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Hollywood in Vienna 2011 Print
 
Live aus dem Großen Saal des
Wiener Konzerthauses

Gala der Filmmusik 2011
HOLLYWOOD IN VIENNA – Magic Moments

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Dirigent: John Axelrod
Gastdirigenten: Alastair King & Alan Silvestri
 
 
Am Freitag, den 23. September 2011 fand diesmal zum vierten Mal im Großen Saal des Wiener Konzerthauses die Galanacht der Filmmusik HOLLYWOOD IN VIENNA statt und zum dritten Mal in Verbindung mit dem Filmmusiksymposium und unter dem musikalischen Direktor John Axelrod. Auch heuer war das Konzert schon 2 Monate vor dem Event ausverkauft. Für die Generalprobe am Vormittag vor der Premiere gab es noch vereinzelt Karten, aber obwohl diesmal eine wirkliche Vorpremiere versprochen worden ist, war es wieder nur eine „Probe“ wie im Jahr davor. Ansonsten waren nur noch ganz wenige – etwas überteuerte - VIP-Karten mit Einladung zu den Komponisten in die Lounge im hinteren Bereich der Bühne zu haben.

Das Team um Frau Dr. Sandra Tomek hat diesmal wieder ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Magic Moments“ zusammengestellt. Die Moderation des Abends übernahm auch heuer wieder charmant in Deutsch und Englisch der Schauspieler Gedeon Burkhard. Diesmal standen die Exil-Wiener in Hollywood, Erich Wolfgang Korngold und Max Steiner, leider weniger im Mittelpunkt. Im ersten Teil des Konzerts waren stattdessen Komponisten wie Bruce Broughton, John Powell, John Williams, Patrick Doyle, Nicholas Hooper und Alexandre Desplat – letztere alle in Verbindung mit Harry Potter vertreten. Der zweite Teil des Abends war mit Ausnahme von Korngolds „Fanfare“
aus KINGS ROW Alan Silvestri gewidmet.

Dieses Jahr startete das Programm der ersten Hälfte mit einer „Hollywood in Vienna Fanfare“
von Max Steiner und Bruce Broughton, die leider bei der erstmaligen TV Ausstrahlung des ORF am Samstag, den 24. September 2011, fehlte. Die TV Übertragung begann stattdessen mit einem Red Carpet-Teil und startete musikalisch daher erst mit dem zweiten Programmpunkt des Live-Konzerts, nämlich einer Weltpremiere von Bruce Broughtons „From Time to Time“ der Musik zu THE TIMEKEEPER - ein spektakuläres 360°-Kinoerlebnis, das von 1992 bis 2006 in den Disney-Parks von Paris, Tokio und Orlando zu sehen war. So wie der animatronische Gastgeber TIMEKEEPER das Publikum auf eine abenteuerliche Welt- und Zeitreise begleitete, taten dies auch die unterschiedlichen Musikstile verschiedener Epochen die Bruce Broughton ohne gröbere Nahtstellen wie eine sinfonische Suite verband. Im Anschluss bedankte sich der Komponist persönlich auf der Bühne bei den Musikern des RSO und bei den Organisatoren für die mittlerweile dritte Einladung.

Danach startete der „Flight to Neverland“
. Das RSO spielte mit viel Elan und Freude John Williams’ Musik aus HOOK.

Der Höhenflug, ähm, Höhepunkt des ersten Teils war meines Erachtens dann John Powells „Suite“
aus HOW TO TRAIN YOUR DRAGON. In Anspielung an das Wiener Neujahrskonzert ermunterte der Dirigent John Axelrod das Publikum während der Suite bei einer etwas irisch klingenden Stelle mitzuklatschen.

Bei der TV Ausstrahlung ist die Reihenfolge leider etwas durcheinander geraten, denn die HARRY POTTER
Suite“ mit Kompositionen von John Williams, Patrick Doyle und Alexandre Desplat wurde – aus welchen Gründen auch immer, vielleicht um die Harry Potter-Lastigkeit des Programms etwas aufzulockern – John Powells Komposition vorgereiht. Trotz schöner bekannter Williams- und Doyle-Themen bleibt leider ein schaler Nachklang am Ende mit Desplats düsterer Musik.

Danach übernahm Nicholas Hoopers Arrangeur und Dirigent, Alastair King, den Taktstock von John Axelrod und lobte vorweg gleich überschwänglich – meines Erachtens auch zu Recht! - das fabelhafte Orchester. Obwohl mir Hoopers Musik wesentlich besser gefiel als Alexandre Desplats düsterer Score, war ich dann nach einer Überdosis von Harry Potter schon ganz froh über das Ende von „A Harry Potter Farewell“


Den Abschluss des ersten Teils bildete dann eine weitere Weltpremiere, nämlich die von Gottfried Rabl arrangierte und vom bekannten Harfenisten Xavier de Maistre wundervoll gespielte „Suite für Harfe und Orchester“
mit Musik aus John Williams E.T. – THE EXTRATERRESTRIAL (E.T. – Der Außerirdische). Auch hier hatte das Publikum die Möglichkeit mitzuwirken, indem sie nach Einsatz durch den Dirigenten mit kleinen Lampen, die am Eingang verteilt worden sind, die Decke des Konzertsaals wie bei einer Sternennacht beleuchten konnten.

Der zweite Teil des Abends gehörte auch in diesem Jahr wieder dem Gewinner des (dritten) „Max Steiner Film Music Achievement Awards“, Alan Silvestri, und begann nach Korngolds „Fanfare“
aus KINGS ROW mit dem „Silvestri Medley“, welches von Erich Hofmann arrangiert und speziell bei ABYSS von der Wiener Singakademie begleitet wurde. Ausserdem bot es mit FATHER OF THE BRIDE, CONTACT, MOUSE HUNT, DEATH BECOMES HER, VAN HELSING, NIGHT AT THE MUSEUM und THE POLAR EXPRESS einen sehr schönen Überblick über das abwechslungsreiche Schaffen des Komponisten.

Danach sang das „Österreichische Stimmwunder“ und letztjährige Eurovisions Songcontest Teilnehmerin Nadine Beiler den mit dem Grammy preisgekrönten Song „Believe“
aus THE POLAR EXPRESS. Obwohl die Interpretin eine sehr schöne Stimme hat, die den Komponisten, sowie Dirigenten des Stückes, Alan Silvestri, überzeugen konnte, hatte ich zu sehr das Original im Ohr und daran hat diese Interpretation meiner Meinung nach leider nicht ganz herangereicht.

Anschließend unterstützte die Wiener Singakademie das wuchtige Orchester bei der „Suite“
aus THE MUMMY RETURNS. Einer der schönsten und berührendsten Momente des Abends war die „Suite“ aus FORREST GUMP!

Ein toller Effekt entstand durch die Verbindung der „Videomontage“ auf der Leinwand über dem Orchester, von der die berühmte Feder aus dem amerikanischen Mittelwesten nach Wien zum Burgtheater und von dort aus zum Konzerthaus fliegt, wo sie schlussendlich real und sehr wirkungsvoll vom Dach zur Bühne herunterschwebt.

Im Anschluss daran wurde Alan Silvestri auf dem Orchesterpodium der „Max Steiner Film Music Achievement Award“ vom Wiener
Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch, dem amerikanischen Botschafter William C. Eacho III und der Organisatorin und Produzentin des Abends Frau Dr. Sandra Tomek, die auch die Lobesrede hielt, überreicht.

Alan Silvestri bedankte sich herzlich und voller Lob bei den Organisatoren, den Wienerinnen und Wienern für deren Gastfreundschaft und vor allem beim fabelhaften Orchester.
 
em, 15.11.2011
 
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