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Nicht weniger als drei herbe Verluste musste die Filmbranche an den diesjährigen Festtagen hinnehmen, denn am 24. Dezember starben nicht nur die Schauspieler-Veteranen Charles Durning und Jack Klugman, sondern mit Richard Rodney Bennett auch einer der renommiertesten Komponisten Englands.


 

Am 29. März 1936 in Kent in eine musikalische Familie hineingeboren (seine Mutter war Musikerin und studierte bei Gustav Holst), begann Bennett in den 1950er-Jahren während seines Studiums an der Royal Academy of Music in London zu komponieren und wandte sich bald dem Gebiet der Neuen Musik zu. Stationen seiner Laufbahn waren Darmstadt und Paris, wo er mit Pierre Boulez zusammenarbeitete.

Als äusserst produktiver Musiker war Bennett an vielen Fronten anzutreffen, sei es als Komponist von Orchesterwerken, Quartetten, Instrumentalkonzerten, Sinfonien, Opern, Balletten, Liedern, Madigrale und Jazz, als Intrepret von Klavierkonzerten, klassischen Rezitals und populärer Repertoirestücken von Gershwin, Kern, Berlin usw., als Begleiter von Jazz- und Chansonsängern oder auch als versierter Referent über die Aspekte von U- und E-Musik sowie über die Kunst von Komposition und Interpretation.

Bereits 1957 begann Bennett, Filme zu vertonen, und auch wenn er dies etwas verächtlich als «musikalischen Journalismus» bezeichnete, verdankte er dieser Tätigkeit doch die finanzielle Unabhängigkeit, die es ihm erlaubte, sich mit der Musik zu befassen, die ihm wirklich am Herzen lag. In seinen Filmwerken zeigt sich Bennett eher konventionell, gefühlvoll und romantisch, zumindest in seinen bekanntesten wie Far From The Madding Crowd, Murder On The Orient Express (der 1974 mit dem «Anthony Asquith Award for Film Music» ausgezeichnete Score ist vielleicht sein bekanntester, vor allem dank des grossartigen Walzers für den legendären Zug) und Four Weddings And A Funeral, der ihm 1995 den «ASCAP Award» einbrachte.

Weitere Ehrungen erfuhr Bennett 1977 mit dem «Order of the British Empire» und 1999, als er zum «Knight Bachelor» geschlagen wurde. Nun ist er, den Kritiker als einen den vielseitigsten zeitgenössischen Komponisten betrachteten, an Heiligabend im Alter von 76 Jahren friedlich eingeschlafen. Und auch wenn er in der Filmbranche seit vielen Jahren nicht mehr tätig war, wird ihm seitens der Filmmusikliebhaber ein ehrendes Andenken gewiss sein.


27.12.2012, as



 
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