Die unabhängige Filmmusikseite!

Start DVDs 2013: DVD/bluray komprimiert 07
Print
DVD Rezensionen

 

 

 

DVDs/bluray komprimiert 07/2013



Der Admiral (Admiral Yamamoto, Ascot Elite, blu-ray)**** erzählt vom in Japan hoch verehrten Isoroku Yamamoto, der bis zu seinem Tod im April 1943 die japanische Flotte und somit u.a. auch den verheerenden Angriff auf Pearl Harbor befehligte. Der Film zeigt, wie es Hollywood-Produktionen zumeist umgekehrt tuen, die Sicht der Japaner und zeichnet ein interessantes Bild der politischen und militärischen Lage aus dem Blickwinkel Yamamotos und eines Zeitungsreporters. Übermässiges Pathos à la Pearl Harbor (2001) oder Yamato (2005) ist zum Glück nicht zu sehen, auch wenn die Hochachtung gegenüber Yamamotos stets zu spüren ist. Tricktechnisch ist der Film nicht immer auf der absoluten Höhe, da es sich hier aber eher um ein Teilporträt als um einen reinen Kriegsfilm handelt, ist das durchaus verzeihbar. Die Musik, mit einem emotionalen Hauptthema, von Tarô Iwashiro ist sehr gefühlvoll und zurückhaltend eingesetzt, sie ist in unseren Breitengraden auf CD bei Tarantula Records erhältlich.



Andrzej Wajdas Danton (Impuls/Concorde, DVD) *** 1/2 zeichnet die Episode im von vielen Problemen durchgerüttelten Frankreich kurz nach der französischen Revolution, in dem Robespierre die Fäden zieht und Dantons Rückkehr nach Paris fürchtet. Mit 130 Minuten ist Danton beinahe zu kurz geraten um all die Tumulte zu umschreiben, die die Ankunft des ehemaligen Justizministers in der Hauptstadt 1794 auslöste. Schliesslich wurde er vor das Revolutionstribunal gestellt, das er 1793 selber schuf. Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.
Interessant wie Wajda seine Darsteller aufteilte: Polnische Schauspieler für die Gegner Dantons, französische Schauspieler für die Danton-Gruppierung, hier sei natürlich Gérard Depardieu genannt, der die Titelrolle spielt.
Jean Prodromidès' Musik, geschreiben für Orchester und grossem Chor ist kompromislos, sehr düster, atonal und gibt das Grauen jener blutigen, brutalen Zeit brilliant wieder! Bei amazon ist der Score als Download verfügbar, ansonsten als Second hand CD hier und dort.



End of Watch (Universal, DVD) * 1/2 von Fast and the Furious Schreiber David Ayer versucht den Copalltag in L.A. aus der subjektiven Perspektive zweier Polizisten zu beschreiben. Der Versuch misslingt allerdings auf der ganzen Linie. Die mal ich- mal nicht-ich-Ansicht mit ihren inzwischen verbraucht langweilig gewordenen Wackelbildern und die wirklich idiotischen Dialoge, aber auch die nervige, völlig überspitzte Darstellung von Jake Gyllenhaal lassen End of Watch beliebig und amateurhaft erscheinen. Ach ja, und natürlich haben die Darsteller während MONATEN echte Cops im Alltag begleitet, wie in den Extras zu vernehmen ist. Gähn.



Eigentlich hätte Zero Dark Thirty die erfolglose Jagd nach Osama Bin Laden, mit allen Mitteln, erzählen sollen. Doch die Ereignisse im Frühjahr 2011, als Bin Laden entdeckt und schliesslich getötet wurde, führten dazu, dass das Drehbuch angepasst und umgeschrieben werden musste. Zero Dark Thirty wurde insbesondere in Europa für seine Folterszenen heftig kritisiert. Umgekehrt, hätte man diese weggelassen, so wäre dem Film dies wiederum angeslastet worden. Schwieriges Thema. Wie auch immer man zu solchen Szenen steht, der Film ist atemberaubend spannend gemacht, mit einer überzeugenden Jessica Chastain in der Hauptrolle als CIA-Agentin. Musik: Alexandre Desplat, erhältlich als Amazon-CDR.



Die 70er waren das Jahrzehnt des Katastrophenfilms. Airport, Towering Inferno... oder eben Earthquake (Universal, Bluray) ** 1/2. Dem Charme dieser Filme kann man sich eigentlich kaum entziehen, auch und zumeist weil sie mit einer grossen Starbesetzung (auch um damit vom ein oder anderen Storyloch abzulenken) daherkommen und so wundervoll seichte Einführungsstorys zeigen. Earthquake war Universals Antwort auf den im selben Jahr entstandenen Towering Inferno von Konkurrent 20th Century Fox. Der Film kostete knapp die Hälfte, spielte aber auch nicht ganz so viel wie das Neman/McQueen Spektakel. Earthquake wurde übrigens im Universal Studios Park mit der einstürzenden U-Bahnstation ein Denkmal gesetzt. Im Film von Mark Robson geben sich Charlton Heston, Ava Gardner, George Kennedy, Walther Matthau, Geneviève Bujold und Richard Roundtree ein Stelldichein. Die Musik stammt wie beim Widersacher von John Williams. Ob es hiervon auch mal eine so schöne Edition wie zu Towering Inferno geben wird (die alte Scheibe stammt immerhin aus dem Jahr 1990)?


 phb, 3.6.2013

 
 


 
Template by Ahadesign Powered by Joomla!