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Start DVDs 2013: DVD/bluray komprimiert 10
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DVD Rezensionen

 

 

 

DVD/bluray komprimiert 10/2013

 



Anfangen möchte ich mit der herausragenden Scheibe dieses „komprimiert“s: Top of the Lake (***** / Impuls / bluray) von Jane Campion (The Piano). Diese Mini-Series ist alles, was man im heutigen Fernsehgeschehen allzu oft vermisst: Komplex, anders, bedrückend, clever und sackstark gespielt. Die je knapp 55 Minuten langen sechs Teile, die einen Emmy für die Kamerführung erhielten, erzählen von Detective Robin Griffin, die in ihren Heimatort in Neuseeland zurückkehrt um ihre an Krebs erkrankte Mutter in ihren letzten Wochen zu begleiten. Doch sie wird nicht nur mit dieser schwierigen Situation konfrontiert, auch ihre Vergangenheit holt sie wieder ein und sie muss den Fall der 12 jährigen, schwangeren Tui Mitcham aufklären, die verschwunden ist.
Top of the Lake ist einerseits verstörend, am Rande mal schwarzhumorig, oftmals düster melancholisch und pessimistisch. Jane Campion, die hier als Autorin und Produzentin als auch als Regisseurin bei einigen Episoden amtet, hat ein richtiges Fernsehjuwel geschaffen, das einerseits packt und andererseits tiefste Bedrücktheit auslöst.
Ganz toll spielen Elisabeth Moss (Darling Companion, West Wing) als Robin Griffin und David Wenham als ihr Vorgesetzter, den man als Faramir aus den Teilen 2 und 3 von Lord of the Rings bestens kennt. Peter Mullan (War Horse, Trainspotting) und Holly Hunter (The Piano) ergänzen einen exzellenten Cast.
Für die stille, zurückhaltende und oft von wenigen Klängen geprägte Musik, sorgt Mark Bradshaw, der u.a. Campions Bright Star vertonte. Eine CD, die nebst Bradshaws' Score auch einige Songs enthält, ist nur als Download bei itunes oder amazon.de erhältlich.



The Wolverine (*** / Fox / bluray) ist das zweite Soloabenteuer des unsterblichen, von Hugh Jackman verkörperten Superhelden. Er ist ein Supie mit Ecken und Kanten - nahezu wortwörtlich – den es hier nach Japan verschlägt, wo er in eine Familienfehde reingezogen wird, sich verliebt und gegen wie immer fast überlegene Feinde antreten muss. James Mangold ist trotz einer bisher recht kurzen Filmografie schon so etwas wie ein Routinier. Mit Abstand der beste Film, den er bisher inszenierte ist der geniale Copkrimi Cop Land. Eher routiniert ist da The Wolverine ausgefallen und auf Grund der FSK 12 Limite ein recht zahmes Wässerchen. Anstatt den düsteren Helden auch wirklich mal ganz düster darzustellen, ist The Wolverine, zumindestens als Kinoversion, wieder ein fast „Kind gerechtes“ Comic Abenteuer. Studiopolitik eben. Wer nicht warten mag: In den USA ist ein extended Director's Cut erschienen, unrated! Merry Christmas Wolverine!
Besser zu gefallen weiss Marco Beltramis Musik mit ihren japanischen Klängen und der handfesten Action. Hübsche Beigabe der bluray: das alternative Ende!



Arnold Schwarzenegger dreht nach seiner Zeit als Kaliforniens Governor wieder Filme. Wen das nicht abschreckt, der findet an dem völlig sinnfreien Actioner The Last Stand (*** 1/2 / Impuls / bluray) ganz bestimmt gefallen, so er sich denn ein wenig in die 80er Jahre Actionzeit versetzen lassen mag. Sheriff Owens hat sich in ein grenznahes Wüstenkaff abgesetzt um dem ganzen Grossstadt Verbrechergesockse zu entfliehen. Leider ist ausgerechnet in seinem Zuständigkeitsbereich ein Gefangenentransport überfallen worden. Und wer anderes als Owens soll nun zum Rechten sehen? Arnie spielt ungewohnt Augen zwinkernd seine Rolle als alternder Sheriff der in „I'm too old for this shit“ Mentalität quasi aus dem Vorruhestand geholt wird. Lustig.
Mowg ist ein aus Südkorea stammender Komponist, Bassist, Schlagzeuger für den The Last Stand der Einstand in Hollywood war – und nicht mal so ein schlechter. Bisschen 80er Feeling ist auch hier vorhanden, neu getrimmt. Einige Zeit nachdem The Last Stand gefloppt war gab es die Musik schliesslich als itunes Download und als Amazon CD-R.



Erschreckend schnell vergessen geht Danny Boyles letzter Film, Trance (** / Fox / DVD). James McAvoy spielt den Auktionator Simon, der bei einem Raubüberfall die geplante Beute selbst einsackt, sich aber nach einem Schlag auf das edle Haupt nicht mehr an die Geschehnisse erinnern kann. Mit Hilfe einer Hypnotherapeutin will die Bande dem wertvollen Gemälde nun auf die Spur kommen. McAvoy und Vincent Cassel geben ihr bestes um einem mässig spannenden mind-fuck, ja so heissen die heute, ein wenig Gehalt zu geben. Beide sind denn auch das beste an Danny Boyles Film, der bös Schiffbruch erlitt. Musik: Rick Smith, mit welchem Boyle an der imposanten Eröffnungsfeier für London 2012 zusammen gespannt hat.



Nicolas Cage hat bestimmt nicht seine profitabelste Phase. Selbst mit sicher geglaubten Flicks wie Ghost Rider: Spirit of Vengeance kommt ein Cage-Film nur mühsam in die Schwarzen. Filme wie Trespass (R: Joel Schumacher), Seeking Justice oder Stolen verschwanden in der Obskurität von DVD und bluray Regalen. Auch nur bis dorthin hat es Frozen Ground (*** 1/2 / Impuls / DVD) geschafft, in dem Cage einen State Trooper spielt, der einem Serienmörder nachstellt. Letzterer wird von John Cusack ganz gut wiedergegeben. Auch Cage spielt nicht schlecht, wenn man sich auch fragen darf, wie oft er wohl bei den filmischen Missgriffen in den letzten Jahren seinen Agenten schon gewechselt hat? Frozen Ground ist kein schlechter Thriller, allerdings auch alles andere als ein umwerfendes Werk. Die Musik stammt von Lorne Balfe, der sich bisher als Komponist zusätzlicher Musik bei Filmen wie Sherlock Holmes, The Dark Knight Rises und Inception verdingt hat.



Auch die dritte Staffel von Walking Dead (**** / Fox / DVD) hat es in sich. Überraschende Wendungen, spezielle, neue Charaktere und wieder viele, viele Untote – natürlich! Die Gruppe findet in einem ehemaligen Gefängnis Unterschlupf und fühlt sich dort so sicher wie schon lange nicht mehr. Wo niemand rauskommt, kommt auch niemand rein. Wäre da nur nicht der Governor, Anführer einer Hundertschaft, die es sich in einer nahegelegenen Stadt gut gehen lässt und in Frieden leben könnte, eigentlich. Die Box mit 4 DVDs zeigt die ungeschnittene Fassung – und es blutet und spritzt denn auch ganz schön während den 662 Minuten von Staffel 3. Auch wenn man nicht der Zombie Fan ist, so bietet diese Serie mehr Tiefgang, mehr Schauspiel und mehr Drama als ein Grossteil, der aktuell im Fernsehen gezeigten Medizin-, CSI- und so manch anderen Episodendingern. Brear McCreary darf auch in Staffel 3 musikalisch ran, leider ist auch dazu bisher keine Album erschienen.

 
phb
, 22.12.2013

 
 


 
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