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Start DVDs 2014: DVD/bluray komprimiert 16
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DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 16/2014

Mit der Verfilmung des gleichnamigen Comics The Walking Dead (****, Impuls) hat AMC TV einen veritablen Hit gelandet. Die Serie begeistert nun seit vier Staffeln selbst jene, die ansonsten mit Zombies und anderen Untoten weniger anfangen können. Inzwischen ist die von Frank Darabont und Gale Ann Hurd mitentwickelte vierte Staffel auch bei uns im TV zu sehen gewesen, in der Uncut Version ist sie gleichzeitig auf DVD und bluray erschienen. Nachdem Rick und seine Mitüberlebenden in einem einstigen Gefängnis Unterschlupf gefunden haben, scheint das Untote-am-Zaun killen zur Routine zu werden, während drinnen Tomaten, Bohnen und Schweine gezüchtet werden. Freilich, es wäre zu schön, würde es bei diesem „friedlichen“ Beisammensein bleiben.
16 Episoden umfasst Staffel Vier, knappe 40 Minuten dauert ein Teil. Viel Spannung, Dramatik und überraschende Wendungen sind auch hier garantiert, Fans werden ohne Zweifel voll auf ihre Kosten kommen. Sicher wird es beim hintereinander Schauen der Episoden das Krächzen und Stöhnen der Walkers leicht ermüdend, dafür hält die ganze Einheit an sich besser zusammen und ein richtig knackiger Cliffhanger zum Ende von Episode 16 ist so sicher wie ein Walkerbiss tödlich ist.
Bear McCreary wird auch für Season 4 als Komponist gelistet, leider ist bisher zu keiner der Staffeln eine CD mit seinem Score erschienen, dafür gibt es Songs zu Hauf auf den Scheiben, die auch in den Episoden ihre prominente Verwendung finden. Die Fangemeinde jedenfalls wartet seit längerem auf eine richtige Filmmusik-CD, die mit Sicherheit dereinst erscheinen wird.



August: Osage County (***1/2, Ascot Elite) von John Wells (The Company Men) ist ein happiges Stück Film. In Oklahoma versammelt sich eine Familie zum Abschied von Vater, Onkel, Bruder und Ehemann. Mutter Violet selber ist krebskrank und schiebt sich eine Pille nach der anderen rein. So kommt es beim Leichenschmaus zur unausweichlichen Auseinandersetzung.
Nach dem erfolgreichen Theaterstück von Tracy Letts (er schrieb auch das Drehbuch) spielen grossartig Chris Cooper und Margo Martindale, schön verhalten Ewan McGregor und Benedict Cumberbatch, beachtlich Julia Roberts und Meryl Streep und huch, es gibt Juliette Lewis (wir erinnern uns an Cape Fear, Kalifornia und Natural Born Killers) noch? Der Film ist prächtig in Szene gesetzt, fast spürt man die drückende Hitze, die das bedrückende Geschehen umgibt. Aber Vorsicht, der Film drückt aufs Gemüt und ist nichts für locker flockige Filmstunden. Musik von Oscarpreisträger Gustavo Santaolalla.



Grand Budapest Hotel (**, Fox) hat durchaus seine Anhänger, doch sollte man vorbereitet sein einen absolut schrägen Film mit ebenso schrägen Charakteren serviert zu bekommen, sonst bleibt einem Wes Andersons Werk wie eine Fischgräte im Hals stecken und man ringt spätestens nach einer Stunde nach Luft. Ralph Fiennes spielt einen allseits be- und geliebten Concierge eines grossen Luxushotels, der von einem Dauergast ein wertvolles Gemälde vermacht bekommt. Auf dieses ist die halbe Familie der Verstorbenen scharf und der Concierge sieht sich alsbald in einen Haufen Probleme verstrickt.
Merkwürdiger Film. Völlig unvorbereitet die Scheibe in den Player geschoben, wird man hier doch arg überfordert und so manch überdreht aneinander gereihter Gag nervt je länger der Film dauert, da hält auch Alexandre Desplats charmante Musik (Originalmusik und source music gehen erstaunlich nahtlos ineinander über) kaum am Flachbildschirm. Will man einen wirklich witzigen Wes Anderson Film sehen, sei The Darjeeling Limited empfohlen.



20 Feet from Stardom (**, Impuls) hätte eine spannende Musikdoku werden können. Hätte. Der mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm bleibt aber erstaunlich oberflächlich und lässt nur selten einen Blick in ein bein- und steinhartes Musikbusiness zu, genau das was tatsächlich interessant gewesen wäre. Dafür dürfen die Background-Stars von früher (und auch einzelne aus dem Jetzt) alleine oder gemeinsam ins Mikrofon trällern.



Boardwalk Empire geht ebenfalls in die vierte Saison. Manchmal ist man sich, nach den langen Pausen zwischen den einzelnen Staffeln nicht mehr so sicher, wer denn schon abgemurkst oder irgendwo verscharrt wurde. In Season 4 spitzt sich der Kampf um die Vorherrschaft in Sachen illegalem Alkohol von Long Island bis Florida zu. Nucky lebt alleine und hat sich vom Krieg mit Gyp Rosetti erholt, doch schon mischt sich mit Narcisse ein neuer Eindringling in das Geschehen. Die Serie hält auch hier was sie seit drei Staffeln verspricht, sie ist einfach verflixt gut gespielt und hält hübsche Cliffhanger von Episode zu Episode bereit. Stets gute Unterhaltung mit dem Qualitätssiegel HBO.



Season Nr. 1 hat The Americans hinter sich, Nummer zwei lief drüben bereits. Russische Agenten haben sich in den USA der Reagan-Ära eingenistet, sogenannte Sleeper Agents, die augenscheinlich ein ganz normales Familienleben darstellen. Elizabeth und Philip Jennings sind ein solches Paar, zwei Kinder, bestens integriert. Doch die Aufträge werden immer gefährlicher und der neue Nachbar von gegenüber entpuppt sich als Agent für Spionageaufdeckung beim FBI. Zufall? Die 13teilige Staffel 1, geschrieben und kreiert von Joseph Weisberg (Falling Skies) fängt gut an und weiss durch eine Mischung aus Agententhriller und Familienproblemen zu gefallen. Margo Martindale in der Rolle der „mütterlichen“ Auftraggeberin fällt neben den beiden guten Haupdarstellern Keri Russell, Matthew Rhys, speziell auf, aber auch Richard Thomas, ex-John Boy aus The Waltons bekommt seine verdiente Screenzeit. Ganz halten was der Beginn verspricht, kann The Americans allerdings nicht.

 
phb
, 7.11.2014

 


 
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