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DVD Rezensionen

THE KING’S SPEECH

R: Tom Hooper

D: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham-Carter, Guy Pearce

Musik: Alexandre Desplat

Verleih: Ascot Elite



Vom stotternden britischen Thronfolgers, Albert, war hierzulande bis zu diesem Film wohl nur wenig bekannt. Man wusste vielleicht von den Eskapaden des kurzzeitig auf den Thron gehobenen König Andrews, der wegen einer bevorstehenden Heirat mit einer geschiedenen Amerikanerin abdanken muss. Als King George IV. steht Albert, 1936 zum Oberhaupt gekrönt, steht er nun vor seiner grössten Herausforderung, einer Rede zur Lage der Nation kurz nach Nazi-Deutschlands Invasion in Polen zu halten. Zuvor ist er bei öffentlichen Auftritten an seiner Sprachbehinderung wahrlich zerbrochen und nur mit Hilfe des kauzigen Sprachtherapeuten Lionel Logue kann er sprachliche und seelische Probleme überwinden.

Der Engländer Tom Hooper hat die bemerkenswerte Geschichte mit viel feinem Humor, Geschick und ohne Schnörkel umgesetzt. Sein Cast erweist sich dabei als absoluter Volltreffer und trägt die Last eines diffizilen Themas mit Bravour. Allen voran der schlicht umwerfende Geoffrey Rush als Sprachtherapeut und Colin Firth als sprachbehinderter Royalist sind grandios. Den beiden in ihren „Wortgefechten“ - wenn man es so sagen darf - zuzusehen macht riesigen Spass. Rush ist endlich wieder in einer richtig starken Rolle zu sehen und bietet alles auf, was man seit Munich und The Life and Death of Peter Sellers vermisst hat.

Mit dem ebenfalls bestechenden Black Swan
hatte The King’s Speech starke Konkurrenz bei den diesjährigen Oscars, doch setzte er sich in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Regie und Bestes Drehbuch durch, sicher nicht unverdient.

Sprach-Musik
Alexandre Desplat ist zu einem regelmässigen Gast bei der Goldmännchen-Verleihung geworden, fast hat man das Gefühl er kann machen was er will, eine Nomination jährlich scheint ihm gewiss. In Sachen The King’s Speech
ist es dennoch keine unumstrittene Angelegenheit, so grossartig ist seine Musik im Film (und abseits) nicht wirklich. Dann muss er noch dem ein oder anderen „Klassiker“ namens Bach und Mozart Platz einräumen, etwa zum Ende von King Georges Ansprache im Finale des Films oder nicht minder auffallend in einer Montage in Lionels Übungslektionen. Wie auch immer, Desplat händelt den Film in seinem bekannten, zurückhaltend-lieblichen Stil. Was ich bei Desplat vermisse, ist eine Entwicklung in seinem Schaffen. Sicherlich, Momente in seinen Harry Potter Scores sind bemerkenswert, aber seine intimeren Scores führen irgendwie nirgends hin. Fans des Komponisten werden hier ob den hübschen Themen, der Wärme und den bekannten Instrumentationen dennoch gut bedient.
Ich meinerseits warte nach wie vor auf den ganz grossen Desplat Score, vielleicht kommt er irgendwann und vielleicht kommt er ja nicht aus Hollywood?
 
Bewertungen

Film:

Musik im Film
Extras:
1/2
Technisch: 
 Bild:
 Ton: 

 phb, 6.9.2011

 


 
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