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Start DVDs 2015: DVD/bluray komprimiert 20
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DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 20 / 2015


In bester Harry Potter Manier wird das Finale von The Hunger Games auf zwei Filme verteilt. MOCKINGJAY PART 1 (Impuls) beginnt direkt nach Teil 2 und der Rettung von Katniss aus der Arena. Von der Führung der Rebellen (huch, das klingt fast wie Star Wars) wird sie entgegen ihrer Überzeugung zur Symbolfigur der Rebellion gemacht.
Mockingjay Teil 1 ist ein erstaunlich ruhiger Film, fast mehr Polithriller denn Actionfilm. Spannend und mit einer tollen Schauspielerriege besetzt: Zu den bekannten Namen der Vorgänger kommt Julianne Moore dazu und noch einmal kann man Philip Seymour Hoffman sehen, der nur Wochen nach Beendigung des Films verstarb. Fans der Reihe kommen sicher auf ihre Kosten und werden mit viel Vorfreude (und wohl auch einem weinenden Auge) auf den letzten Teil warten.
Nachdem Carter Burwell den ersten Film musikalisch betreute, übernahm James Newton Howard den Komponistenpart bereits für das Sequel. Gegenüber Nightcrawler und Maleficent, beide ebenfalls 2014 entstanden, zieht sein Mockingjay Score allerdings den Kürzeren.

1/2



THE DROP (Fox) ist der vierte Film der nach einer Vorlage von Dennis Lehane entstanden ist. Mit den drei anderen Verfilmungen, Shutter Island, Gone Baby Gone und Mystic River kommt The Drop nicht mit. Um in Gang zu kommen braucht der Film relativ lange und Tom Hardys Figur bleibt eigentlich bis zum Schluss eindimensional und langweilig, was zu gewissen Teilen sicherlich gewollt war. James Gandolfini, ihm liegt die Rolle des Barbesitzers weitaus besser als Hardy die des Barkeepers, dessen Kneipe als Geldbriefkasten in Brooklyn dient, ist hier in seiner letzten Rolle zu sehen. Regie führte Michaël R. Roskam, der 2011 für Rundskop eine Oscarnomination für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Marco Beltramis Musik wird sparsam und effektiv eingesetzt, seine Komposition ist passend stimmungsvoll düster und fügt sich bestens in die graudunkle Unterwelt Brooklyns ein.

1/2



Jimmy kehrt 1932 aus seinem amerikanischen Exil zurück nach Irland und macht auf Drängen seiner Freunde seine Tanz- und Treffhalle wieder auf. Das stösst dem örtlichen Pfaffen ebenso auf wie dem Dorffaschisten und so sieht sich Jimmy alsbald wieder als Gejagter.
Ken Loach wird im Juni 79 und es wurde gemunkelt JIMMY'S HALL (Impuls) sei möglicherweise sein letzter Film. Falls dem so wäre, Loach hätte seinen Ruhestand nach 50 Jahren Filmarbeit sicherlich verdient. Jimmy's Hall nimmt in etwa auf wo der brilliante The Wind that Shakes the Barley geendet hat, in einem von Krieg und Besetzung zerrissenen Irland. Ken Loach war mit wenigen Ausnahmen stets ein politisch engagierter Filmemacher, hat dies aber ohne grosses Brimborium in seine Filme einfliessen lassen. Jimmy's Hall ist ein recht stiller, manchmal fast poetischer Vertreter, wenn er auch nicht an Loachs beste Werke wie den oben erwähnten Barley oder My Name is Joe heranreicht.
George Fenton hat nun bereits an 15 Projekten Loachs gearbeitet und so bildet das Duo eine der beständigsten Gemeinschaften im Filmgeschäft. Jimmy's Hall, zu dem keine Score-CD erschien, (Fentons aktuellste Scheibe ist Zero Theorem), zeigt eine Mischung aus Jazz und irischen Folksongs wie sie im Film in der Tanzhalle gespielt werden.





Charlize Theron und Liam Neeson, der zuletzt vor allen Dingen mit Actionsequels und immer ähnlicher werdenden Filmen auf sich Aufmerksam machte, in einer lauwarmen Westernkomödie wie A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST zu sehen, eine spezielle Rollenwahl – manchmal darf man sich durchaus fragen wie sich gestandene Mimen in ziemlich mässig bis saumässigen Filmen verirren, wobei sich sich diese hier tatenlos und eher Bild füllend „auszeichnen“. Seth MacFarlane (Family Guy, Ted) inszeniert sich gleich selbst und pickt dabei ausgerechnet ein Genre, das lau vor sich hindümpelt und in welches sich A Million Ways to Die in the West ebenso lauwarm einreiht: die Westernkomödie. Vorhang auf für Joel McNeely. Der Veteran bekam eine der wenigen Möglichkeiten sich wieder im Kino zu zeigen und macht das mit Bravour. Seine Musik ist mit Abstand das beste am Film, ein pfundiger, melodischer, saugut gemachter, wenn auch nicht speziell origineller Westernscore und eine der besseren Soundtrack Veröffentlichungen des letzten Jahres. Schade, dass der Film floppte und wir somit auf einen weiteren McNeely Score wieder einige Zeit warten müssen.





Christopher Nolan setzt seiner Serie an (mit kleineren Auf und Abs) aussergewöhnlichen Filmen fort mit INTERSTELLAR einen drauf. Das ausdrucksstarke Science Fiction Abenteuer mit Matthew McConaughey war für viele eines der Filmereignisse der letzten Zeit und wurde gar mit Werken wie 2001 verglichen. Ganz so weit würde ich nicht gehen wollen, auch wenn Interstellar ein gehaltvoller, geistreicher, zum Nach- und Mitdenken anregender und verdammt gut gemachter Streifen mit einer fantastischen Kameraarbeit des in der Schweiz geborenen Hoyte van Hyotema (Tinker Tailor Soldier Spy) ist. Referenzen zu Kubricks Meisterwerk sind freilich spür- und sichtbar. Die vielen positiven, sich manchmal fast überschlagenden Kritiken sind absolut nachvollziehbar, gerade bei einer jüngeren Generation dürfte der Film einen verständlich nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Und dann passiert sogar was ich fast nicht mehr für möglich gehalten hätte: ein Hans Zimmer Score, der mir nach Jahren endlich wieder fast durchweg positiv in Erinnerung bleibt. Nein, es ist nicht nur die vielbeschriebene Orgel, die Zimmer einsetzt, das ist ja an sich bei einem Science Fiction Film kein Novum (Mission to Mars von Morricone, Norths 2001), obwohl Zimmer die Verwendung dieser noch ehe jeglicher Kenntnisse um was es in dem Film gehen würde, vorbereitet haben soll. Der Mix aus Elektronik, hie und da mit einem Touch Vangelis versehen, die Einfachheit von Teilen der Komposition und die manchmal experimentell anmutenden Orchester und Choreinsätze, aber vor allem die Vermählung der Musik mit den Bildern, hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

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phb
, 19.4.2015

 


 
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