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DVD Rezensionen

 

THE WOLF OF WALL STREET

R: Martin Scorsese

D: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Rob Reiner u.a.

Musik: diverse

Verleih: Universal

 

Jordan Belfort, in seiner Schulzeit erfolgreicher Eisverkäufer an den Stränden New Yorks, hat ein grosses Ziel: Er will an die Wall Street. Doch der Crash Ende der 80er beendete seine kurze Laufbahn an der grossen New Yorker Börse noch ehe sie so richtig begonnen hatte. In New Jersey findet er eine Anstellung als Penny Stockbroker und vertickert Kleinanteile im Cents Bereich an denen er 50% Gewinn hat und zu guter Letzt seine Kunden bescheisst. Kleinvieh macht eben auch Mist. Er macht das so erfolgreich, dass dicke Autos und Verwöhnerlis für seine Angebetete, die er später sitzen lässt, zur Normalität werden. Schliesslich macht er sich selbständig und erfährt mit seiner Firma Stratton Oakmont, die vom Garagenunternehmen zu einem 1000 Mann und Frau Bürokomplex wird, Riesenerfolge, schwebt auf Wolke Sieben des grossen 90er Booms und weiss mit seinen Brokerkollegen bestens, wie man Geld verprasst: Sex, Drugs… Sex und noch mehr Drugs. Dass das FBI seinen unlauteren Tätigkeiten längst auf der Spur ist, interessiert ihn dabei nur gering, schliesslich ist ein jeder für Geld zu kaufen.


Nach dem Roman von Jordan Belfort verfilmte Martin Scorsese seinen bisher wohl bitterbösesten, schwarzhumorigsten Film und zeichnet ein Bild des Grauens der verschwenderischen 90er Boomjahre. Manchmal ist es kaum zu glauben, dass sich manches so zugetragen hat wie Scorsese es hier erzählt, umso erstaunter bleibt man zurück nach ein wenig im Netz rumgoogeln und einem klar wird, nein, hier waren nicht die Monty Pythons oder ein besonders origineller Drehbuchschreiber am Werk. Die Geschichte mit Belforts Yacht, die tatsächlich vor Sardinien sank weil er trotz Sturm nach Monaco schippern wollte um seine 25Mio. $ auf einem Schweizer Konto zu retten, seine selbstverliebten Motivationsauftritte vor seinen Angestellten, seine Drogenabhängikeit und die fast unrealen Tätigkeiten während er high war, die ihn schliesslich in den Knast bringen.

In seiner bereits fünften Zusammenarbeit mit Martin Scorsese läuft Leonardo DiCaprio erneut zur Hochform auf. Umso aussergewöhnlicher wenn man bedenkt, dass der ganz grosse Teil auf Improvisationen beruht (man sehe sich nur die grandiose Szene mit Matthew McConaughey im Restaurant an!). Grandios, hilarious, wie der Ami sagen würde, einfach ein Vergnügen DiCaprio und seinen Co-Stars (ja, er spielt hier alles an die Wand), allen voran Jonah Hill (Moneyball) oder Rob Reiner als herrlich cholerischem „Sicherheitsbeauftragter“, zu zusehen.

The Wolf of Wall Street ist Realsatire at its very best, der Wall Street unserer Zeit, 100% Verrücktheitsgrad gen oben geschraubt – und doch, so unglaublich es erscheint, nah am Lifestyle der selbst ernannten unverwundbaren Broker und Geld Hin- und Herschieber von damals - und vielleicht auch wieder heute.



Nach dem hübschen
Hugo bleibt hier – und nicht zum ersten Mal bei Scorsese - für den Filmmusikfan in The Wolf of Wall Street wenig haften. Nicht unpassend verwendet er Songs, die meist aus der Zeit stammen in der der Film spielt oder eng mit Belfort verknüpft sind. Nur vereinzelt und kurz und knapp, zB. bei Werbespots für Stratton Oakmont, waltete Theodore Shapiro als Komponist. Wie erwähnt, Scorseses Songauswahl hat im Film durchaus etwas für sich, abseits, es gibt CD und Download, ist es wohl nur etwas für ganz hartgesottene Fans des Films.

 
Bewertungen

Film:

1/2
Musik im Film
-
Extras:

 
phb
, 8.7.2014

 


 
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