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DVD Rezensionen

 

EXODUS: GODS AND KINGS

R: Ridley Scott

D: Christian Bale, Joel Edgerton, Ben Kingsley, Sigourney Weaver u.a.

Musik: Alberto Iglesias, Harry Gregson-Williams,

Verleih: Fox

Die Geschichte der zehn Gebote ist sicherlich am prominentesten filmisch abgedeckt von Cecile B. DeMilles Monumentschinken mit Charlton Heston und Yul Brynner, The Ten Commandments. Dieser Fernsehdauerbrenner an Festtagen Ridley Scotts Film geht storymässig natürlich ähnliche Wege, die Vorgabe ist so oder so klar, allerdings ist sein Film weitaus weniger farbenprächtig und (im besten Sinne) schwülstig wie die DeMille Verfilmung von 1956.

Scott ist längst kein Unbekannter mehr in Sachen Historienfilmen:
Gladiator, Kingdom of Heaven und sogar eine Neuverfilmung von Robin Hood schlagen beim Briten zu Buche. Allerdings kam einspielsmässig keiner auch nur annähernd an das römische Epos heran, Exodus: Gods and Kings geriet gar ziemlich unter die Räder und wurde sogar von seinem Bibelkonkurrenten Noah (mit Scotts Lieblingsschauspieler der letzten Jahre, Russell Crowe, in der Hauptrolle des tierfreundlichen Flutkapitäns) übertrumpft. So oder so aber scheint es kein Bibelfilmrevival zu geben, dazu waren beide Filme zu teuer und zu wenig erfolgreich.

Christian Bale als Moses war bei der Vorankündigung nicht weniger erstaunlich als Crowes Rollenwahl des Noah. Bale macht seine Sache hier ganz ordentlich oder den Umständen entsprechend gut. Joel Edgerton (
The Thing, Zero Dark Thirty) als Ramses gerät deutlich mehr in die Schusslinie, seine Mimik ist „2015 transportiert ins Land der Pharaonen“, irgendwann 1200 v.Chr. und somit ziemlich daneben. Es fehlt einzig noch ein „Fuck you, Moses“. Ja, Edgerton ist schon ein Ärgernis. Bei all den Wellen, die aus dem roten Meer und wieder zurückschwappen, den CGI-Pyramiden und Streitwagen geraten allerdings auch Ben Kingsley und insbesondere Sigourney Weaver arg ins Schleudern.

Exodus: Gods and Kings ist anders als befürchtet kein totaler Reinfall, sicher aber auch kein Meisterwerk. So einiges sieht leider wieder allzu stark nach CGI aus und der Look des Films ist düster und dunkel, so wie es derzeit „in“ ist. Dankenswerterweise verzichtete Ridley Scott darauf ein arg religiöses Werk zu schaffen, der Streifen kommt eher wie eine kleine Geschichtslektion rüber (man beachte: es gibt und gab bisher keinerlei archäologisch belegbare Funde, die die Person Moses untermauern würden, von daher ist das Ganze sowieso in Relation zu sehen). Ein Vergleich mit dem Arche Film kann ich nicht machen, da mir bisher die Motivation fehlte Russell Crowe als Noah sehen zu mögen (und ich schätze diesen Schauspieler wirklich).

Die blu-ray enthält rund 17 Minuten deleted scenes, insbesondere einige Szenen mit Sigourney Weaver fielen der Schere zum Opfer, ein Bruchteil wenn man liest, dass einst eine 4 Stunden plus Version des Films existiert hat (schluck…).

Ein weiterer Komponist scheint das Ridley Scott Team inzwischen verlassen zu haben. Marc Streitenfelds letzte Arbeit mit Scott war
Prometheus, bei dem Teile seiner Musik mit Kompositionen von Harry Gregson-Williams ersetzt wurden. Bei Exodus: Gods and Kings setzt der Brite nun auf den einstigen Oscargewinner (The Kite Runner) Alberto Iglesias, der zwischen seiner Heimat und Hollywood hin- und her zu tingeln scheint. Keine einfache Aufgabe stand ihm mit diesem Film bevor, musste doch auch er erfahren, dass auch noch andere Komponisten zum Projekt hinzustossen würden: Harry Gregson-Williams erhält einen additional music Titel, der gebürtige Argentinier Federico Jusid steuerte Musik bei (beide sind auch auf der CD zu hören) und wir vernehmen da und dort sogar ein bisschen… Wagner.
Iglesias‘ Musik ist ein Amalgam aus ethnischen Elementen und donnerndem Bombast, es gibt aber auch einige wirklich hübsche Stellen, die sogar an die gute alte Miklos Rozsa Zeit gemahnen. Als Orchestrator fungierte übrigens Nicholas Dodd, der an vielen David Arnolds Scores aber auch an Musiken wie
Wrath of the Titans gearbeitet hat. Also alles was irgendwie gewaltig klingen soll. Interessant.

 
Bewertungen

Film:

Musik im Film
Extras:

 
phb
, 15.4.2015

 


 
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