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DVD Rezensionen

A FISH CALLED WANDA

R: Charles Crichton

D: John Cleese, Jamie Lee Curtis, Kevin Kline, Michael Palin, Maria Aitken

Musik: John Du Prez

Verleih: MGM

 

Sprühendes Gesamtkunstwerk (hätte längst sein Computergame verdient), fähig, so manchen miesen Tag aufzumöbeln.
Vieles flippte / floppte Ende 80er, mehr oder weniger kalauernd, über allerhand Leinwände.
A Fish called Wanda stach heraus – die Story (John Cleese und Regisseur Charles Chrichton), natürlich ulkige Rollen (Palin’s Ken, Kline’s Otto) und eine wunderbar-krampflose Quirligkeit machten diese Pfiffigkeits-Schaukel zum Hit. Alles fließt, Gags zünden.

Es treffen sich „die übelsten Gangster Englands“, Wanda Gershwitz (sympathisch-durchtrieben: Jamie Lee Curtis), ihr Bruder (oder wer auch immer) Otto (Möchtegern-Intellektueller, CIA-Ausknipser: Kevin Kline), Ken (friedfertiger Tierliebhaber: Michael Palin) und Georges Thomason (was für ein Gesicht: Tom Georgeson), um einen Juwelenraub zu veranstalten.

Beim Einbruch geht die Post ab, Bilder und antreibender Sound (Score-CD: Track 4, „Robbery“) bringen die Szene voran – speziell zum Track-Einstieg. Im Verlauf verliert die Juwelenraub-Szene etwas Tempo, mehr Schnitte hätten gut getan. Musikalische Glückseligkeit beim Anblick der Juwelen, Otto spielt noch Wilhelm Tell – raus aus dem Laden. Am Steuer des Fluchtwagens drückt Wanda auf die Tube und steigt schon in die Eisen – beinahe gäbe es keine Zeugin, doch diese grässlich gestimmte Alte mit ihren drei Kläffern wird sich Georges’ Visage merken.

Der parade-englische Anwalt Archie Leach (zu gut für die Welt und zu lang unter heimischen Pantoffeln: John Cleese), gerät durch ein fingiert-romantisches Treffen mit US-Braut Wanda in turbulente Ereignisse, die ihn und Wanda’s verrückte Ganoven-Truppe immer wieder kollidieren lassen. Positiv dabei: Archies Ehe mit Wendy (Doppel-Zicke: Maria Aitken) rauscht das Klo runter. Archies neuer Mandant: der geschnappte Georges. Und es wird immer besser – dürfen sich die Zuschauer doch an „Archie Cleese’s“ legendärer Russisch-Strip-Performance erfreuen, kredenzt zum Schäferstündchen mit Wanda – nur am falschen Ort, zur falschen Zeit...

Die Tragik des guten Ken (als stotternder Attentäter, teils gefesselt, geknebelt, gedemütigt mit Pommes in seinen Nasenlöchern – der hat’s nicht leicht) zieht sich unterwegs durch den ganzen Spaß: Ken muss also die Juwelenraub-Zeugin, besagte üble Alte, stets mit drei Schoßhündchen (Countdown läuft!) pöbelnd-flanierend, den Bürgersteig als ihr Eigentum verteidigend, aus dem Weg räumen. Und dabei wird Ken als Freund aller Tiere immer „unglaubwürdiger“...

Ein Wort Richtung Otto – wie Kevin Kline (welch Kontrast zu seinem eher schweigsamen Paden aus
Silverado!) hier im Wanda-Zirkus aufspielt ist komödiantisch beispiellos. Ein neues Level für den Begriff „Supporting Actor“. Der Oscar also zu Recht vergeben an Kevin Kline.

Kameramann Alan Hume drehte schon überall: Ob
Return of the Jedi (Tatooine, Dagobah, Endor, selbst an Bord des Todessterns), 007 (1976, `81, `83, `85) oder Runaway Train (extrem frostig). Für Wanda musste es das Humorunwucht-freie London sein: steife Anwälte, schlitzohrige Amis, zart besaitete Killer und mittendrin La Curtis (kann jedes furchtbare Kleid tragen). Alan Humes Arbeit fügt sich mit Schmankerln ein, in das Treiben des drolligen Ensembles. Man könnte auch sagen: Jamie Lee Curtis’ „Bewerbungs-Video“ für True Lies.

Zum Soundtrack: Sportiv-rockig, auch gemächlich, „Wagner-included“ – weiter danach gab es diesen „Gemischtwaren-Touch“ kaum mehr zu hören. Die 80er sind Geschichte, doch
Wanda rockt bis heute. John Williams, der Gitarrenvirtuose (Namensvetter des Mannes aus Flushing), ist einfühlsam mitbeteiligt am Score von John Du Prez. Solo-Gitarre kriegt es hier mit ballernden Drums, wärmendem Keyboard, Bass-Action, Percussions und auf trumpfenden Klassik-Stürmen zu tun – warum nicht? Du Prez (Monty Python-erfahren) konnte sich munter austoben.

 
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Film:

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Extras:

 
ms
, 26.11.2014

 


 
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