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Start DVDs 2014: DVD/bluray komprimiert 11
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DVD Rezensionen

 

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 11/2014



U-Boot Filme, eines meiner liebsten „Sub“genres, gibt es nicht allzu viele und nur wenige sind wirklich meisterhaft gemacht wie etwa Das Boot (natürlich im langen Kleid), The Enemy Below oder Crimson Tide. Phantom ** (Fox/DVD) zählt... zu den weniger gelungenen. Die fiktionale Story um das russische U-Boot K-129, das 1968 unter bis heute mysteriösen Umständen verunglückte (und später von den Amerikanern aus 5000m Tiefe teilweise geborgen wurde), hätte eine wirklich gute Geschichte als Grundlage, die Umsetzung ist aber lieblos, klischeehaft und nur mässig gut gespielt, trotz an sich guter Besetzung mit Ed Harris und David Duchovny. Jeff Rona, der vor 18 Jahren musikalisch die Verfilmung eines Todd Robinson Drehbuchs bearbeitete, White Squall (Regie Ridley Scott), schrieb einen atmosphärischen, teils elegischen und meist elektronischen Score für Phantom. Eine CD ist bei Milan Records erschienen.



Portugal Mon Amour *** 1/2 (Fox/DVD) erzählt Augen zwinkernd von einer portugiesischen Familie, die seit Jahrzehnten in Frankreich lebt und arbeitet. Durch eine Erbschaft könnten sie nun in ihr Heimatland zurück und ein Anwesen mit Weinbau bewohnen. Doch sie zögern – auch ihre französischen amis möchten sie lieber, allerdings aus egoistischen Gründen, behalten. Eine hübsche, kleine, eher unschuldige Komödie mit Joaquim de Almeida, dem Bösewicht aus Clear and Present Danger. In Frankreich war Portugal mon amour ein Hit, hier lief Ruben Alves' Film eher unter dem Radar durch. Höhepunkt sind die wunderbaren Bilder am Douro zum Ende des Films.



Die Verfilmung des Charlotte Roche Bestsellers Feuchtgebiete **1/2 (Impuls/DVD) hatte vor ihrem Start für einiges Aufsehen gesorgt, in der Schweiz nicht zuletzt weil die Hauptrolle einer Schweizerin, Carla Juri, zugesprochen wurde. Sie ist ohne Zweifel das Highlight dieses doch eher enttäuschenden, manchmal unerträglich langfädigen Streifens, bei dem auch die Macher nicht die richtige Mischung aus zu tiefst schwarzem Humor, Satire und Sexkomödie zu finden scheinen – und die Frage ob man einen ausführlichen Bericht über ein Hämorrhoidenleiden sehen will, lasse ich einfach mal offen.



Welch eine kuriose Mischung: Ein Policedepartment für Cops, die im Dienst umkommen und die Lebenden vor bösen Ungeheuern schützen sollen. R.I.P.D. ** (Universal/DVD), eine Kreuzung zwischen Men in Black, Constantine und Buddy-Cop-Film. Kann das trotz bemerkenswertem Cast, angeführt von Jeff Bridges mit Ryan Reynolds und Kevin Bacon im Schlepptau, gut gehen? Okay, eigentlich spielt Reynolds die Hauptrolle, einen Unterschied macht das aber kaum. R.I.P.D. bleibt allzu zahm und zahnlos (FSK 12...), trotz etlicher Computerdämonen, buuuh. Christophe Becks Score ist bei Back Lot Music erschienen.



Rope ***** (Universal/bluray) oder bei uns besser bekannt als Ein Cocktail für eine Leiche, ist ein brillantes Schauerstück von Meister Hitchcock. Zwei junge, stinkreiche und verwöhnte Freunde bringen einen Bekannten kurz vor einer kleinen Party um, als perfektes Verbrechen geplant. Ihr ehemaliger Uni-Professor, geladener Gast, kommt ihnen nach und nach auf die Spur. James Stewart ist unvergleich in der Hauptrolle in Hitchcocks Werk, das mit nur einer Handvoll Schnitten, einer einzigen Location, wenigen, dafür umso eindrucksvolleren Protagonisten und einem sehr kurzen Score von David Buttolph auskommt. Die bluray ist für 1080p High Definition optimiert und enthält eine kleine Doku.
Meisterwerk – auch ohne highdef!



The Postman Always Rings Twice **** (Warner/bluray), 1981 eine Skandalverfilmung auf Grund einer einzigen Szene (ja, die uf dem Küchentisch!), ist getragen von der mysteriösen Chemie zwischen den grandiosen Jack Nicholson und Jessica Lange. Nicholson spielt den Tramper Frank Chambers, der in einem Landstrassencafé landet, das von Cora und ihrem um einiges älteren Mann geführt wird. Anstatt wie üblich weiter zu ziehen, nimmt er die angebotene Stelle als Tankwart an. Endlich scheint er ein ehrliches Leben zu führen, wäre da nicht Cora.
Bob Rafelsons Verfilmung des 30er Jahre James M. Cain Romans (Drehbuch David Mamet) ist nicht nur fantastisch gespielt, auch Sven Nykvists düster gestimmten Bilder tragen viel zur beklemmenden Atmosphäre bei. Nicht zu vergessen sei natürlich Michael Smalls wunderbare Musik, erschienen bei Intrada und hier rezensiert.

 

 
phb
, 19.2.2014

 


 
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