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DVD Rezensionen

INVICTUS

R: Clint Eastwood

D: Morgan Freeman, Matt Damon, Tony Kgoroge u.a.

Musik: Kyle Eastwood, Michael Stevens

Verleih: Warner


1990 kommt Nelson Mandela nach 27 Jahren Haft und Hausarrest frei. Wenig später wird er zum Staatsoberhaupt gewählt und steht vor der schier unmöglichen Aufgabe ein Volk zu vereinen, das Jahrzehnte durch Unterdrückung, Gewalt und Rassengesetzen gespalten war. Jetzt fürchtet die weisse Minderheit Repressalien der durch Apartheid unterdrückten Mehrheit, die nun die Führung des Landes übernehmen will. 1995 dann steht die Rugby-Weltmeisterschaft in Südafrika an, doch die Nationalmannschaft, die Springboks, scheinen nicht fähig, für Begeisterung zu sorgen. Schon gar nicht beim grössten Teil der Bevölkerung, den Schwarzafrikanern. Rugby war immer ein Sport der Weissen, Mandela erschliesst sich aber die politische und menschliche Komponente, die ein Erfolg der Mannschaft zu diesem schwierigen Zeitpunkt haben könnte.

Clint Eastwood ist so produktiv wie nie. Seit 2000 hat er 9 Filme inszeniert, einige davon gehören zu seinen besten Werken, Mystic River, Letters from Iwo Jima, der oscarprämierte Million Dollar Baby (allerdings nicht mein Favorit) oder das famose „Alterswerk“ Gran Torino.

Invictus ist ein Teilprojekt, das Morgan Freeman lange mit sich herumtrug. Teilprojekt deshalb, weil er und sein Partner Lory McReary planten, eine Biografie über Mandela zu verfilmen, was bisher aber am Aufwand scheiterte, der einen über mehrere Jahrzehnte gespannten Zeitraum beinhalten würde.

Die Geschichte der Springbocks, die 1995 den Weg in den Final schafften und dort die hoch favorisierten All Blacks aus Neuseeland bezwangen, verfilmte Eastwood aus drei Sichtweisen: Jener Mandelas, schon rein optisch idealerweise mit Morgan Freeman besetzt, teilweise aus der Sicht des legendären Captains der Mannschaft, François Pienaar (etwas gar unnahbar gespielt von Matt Damon), sowie aus der des Chefs der Leibwächter Mandelas.

Der Film ist eine manchmal oberflächliche Betrachtung der Geschehnisse mit oft wenig Tiefgang, etwas vielen Klischees und zu viel Stoff für diese in diesem Fall mit 2 Stunden zu kurze Dauer. Der Film pendelt zwischen Spätbio und Sportfilm, zwischen (oft platten) politischen und soziologischen Statements und irgendwie etwas viel Hollywood.

Springbok-Musik
Musikalisch ist die Sache wieder eine Familienangelegenheit, Kyle Eastwood sorgte mit Michael Stevens für den Score und zeichnete auch für einige der Songs verantworlich. Für einen so publikumsnah gedrehten Film wie Invictus ist die Musik allerdings etwas gar bröckelig. Ein zentrales Thema exisitiert und man findet es hie und da im Film, ebenso wie ein Thema für Mandela, aber die Songs scheinen doch sehr dominant – jedoch oft völlig falsch platziert: Die Szene mit Mandelas Besuch auf dem Trainingsplatz wird beispielsweise mit so einem Song abgedeckt und hinterlässt ein maues Gefühl von „was bitte sollte denn das?“.

Die Sequenz des Finalspiels wird zumeist von afrikanischem Perkussionsambiente unterlegt, irgendwie zu einfach, voraussehbar und gesucht. Das einzige was musikalisch nach dem Film haften bleibt ist die neue südafrikanische Nationalhymne...
Die CD zum Film enthält viele der Songs, acapella Stücke der Gruppe Overtones und nur sehr wenig Score – entspricht damit in etwa dem Verhältnis im Film.


Erstaunlich sind die Schwankungen beim Ton. Während der Spielszenen schallt es wuchtig aus den Boxen und vor allem dem Subwoofer, doch die Dialogstellen, von denen es doch einige gibt, sind immer sehr leise... so findet sich der Finger immer wieder am Lautstärke regeln.
Belanglos die Specials.
 
Bewertungen

Film:

Musik im Film:
Extras:
Technisch: 
 Bild:
 Ton:1/2 

 phb, 1.8.2010

 


 
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