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Start DVDs 2014: DVD/bluray komprimiert 17
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DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 17/2014

 

Mit Dawn of the Planet of the Apes *** (Fox) folgt das bereits zweite Sequel der Wiederauflage der Affenserie. Dieses Mal stehen die Affen noch stärker im Vordergrund, beherrschen sie doch nach dem Aufstand von vor (filmproduktiven) 3 Jahren den Planeten und haben die Menschheit so gut wie ausgerottet. Mit Matt Reeves steht ein Regisseur hinter dem Film, der uns 2008 mit dem monströs guten Cloverfield beglückte. Hier kriegt er es gleich mit einer ganzen Horde Affen, einem höchst mittelmässigen Drehbuch und ganz viel CGI zu tun. Kein leichtes Unterfangen, manchmal arg tränendrückerisch, manchmal arg gewollt und nie wirklich fesselnd. Besser als Patrick Doyle letztes Mal bei Rise of the Planet of the Apes macht es Michael Giacchino, der erstaunlich viel Raum für leisere Klänge findet, das kommt auch der CD schliesslich zu Gute und der Komponist zementiert seine Nr. 1 Stellung.



Eigentlich klingt es vielversprechend: Ein Zug in dem die letzten Überlebenden nach der selbstgemachten Klimakatastrophe (um der Erderwärmung vorzubeugen wurde mittels in die Atmosphäre gepufftes Chemiezeugs die Aussentemperatur auf tief unter Gefrierschrank gedreht und fast alles ausgelöscht, was lebte) die Erde umrunden. Immer und immer wieder. Doch in dieser Bahn, die sich nicht um Pünktlichkeit oder streikende Lokführer scherren muss, herrschen nicht schöne Fensteraussichten sondern ein knallhartes Regime. Hinten der Abschaum, vorne die Profiteure (Ähnlichkeiten zum wahren Leben sind rein zufälliger Natur). Es kommt zum Aufstand.
Vieles ist leider vorhersehbar und das Finale von Snowpiercer **1/2 (Ascot Elite) ist so lahm wie eine gefriergetrocknete Ente. So bleibt ein mit John Hurt, Chris Evans, Jamie Bell, Ed Harris und Tilda Swinton hochkarätig besetzter Film, nicht mehr. Marco Beltramis Musik hingegen kommt gut weg, eine manchmal anarchistischer Score, bei Filmrelease nur auf einem koreanischen Label zu kriegen, später bei Varèse aufgelegt.



L’extravagant voyage du jeune et prodigieux T.S. Spivet **** ist ein wundervoll kurliger, drohliger, oft märchenhafter und herrlich witziger Jean-Pierre Jeunet und vielleicht sein Feinster seit Le fabuleux destin d’Amélie Poulain (obwohl ich immer ein Fan seines stylischen Alien: Resurrection bleibe). T.S. ist ein hochbegabter Junge, der mit seiner Familie nahe der Wasserscheide Montanas lebt. Während er über dem perpetum mobile tüfftelft, schiesst der Zwillingsbruder mit seiner Winchester auf alles, was sich bewegt (mit tragischen Konsequenzen), die Schwester findet T.S. total langweilig, Mama geht ihrer Berufung, dem Sammeln und Spezifizieren von Insekten nach und Vater fühlt sich in seinem urchigen Fernsehzimmer am wohlsten. Wunderbar in Szene gesetzt und mit einem feinen trockenen Humor versehen, ein Filmereignis.
Der Location angepasst und also passend ist Denis Sanacores Musik ein Score in dem Country-Gitarren dominieren.



Weihnachten ist nicht mehr allzu fern, huch, und somit ist auch wieder Gremlins ****1/2 (Warner) Zeit. Joe Dantes Spielberg Produktion feiert sein 30 jähriges Jubiläum (Himmel...) und ist heute noch eines der gelungensten Abenteuer aus Spielbergs Amblin-Schmiede. Nachdem die Warnhinweise, nicht nach Mitternacht zu füttern und nie mit Wasser in Berührung kommen zu lassen, natürlich missachtet wurde, überfallen kleine grüne Monster eine weihnachtlich gestimmte, uramerikanische Kleinstadt. Dantes Film ist herrlich schräg auch wenn Spielbergs Händchen hie und da zu spüren (übrigens in einem kleinen Auftritt auch zu sehen) ist – was dem Film aber durchaus gut tut. Auch nach zwei Jahrzehnten gehört der Film zu meinem stetig wachsenden „alle Jahre wieder Repertoire“ und mit ihm Jerry Goldsmiths pfiffig-überdrehte Musik, die vor Jahren endlich, endlich und von FSM herausgebracht ihre definitive Veröffentlichung erfuhr (auch Goldsmith ist mit Cowboyhut in einer Szene auf der Erfindermesse zu sehen). Die bluray sieht optisch Klasse aus und ein neuer Dokuteil ist ebenfalls enthalten.



In Her ***1/2 (Ascot Elite) macht Theodore Twombly, der als Job Liebesbriefe, Danksagungen etc. schreibt, Bekanntschaft mit dem sprechenden OS seines Computers. Er verliebt sich nicht nur in die Stimme (Scarlett Johansson), vor allem in die Art der Konversation – Computerstimme war gestern, Samantha ist heute – hat es ihm angetan. iphone und Android User können von so was nur träumen...! Die Idee des Films an sich ist nicht neu, man kennt ähnliche Episoden aus Big Bang Theory.
Joaquin Phoenix spielt toll zurückhaltend und Frau Johansson als Stimme Samantha macht nicht weniger Spass, sie beide sind die grosse Attraktion in einem clever witzigen Film (Oscar für Originaldrehbuch). Über die Filmmusik denk ich noch nach. Arcadia Fire...

 
phb
, 29.11.2014

 


 
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