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DVD Rezensionen

NEBRASKA

R: Alexander Payne

D: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb u.a.

Musik: Mark Orton

Verleih: Ascot Elite

 

Woody Grant (Bruce Dern) ist zu Fuss unterwegs nach Nebraska um sich den 1 Mio. Dollar Gewinn abzuholen, der ihm brieflich zugesagt wurde. Dieses „Bestätigungsschreiben“ hütet er wie seinen Augapfel. Sohn David (Will Forte), desillusionierter Verkäufer in der Unterhaltungselektronik, von seiner Fast-Ehefrau gerade erst getrennt, versucht ihm klar zu machen, dass es sich dabei nur um eine Bestellung für Zeitschriftenabonnements handelt und keiner auch nur einen Cent gewinnt. Doch der demente Woody besteht darauf seine Million zu holen, schliesslich will er sich einen neuen Truck und einen Kompressor kaufen, den er vor 40 Jahren einem Kollegen geliehen hat. So packt David seinen Pa schliesslich in den Subaru und fährt los Richtung Nebraska. Unterwegs machen sie einen Stopp in der alten, heruntergekommenen Heimatstadt von Woody um dessen Verwandtschaft zu besuchen. Die reibt sich natürlich sofort die Hände ob einer möglichen Gewinnbeteiligung.

Ein weiteres kleines Filmjuwel von Alexander Payne, der uns zuvor mit feinen Filmen wie The Descendants, About Schmidt und Sideways beglückte, gedreht in stimmungsvollem Schwarzweiss, geben Payne und Kameramann Phedon Papamichael Landschaft und kuriosen Gestalten ausreichend Platz. Wie Woody und David ist auch der Film gemütlich und ohne jede Hetze, Payne lässt sich alle Zeit Woody durchs Bild humpeln, Weitwinkel-Szenerien vorüberziehen zu lassen und die Schärfe zu ziehen.

Bruce Dern gibt den alten Biertrinker Woody umwerfend während Will Fortes David resigniert und wenig freudig Dads „Traum“ folgt. Nebst Woodys ständig nörgelnden Frau (wie Dern ebenfalls für den Oscar nominiert: June Squibb), lernen wir dessen Brüder, Schwägerinnen und Neffen kennen, jeder vom gelangweilten amerikanischen Kleinstadtmief längst desillusioniert. Und so strotzt Nebraska von kuriosen Charakteren, die, man hat das Gefühl, so doch eigentlich nur in einem Film aber dem Zuseher irgendwie doch beklemmend bekannt vorkommen – manchmal feiner, manchmal deutlicher skizziert, nie aber aufs Auge gedrückt.

Vervollständigt wird das Road Movie mit einer feinen Musik von Mark Orton (The Good Girl, Dryland), gut eingepasst ins Szenarium, vorgetragen von einer kleiner Besetzung (Gitarre, Mundtrommel, Solovioline etc.) von einem hübschen, nicht aufgetragen wirkenden Thema und gelungenen Arrangements umgeben. Durchaus, zumindest im Film wirkt es so, ein filmmusikalisches und sehr passendes Kleinod. Ein übersichtlicher Auszug des Scores ist bei Milan Records erschienen.

 
Bewertungen

Film:

1/2
Musik im Film
Extras:

 
phb
, 20.5.2014

 


 
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