Die unabhängige Filmmusikseite!

Start DVDs 2014: DVD/bluray komprimiert 13
Print
DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 13/2014

Der Film dieser Rundschau ist zweifelsohne Inside Llewyn Davis***** (Ascot/bluray), den ich im Kino leider verpasst habe und es jetzt fast bereue; gut geht es inzwischen nach der Kinoauswertung nur wenige Wochen bis die Filme auf DVD/bluray erscheinen.

Ein wirklich toller, manchmal bitterböser, schwarzhumoriger Coen mit einer fabelhaften Besetzung. Llewyn Davis ist ein abgebrannter Folksänger, der im 60er Greenwich Village New Yorks lebt und seine Freunde täglich beschwatzen muss um eine Bleibe für die Nacht zu finden. Seine neue Platte ist ein Flop, sein Manager liebt es auf Beerdigungen zu gehen und seine Bekanntschaften sind durchwegs skurrile Typen. Ob eine Fahrt mit zwei schrägen Typen nach Chicago den erhofften Karriereaufschwung bringt? Es ist bei Llewyns Glück kaum zu vermuten.
Oscar Isaac spielt Llewyn Davis ist umwerfend depressiv und herrlich unbeteiligt, die Nebenrollen sind mit John Goodman (ein Knaller), Garret Hedlund, Carey Mulligan, F. Murray Abraham und ja, sogar Justin Timberlake, fein besetzt. Der Film macht unheimlich Spass und einige der Dialoge und „Gags“ könnten nicht typischer für die Coen Brüder sein. Musikalisch, klar, geht es hier nur um Folk und die Songs sind wichtiger Bestandteil des Films.
Inside Llewyn Davis ein weiterer Stern in der Reihe der Coen Filme! Unbedingt sehen.



Upside Down ** (Ascot/DVD) ist ein ambitioniertes Projekt über ein Liebespaar, das durch zwei Welten getrennt ist. Oben – dies ist wortwörtlich zu verstehen - Eden (Kirsten Dunst), die in der wohlbehüteten, reichen Gesellschaft lebt, unten Adam (Jim Sturgess), der in der grauen, kühlen, lebensunfreundlichen „Arbeiterklasse“ aufwächst. Beiden Gesellschaften ist es verboten in die andere Welt überzugehen, ganz abgesehen davon, dass es rein physikalisch nicht möglich ist. Optisch als auch inhaltlich ist der Film durchaus ambitioniert, doch mehr als Ambition ist nicht. Visuell sind trotz der Absicht von Regisseur Juan Solanas möglichst viel in „Echt“ zu drehen eine Vielzahl an Effektshots notwendig, manchmal ist das Ganze so verschnörkelt, dass man gar nicht mehr weiss wo oben und unten ist...! Dann wiederum ist der Stoff (eine Mischung aus Brazil, The Dark City, Blade Runner und Romeo & Julia) so einfach er eigentlich wäre, allzu kompliziert umgesetzt. Und zum Schluss ein zuckersüsses, unpassendes Ende. Der Score stammt von dem mir unbekannten Benoît Charest, der sich die Tonspur mit einigen Songs und source music teilen muss.



Fast komplett am Publikum vorbei gegangen ist Ridley Scotts letzter Film
The Counselor **1/2 (Fox/bluray). Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem und Brad Pitt geben sich ein Stelldichein in diesem oft konfusen Werk über einen finanziell klammen Anwalt, der seine Hoffnungen in einen grossangelegten Drogenschmuggel, der von Mexiko über die amerikanische Grenze führt, steckt und sich schliesslich in einem Dschungel an Gewalt, Verrat und Hoffnungslosigkeit wiederfindet. Ausser der feurigen Cruz gibt es in The Counselor eigentlich nur finstere Gestalten, eine jede und ein jeder hat Dreck am Stecken. Daneben setzt Scott auf für ihn ungewöhnlich viel Sex, sei es in Dialogen oder ganz profan und recht uninspiriert in Szene gesetzt (die Szene mit Diaz auf der Fronscheibe ist komplett lächerlich). Das Highlight des Films ist vielleicht Javier Bardem mit Stehauffrisur. An sich wäre das Drehbuch so schlecht nicht, aber gerade der Beginn ist gehörig zusammenhangslos und Dialog überladen. Scott drückt danach gehörig aufs Tempo und nimmt sich wenig Zeit, seine weiteren Charaktere einzuführen. Wenn das alles dennoch durchaus seinen Reiz hat, so bleibt das Gefühl, dass man sich eigentlich um keinen der Charaktere, auch nicht um jenen Fassbenders, schert.
Nicht Scotts letzter Musikpartner Marc Streitenfeld (seit 2006 regelmässig als Komponist), schrieb den Score, sondern der eher unbekannte Daniel Pemberton (The Awakening), der hier auf mexikanisch hippe Klänge setzt. Eine CD ist bei Milan Music erschienen.



Looper**** (Ascot/bluray) spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der Zeitreisen möglich sind und der alles regierende Mob Unliebsame in die Vergangenheit transportieren lässt, wo ein Killer auf den Zeitreisenden wartet um ihn sogleich aus der Welt zu schaffen. Eines Tages bemerkt Joe (Joseph Gordon-Levitt), dass nun wohl er an der Reihe ist, er, der ein sogenannter Looper ist und dem Mob die Drecksarbeit abnimmt. „Closing the loop“ heisst das in der Mobsprache, wenn ein Looper nicht mehr gebraucht wird... Rian Johnson (Brick) hat mit Looper einen spannenden und intelligenten SciFi Thriller inszeniert, der mit einem für heutige Zeiten kleinen 30 Mio. $ Budget produziert wurde. Gutes Tempo, verzwickt gute Story und ebenso gute Darsteller (Bruce Willis!).
Nathan Johnsons Score ist voll an perkussiven Elementen abseits jeglicher „Traditionen“, sei es elektronisch oder auf fast allerlei Material trommelnd, das er finden konnte.



The
Secret Life of Walter Mitty*** (Fox/DVD) ist voller hübscher Ideen, alle nicht neu, aber durchaus knuffig. Walter ist ein Tagträumer. Kommt er in Situationen, die er nicht beherrscht, schwebt er in einen Moment der Fantasie, wo er sein Gegenüber, egal ob angebetete Frau oder fieser Jungboss, so behandelt, wie man es sich im Traum gerne ausmalen würde. Doch Walter ist zu gehemmt, als dass er seine Fantasien umsetzen könnte, bis er sich entschliesst ein Ziel vor seinen Augen ohne Wenn und Aber zu verfolgen.
Ben Stiller spielt und führt Regie bei diesem netten und harmlosen Remake des Danny Kaye Klassikers von 1947. Etwas mehr Witz wäre angebracht gewesen, dazu vielleicht ein besserer Cast? Für die Musik war Theordore Shapiro besorgt, der mit einem gelungenen Hauptthema und einer spürbaren Entwicklung in der Komposition spielt, ganz dem Protagonsiten angepasst. Gelungen!

 
phb
, 4.4.2014

 


 
Template by Ahadesign Powered by Joomla!