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Start DVDs 2012: DVD/bluray komprimiert 02
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DVD Rezensionen


DVD/bluray komprimiert, 02/2012

  

 

Winds of War (***, 1983, Impuls) ist eine ambitiöse Verfilmung von Herman Wouks gleichnamigem Roman. Er erzählt die Geschichte der Familie Henry kurz vor und während des 2. Weltkriegs bis zum japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Die fast 15-stündige Miniseries war seinerzeit, 1983, das teuerste TV-Projekt überhaupt. Nebst Robert Mitchum, der ungefähr 253 verschiedene Anzüge und Uniformen im Schrank gehabt haben muss, spielen u.a. Jan-Michael Vincent, Ali McGraw und Topol, wobei gerade die beiden ersten krass fehlbesetzt sind und eine Liebesgeschichte zu tragen haben, die insbesondere in den ersten beiden Teilen viel Raum in Anspruch nimmt, Rau, die Vincent und McGraw nicht ausfüllen können.
Zur Musik von Bob Cobert - 3 markante Themen fallen auf, Titelthema, Liebesthema, Präsidententhema - gibt es eine kleine Geschichte: Sein stets zu hörendes Titelthema stellte sich als Plagiat eines Songs aus dem Jahr 1965 heraus. Zum DVD-Set gibt es eine Bonus-Disc mit Anmerkungen und Interviews zur Mammutproduktion, deren Dreharbeiten 34 Monate dauerten.



Ebenfalls ambitiös, aber eher misslungen, ist Mike Cahills langatmiger Another Earth (**, 2011, Fox). Der Gewinner des Sundance Film Festivals 2011 setzt mit Wackelbildern und für bedächtige Story viel zu schnellen Schnittfolgen die Geschichte einer jungen Frau um, die aus Unachtsamkeit bei einem Autounfall Frau und Kind tötete und nun mit deren Mann und Vater in Kontakt treten möchte. Alles wird begleitet von der Erscheinung einer „Parallelwelt“, auf der scheinbar alles exakt gleich ist wie auf der Original-Erde. Ringt man sich durch die 90 Minuten, wird man immerhin mit einem netten Finale belohnt, ansonsten herrscht aber arg gewollt philosophisch Tiefschürfendes. Musik: Fall on Your Sword.



The Thing (****, 2011, Universal) ist das Prequel zu John Carpenter’s The Thing – und ein gelungenes dazu. Ein norwegisches Team macht tief im Eis eine zufällige Entdeckung und fliegt eine Spezialistin zur „Auftauung“ ein. Doch die Entdeckung erweist sich als mordendes Ungeheuer, das das Aussehen seiner Opfer genaustens nachbilden kann. Stimmungsvoll, eisig kalt, gruselig. The Thing ist ein bemerkenswert guter Horrorfilm, dessen tolle Effekte zum Teil „echt“ und zum Teil als CGI erreicht wurden. Tüpfelchen auf dem i ist die brodelnde Musik von Marco Beltrami (siehe Rezi).



Ein optisch umwerfendes Comicabenteuer hat Steven Spielberg mit The Adventures of Tintin: The Secret oft the Unicorn (****, 2011, Universal) auf die Beine gestellt. Ich muss gestehen, ich war mehr als skeptisch ob Spielberg der Vorlage von Hergé gerecht werden könnte, doch was er auf die (digitale) Leinwand gezaubert hat, ist umwerfend. Fantastisch gemacht mit einem Realismus, der einem die Kinnlade runterfallen lässt, mit viel Detailliebe und Actionszenen, die manchmal sogar fast zu viel des visuell Guten sind. Absoluter Star des Films ist Captain Haddock, dessen Seebärigkeit und frappante Cholerik gepaart mit Vergessenheit und Dusseligkeit zum Brüllen sind. Ebenbürtiger Star ist John Williams‘ wundervolle Musik (siehe Rezi).

 
phb, 11.4.2012


 
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