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FSM - Noch 10 Alben, dann ist Schluss! Print



Wie Lukas Kendall auf der FSM Homepage verlauten liess, wird mit dem 250. Release des Labels Schluss sein. Diese News schockierte, man kann es sicher so sagen, die Sammlergemeinde am Montag, galt FSM doch bisher als das Aushängeschild schlechthin, wenn es um Veröffentlichungen älterer Scores ging.

 
Der Schock sitzt umso tiefer, wenn man sich vor Augen führt, was FSM in den letzten rund 15 Jahren alles veröffentlichte, wie liebevoll und beispielhaft ihre Alben produziert waren. Doch irgendwie hatte der ein oder andere nach den letzten Wortmeldungen Kendalls und angesichts der – zumindest verkaufstechnisch - nicht immer zweifelsfreien Releases der letzten Monate bereits ein mulmiges Gefühl, das sich nun leider bewahrheitet hat.

Es ist eine traurige Tatsache, dass sich seit geraumer Zeit Golden Age Titel kaum mehr verkaufen, egal in welchem Zusammenhang. Wenn selbst ein Alfred Newman sich bei einer 1500er Auflage nicht verkauft, wie sieht es dann erst bei einem David Raksin oder einer Lassie
-Box aus? Tatsächlich hat sich die Sammlerschaft in den letzten Jahren auffallend stark auf die 80er/90er Ära konzentriert, kommt noch dazu, dass der grosse Hype um Limitierungen seit geraumer Zeit vorbei ist (mit wenigen Ausnahmen wie etwa The Black Hole & Commando etc.) – etwas, was sich die Labels zum Teil mit ihrer Politik selber zuzuschreiben haben. Gut erinnere ich mich noch an Kendalls zerknirschtes „Geständnis“, dass sie bei einigen Titeln, die Limitierung nicht eingehalten hätten und dort wo die Nachfrage gross genug war, das doppelte pressten.

Daraufhin war klar, dass die sonst so kauffreudigen Spekulanten, die die CDs gleich in Dutzendware bestellt und nach dem „sold out“ Schildchen auf ebay anboten, auf ihre „Raubzüge“ verzichteten. Dem hat Intrada mit Fakes Aussage nach dem Explorers
Ausverkauf innerhalb von 24 Stunden, dass man dann schon nochmals nachpressen würde, zusätzlich eingefeuert – danach wurden scheinbar 1000 Bestellungen von „Kunden“ gecancelled. Man muss sich das einmal vorstellen – wenn das auf Kendalls Entscheidung auch keinen Einfluss mehr hatte.

Man kann eigentlich nur spekulieren, aber es ist zu vermuten, dass das FSM Lager an nicht verkauften CDs teils immens sein muss (Zahlen wurden zum Teil von Lukas Kendall veröffentlicht). Ein George Duning ist sicher alles andere als ein Verkaufsschlager und eher obskures wie zuletzt Pretty Maids All in a Row
oder ein Rosenthal dürften sich trotz tiefer Limitierung eher schlecht als recht verkaufen. Man konnte ja so einiges an Einträgen auf dem FSM Board lesen, in denen Kendall sich über schlechte Absatzzahlen ausliess – insbesondere, aber nicht nur, wenn es das Golden Age betraf. Wobei die Auswahl der Titel hier nicht kritisiert, sondern, sagen wir mal so, vielmehr als mutig bezeichnet werden soll und sicher von Titel zu Titel vom geneigten Sammler auch geschätzt worden ist.

Angekündigt sind nun jedenfalls noch 10 Titel, von denen einiges zu erwarten sei, wie zu lesen war. Das Ratespiel was es denn alles sein könnte, läuft natürlich bereits auf vollen Touren und so freuen wir uns auf die letzten Veröffentlichungen von FSM und mit einem (oder zwei) weinenden Auge auf das Ende einer Ära eines der feinsten Labels in der Filmmusiklandschaft - Kendall & Co. haben zweifelsohne die grosse Veröffentlichungswelle älterer und weniger alter Scores eingeläutet. Nun ist FSM das erste der grossen Labels, das die Segel bedauerlicherweise streichen muss.


14.9.2011, phb



 
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