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DVD Rezensionen

THE IMAGINARIUM OF DOCTOR PARNASSUS

R: Terry Gilliam

D: Christopher Plummer, Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law, Colin Farrell, Tom Waits u.a.

Musik: Jeff & Mychael Danna

Verleih: Warner


Dr. Parnassus führt ein altmodisches, wunderliches Kabinett mit dem er durch das heutige London tingelt. Hier kann, wer will, jeder aus seinem Alltagstrott ausbrechen und in eine fantastische Welt abtauchen, die Parnassus durch seine spezielle Gabe erschafft. Doch Parnassus hat um ewiges Leben zu erlangen und seine Traumfrau zu ehelichen einen Deal mit dem leibhaftigen Teufel abgeschlossen, nach dem er seine geliebte Tochter im Alter von 16 Jahren an diesen verliert. Als die lustige Truppe einen unter einer Brücke Erhängten rettet, scheint sich zunächst alles zum Besseren zu wenden, doch Tony trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum.

Terry Gilliams Filme sind immer spezielle Visionen, Filme die meist abseits vom Mainstream laufen. Einspielmässig feierte er mit Twelve Monkeys (1995), The Fisher King (1991) und Time Bandits (1981) Erfolge, während Filme wie Brazil, Fear and Loathing in Las Vegas und Tideland eher als Kultstreifen gelten. Gemein haben aber eigentlich alle Gilliam Filme die visuelle Handschrift des Regisseurs, skurille Charaktere, ein fantastisches Ambiente und ein besonderes Augenmerk auf Art Direction - bei The Imaginarium of Doctor Parnassus ist das nicht anders, wenn auch mit vielen Computereffekten bedacht, was für Gilliam sicherlich ein dankbares und vor allem kostengünstigeres Tummelfeld gewesen sein dürfte – gerne uferten seine Filme ja gerade wegen seines besonderen (und zuweilen pingeliges) Augenmerks auf Ausstattung und Bauten aus.

Doch der Film, so muss man leider sagen, machte vor allem Schlagzeilen (er ist ganz sicher nicht einer der stärksten Gilliams) weil es der letzte mit Heath Ledger ist. Er konnte seine Rolle hier nicht mehr zu Ende spielen und so sprangen für ihn Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law ein, die Ledgers Charakter Tony in Parnassus’ Fantasie-Universum ihr Gesicht leihten, während Ledger in der „realen Welt“ agierte.

Mehr aber als Ledger und seine drei „Nachfolger“ sticht Tom Waits als Melone tragender Teufel heraus, auch Christopher Plummers Charakter ist wesentlich interessanter gestrickt. Obwohl oder vielleicht gerade weil das Drehbuch nach Ledgers Tod angepasst wurde, wirkt die Geschichte hie und da ein wenig wie ein Flickenteppich.

Nein, The Imaginarium of Doctor Parnassus gehört nicht zu Gilliams besten Werken, dennoch sind die 2 Stunden durchaus sehenswert und eben typisch wunderlich, so wie man es von seinen Filmen kennt.

Eine Doku, die ich jedem Filmliebhaber ans Herz lege, ist Lost in La Mancha über das Scheitern von Terry Gilliams Don Quixote Verfilmung. Hier erfährt man wie unglückliche Umstände, falsche Einschätzungen und Missmanagment einen Filmemachertraum zerstören. Interessanterweise konnte Gilliam inzwischen das Projekt verwirklichen, es befindet sich derzeit in der Postproduction.

Kabinettsmusik
Nach Tideland ist dies die zweite Zusammenarbeit der Brüder Danna mit Terry Gilliam. Parnassus hat im Film einige durchaus gelungene Momente. Das Hauptthema ist ein solches und findet durchaus einige Verwendung ohne dass man ihm überdrüssig werden würde. Der Score findet sich bestens in die Welten von Parnassus ein und wirkt im Film trotz stilistischen Sprüngen kohärenter als auf CD (die zugegebenermassen besser funktioniert nach dem Filmgenuss). Ein Rezi von Erwin Maidl ist hier zu finden.
 
Bewertungen

Film:

1/2
Musik im Film:
1/2
Extras:
1/2
Technisch: 
 Bild:1/2
 Ton: 

 phb, 25.7.2010

 


 
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