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SHADOWS OF THE EMPIRE

Joel McNeely

51:20 Min., 10 Tracks

Varese Sarabande VSDE-5700

  

Viel Platz zwischen The Empire Strikes Back und Return of the Jedi – viel Raum für Shadows of the Empire, das 1996er-Buchprojekt, flankiert von Videogames, Figuren, Schiffen, Comic und eben Soundtrack. Mit Ausnahme von Han Solo (der seit dem Cloud City-Verrat ja nicht aktiv eingreifen kann) ist die Truppe wieder unterwegs. Warum sollten alle auch rum sitzen? Gerade noch bleibt Zeit, um die Rettung Solos zu planen. Lukes Weg zum Jedi-Ritter führt ihn nach Tatooine. Immer wieder Tatooine – der Stern, der am weitesten vom hellen Zentrum des Universums weg ist... Weitere Charactere werden etabliert: Dash Rendar und Prince Xizor, beide mit recht bewegter Vergangenheit. Intrigen, erhitzt von Prinz Xizor und Lord Vader, bringen Luke, Leia, Chewie, Lando, die ans Herz gewachsenen Droiden 3PO und R2 munter in Bredouille.

Track 1, „Main Theme From Star Wars And Leia's Nightmare“: Zu Gehör kommen, nach Williams-Intro, seichte Streicher, magische Klangmomente – und ab Min. 2:06 Retro-Touch, Anno 1980: Bespin, Karbonit, der Abschied. Infernales, auswegloses, begeisterndes Orchester-Donnern – was waren das für Bilder!

Track 2, „The Battle of Gall“: Christaltröpfchen, etwas Großes baut sich auf Tapferkeits-Motiv, es-geht-in-den-Kampf-Romantik, Kriegsgewirr – teils hitzige Themes, hinten drauf Waltzer-Anmut (ab Min. 7:26).

Track 4, „Beggar’s Canyon Chase“: Schweres Opening, rasante Verfolgungsjagd. Kaum zu toppen ab Min. 2:20 – solch Action und Fanfare lassen den Hörer schmachtend zurück, Countdown, Maestro McNeely – möge es in nicht allzu ferner Zukunft den Film geben!

Track 6, „Xizor’s Theme“: Die Schlange pirscht ans Ohr. Muss ein unsympathischer Zeitgenosse sein, dieser Xizor. Track-Stimmungslage: bei Romanlektüre wohl einzig passend auf den Prinzen unter Schwarzer Sonne, „Polka des Schreckens“.

Track 8, „Night Skies“: Mystic im Einstieg (Feeling: Chor aus
Empire of the Sun). Min. 1:29 und Min. 2:51 „erinnern zart und leise“ an Episode V. Gänsehaut-Momente auch um Min. 3:10 herum – man ist zuhause. Recht nachdenklicher Ausstieg.

Track 10, „The Destruction of Xizor’s Palace“: 10:45 Min.-Duration – unterwegs facettenreich, das Star-Wars-Musik-Erlebnis lebt davon. Verhängnisvolle Chöre, Prinz Xizor steht vor der Entscheidung, sich im letzten Gefecht zu fragen, ist sein Plan den Tod wert?

Shadows, die Hängebrücke zwischen TESB und ROTJ – der Soundtrack des Romans: fein, solange nicht Gutsherrenschmonzette oder Ärzteklüngelreigen zu Grunde liegt – was beim Buch von Steve Perry sachte ausgeschlossen werden darf. Komponist Joel McNeely hatte im Lucasfilm-Universum bereits Erfahrung: The Young Indiana Jones Chronicles (diverse TV-Episoden). Shadows of the Empire – McNeelys wuchtige Star Wars-Feuertaufe (eingespielt am 24. und 25. Februar 1996 mit dem Royal Scottish National Orchestra & Chorus) – ein erfreuliches Gesamtprodukt. John Williams hatte vorgelegt, verzaubert, verzückt, ganz nebenbei Meilensteine kreiert. „Ersatzpilot“ McNeely verbiegt sich nicht – und bekommt es dennoch hin, dass sich Shadows klanglich/magisch einreihen kann, inmitten von Episode V und VI. Der langjährige Skywalker Sound-Designer Ben Burtt entwarf die Chor-Texte. Booklet: Fakten zu allen Tracks von Robert Townson und Joel McNeely, inklusive Foreword und Composer-Vita. Für Multimedia-Steinzeit-Kandidaten gibt es Interactive Material zu erkunden.

 
 ms 17.5.2015
 
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