013) – war/ist ein enormer Erfolg beschieden.

Aus filmmusikalischer Sicht kann der Iron Man-Reihe jedoch nicht so viel Lob entgegengebracht werden. Während Ramin Djawadi seine Musik für den ersten Teil überwiegend elektronisch und lärmig ausgestaltete, verpasste es auch John Debney mit Iron Man 2, diesem Helden trotz präsenteren Orchesterelementen und mit Chor eine ihm eigene und eingängige filmmusikalische Identität zu verpassen. Für den dritten Teil durfte nun Action-Veteran Brian Tyler zum Taktstock greifen. Dieser liefert endlich ein heroisches Titelthema mit ausgeprägtem Ohrwurmcharakter für den Helden Stark/Iron Man, doch leider nicht viel mehr.

Das erste Stück, „Iron Man 3“, macht innert knapp 2.5 Minuten klar, was den Hörer erwarten wird: Tyler liefert hier nach kurzer, testosterongeladener und mit viel Perkussion versetzter Einleitung die erste, kraftvolle Präsentation seines Iron Man-Hauptthemas. Dieses baut auf zackige Rhythmen und auf eine eingängige Fanfare für Blech, die des dramatischen Effekts wegen häufig auch noch von Ahh’s und Ohh’s aus dem Chor begleitet wird. Dieses Thema ist recht kurz und erklingt daher oft mehrmals hintereinander (in den Wiederholungen leicht variiert oder um eine Quarte höher und mit Chor verstärkt vorgetragen). Daher nistet es sich auch sehr schnell im Ohr ein und ist nach dem Hören des Albums sicherlich für die meisten noch lange ein Wegbegleiter. Dieses Thema macht Freude und ist mitreissend, womit das Album vielversprechend eröffnet.

Doch im weiteren Verlauf der Filmmusik ist das Thema nicht nur omnipräsent, sondern auch ein „Einzelkämpfer“. So ist es besonders enttäuschend, dass Tyler nicht einmal dem Bösewicht Mandarin ein eigenes, starkes Thema verleiht und die Beziehung zwischen Stark und Pepper Potts musikalisch lediglich mit melancholischeren Versionen des Hauptthemas reflektiert. Iron Man 3 ist damit ernüchternd monothematisch geworden, womit die 75-minütige CD-Präsentation allzu repetitiv ausfällt.

Aufgrund dieser offensichtlichen Schwäche von Brian Tylers jüngster Arbeit dürfte es für die meisten Hörer denn auch absolut ausreichend sein, sich beispielsweise mit den Stücken „Iron Man 3“, „War Machine“, „Isolation“, „Stark“ und „The Return“ eine rund 22-minütige, unterhaltsame Suite zusammenzustellen. Für eine längere Spielzeit wird schlicht nicht ausreichend Abwechslung geboten.

Basil, 10.5.2013

 

IRON MAN 3

Brian Tyler

Hollywood Records

75:30 Min. / 20 Tracks

 

 

 

 

 

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