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Start DVDs 2015: DVD/bluray komprimiert 26
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DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 26 / 2015



Zombies, die fiesen Untoten, denen man nur Herr wird, wenn man deren Schädel auf vielfältigste Weise ausschaltet, haben seit einigen Jahren eine filmische Renaissance erlebt. Mitschuld daran hat zweifellos die erfolgreiche Serie The Walking Dead, deren sechste Season bereits in den USA lief. Saison 5 von The Walking Dead trieb vor kurzem auf einem deutschen Privatsender ihr Unwesen, die DVD/bluray erschien nur wenige Tage danach. Nahtlos geht die Serie dort weiter wo sie in Season 4 mit einem zünftigen Cliffhanger geendet hat und so wurde Episode 1/5 zu einer der höchst bewerteten und meist gesehenenen Serienteile im US-Fernsehen. Die 16 Episoden sind zumeist hochspannend, in der Uncut Version äusserst blutig und wie ihre Vorgänger stimmungsvoll kompakt umgesetzt. Wer die Serie bis anhin verfolgt hat, weiss die versammelte Schauspielerriege und jeden dramatischen Dreh der Story zu schätzen. Season 5 ist vielleicht die beste, die packendste von Walking Dead, ohne Zweifel werden die Fans hier voll auf ihre Kosten kommen. Wir im deutschen Sprachraum dürfen gespannt an den Fingernägeln kauen, nicht nur beim Schauen dieser bluray sondern ganz sicher beim Warten auf die sechste Saison. Nach wie vor müssen sich die Fans auch auf eine Score CD, gedulden. Dass da irgendwann was kommen wird ist klar, nur wann?





Fear the Walking Dead ist das erste spin-off obiger Serie und spielt dort, wo The Walking Dead bereits begonnen hatte, nämlich zu Beginn der Geschehnisse, die die Menschheit an den Abgrund bringen werden. Gezeigt wird der beginnende Alptraum aus der Sicht einer Familie, die eigentlich so schon genügend Probleme hätte: einen Heroin süchtigen Sohn, eine voll pubertierende Tochter, eine Scheidung. Wie „unpassend“ da diese merkwürdigen News von Unfällen mit Bisswunden und unstoppbaren Kriminellen die Familiengeschehnisse kreuzen. Irgendwann schwappt die Welle über Familie, Nachbarn, ganz Kalifornien und die USA bricht das zuvor nie Geahnte aus.
Fear the Walking Dead beginnt gut und weiss die drohende Gefahr quasi im Nebenher einzufangen. Gegen Ende der sechs Episoden verwässern die Macher die zuvor aufgebaute Ungewissheit aber mit einigen schwachen „turns“ und zu viel an Action, ausserdem ist der Familiensohn ein dermassen unsympathischer (und von Frank Dillane nicht sonderlich gut gespielter) Kotzbrocken, dass man ihm einen fiesen Untotenbiss spätestens ab Episode 2 an den Hals wünscht.




Okay, Time Out of Mind passt nicht so ganz zu den anfangs besprochenen Titeln, auch wenn Richard Gere als Obdachloser hie und da herumläuft wie ein Zombie. Okay, ein wenig übertrieben ist das schon. Aber wirklich vom Hocker reisst der Film nicht. Viele lange, fast unendlich lange Einstellungen in denen nichts aber auch gar nichts passiert (eine durchs Bild wehende Zeitung ist mit das aufregendste). Auch wenn der Film von der Kritik durchaus wohlwollend aufgenommen wurde und er einige gute Szenen enthält, die etwa George Hammonds (Richard Geres) Leerläufe zeigen, wenn es darum geht Sozialunterstützung zu erhalten, so bleibt vom gut gemeinten Film schlussendlich nicht genug hängen und die 116 Minuten kommen einem dabei vor wie ein zäher, nicht enden wollender Dreistünder.





Verwirrung total. Welcher Teil von Terminator ist das jetzt? Fünf... oder doch drei? Gemäss dem Studio sollen die Teile 3 und 4 irgendwie aus dem Gedächtnis des Publikums gestrichen werden und Terminator Genisys als legitimer Nachfolger angesehen werden. Merkwürdig. Sicher ist nur eins. 2019 werden die Rechte zurück an James Cameron gehen, vorher will man denn aber unbedingt Teil 6 (oder eben 4...) drehen – trotz des höchst mässigen Einspielergebnisses von Genisys. Aber streichen wir die ganzen theoretischen Ansätze: Nette Story, überhaupt nichts umwerfendes, ein ziemliches Hin und Her an Zeitreisen, ein Arnie, der gut aufgelegt ist und zwei nicht wirklich ideal besetzte Hauptdarsteller (Jason Courtney und Emilia Clarke, ja, die aus Game of Thrones). Man muss nicht zwei Mal lauschen um Frau Clarkes englische Herkunft herauszuhören, was ein wenig befremdend ist, ist ihre Rolle als Sarah Connor doch wirklich vertieft amerikanisch.
Actionfans werden zweifellos auf ihre Kosten kommen, einige Verbindungen zu Teil 1 und 2 sind gelungen und mal weniger, mal mehr offensichtlich. Doch nie, wirklich nie kommt Genisys an diese beiden Filme von Cameron heran. Und der arme Lorne Balfe am Komponistenpult? Da wird ihm doch prompt ein Music Executive Producer namens Hans Zimmer vors Licht gestellt. Ein selten zu sehender Credit, schon gar nicht in den Hauptiteln am Anfang. Zimmer aber hat auch das geschafft.




Love & Mercy ist die Biografie des Beach Boys Kopfs Brian Wilson, der für die ganz grossen Hits der Gruppe verantwortlich zeichnet und eine Zeit lang als Bassist und Sänger mit der Familienband durch die Lande zog. Die Beziehung zu seinem Vater, der ihn halbtaub geschlagen hat und der Druck der anderen Bandmitglieder treiben Brian in die Isolation. Schliesslich wird er psychisch so krank, dass er nicht mehr arbeiten kann und tagelang nur noch im Bett liegt. Bill Pohlads Film ist eine der besten Musikbiografien seit einiger Zeit. Sie ist packend und bisweilen düster, ja deprimierend, dann wieder mit bitterem Humor und aufwühlend. Sand, Surfen, Meer und ständig blauer Himmel stehen anders als man es mit den Beach Boys in Verbindung bringen würde, weit hinten an. Der Film ist nicht nur Fans der Gruppe und insbesondere von Brian Wilson ans Herz gelegt, sondern jedem, der sich für Popgeschichte und Schicksale abseits eines Rummels um einen Michael Jackson begeistern kann. Musikalisch betreut wurde Love & Mercy von Atticus Ross, der in seinen Score auch Melodiefragmente der Beach Boys Hits einfliessen lässt. Auf der bei Capitol/Universal erschienen CD finden sich nebst Filmmusikausschnitten einige der Songs von Brian Wilson und zwei Hits der Band.





Die Rolle des griesgrämigen Vincent, der neue Nachbarn bekommt und sich bald, allerdings ungewollter als ihm lieb ist, als Nanny für den aufgeweckt naiven Oliver sieht, ist Bill Murray auf den Leib geschrieben. Und so steht und fällt der Film nicht zuletzt auch mit ihm, wobei es zum Glück bei Ersterem bleibt. St. Vincent ist ein herrlich vergnügliches, manchmal richtig bitterböses, schwarz humoriges Filmvergnügen, durchs Band vortrefflich gespielt (Naomi Watts russiche, schwangere Prostituierte ist ein Knaller). Unbedingt empfohlen!

1/2



Slow West ist ein im amerikanischen Westen spielender und in Neuseeland gedrehter Western. Und mit knapp 80 Minuten, Schlusstitel inklusive, wohl einer der kürzeren seit den schwarz-weiss Episodenhits Western von gestern. Doch die Kürze tut dem Film mit Michael Fassbender keinen Abbruch, ganz und gar nicht. Es ist in der Tat angenehm einen Streifen zu sehen, der nicht auf 130 aufgeblasen worden ist. Auch wenn das Wild West Genre nach 3:10 to Yuma und insbesondere Lone Ranger wieder einen Dornröschenschlaf fristet, Slow West sei dem Genrefan durchaus ans Herz gelegt. Er ist fein gespielt, die Story ist zügig erzählt. Der Film kommt einem dabei ein wenig wie das Lesen einer Novelle vor, fast poetisch und lyrisch - und manchmal, dort wo's passt, mit süsslich schönen Bildern ausgestattet (die tolle Natur fängt Kameramann Robbie Ryan (Angel's Share) vortrefflich ein). Musikalisch ist Slow West passenderweise mit einem kleinen, stilistisch manchmal an Marco Beltramis wundervollen Homesman erinnernden Score von Jed Kurzel (Macbeth) ausgestattet. Die CD von Lakeshore ist allerdings kunterbunt gemischt mit Songs und Filmmusik.

 

 
phb
, 7.12.2015

 


 
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