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DVD Rezensionen

THE TAKING OF PELHAM 123

Regie: Tony Scott

Darsteller: Denzel Washington, John Travolta, John Turturro, Luis Guzman u.a.


Musik: Harry Gregson-Williams

Verleih: Sony / Impuls

102 Min.



Remakes sind seid Jahr und Tag Bestandteil der Filmindustrie. Ganz besonders Hollywoods Studioexekutive hat damit scheinbar das safe-money-Gefühl mehr denn je. Wieso etwas neu erfinden, wenn es sich schon mal ausgezahlt hat. Dass darunter viele mittelmässige, schlechte bis völlig unnötige Remakes fallen, ist wohl unbestritten. Zu einem der unnötigsten dieser Kategorie gehört Tony Scotts Taking of Pelham 123, mit dem man dem jungen Publikum die Story um eine U-
Bahnentführung mit Lösegeldforderung schmackhaft machen wollte.

Tony Scott scheitert mit seiner Neuverfilmung eigentlich auf der ganzen Linie. Besetzungsmässig (Travolta…), Machart (Wackelwackel…), Aufbau (unbedingt mehr Action…), Musik (siehe unten…). John Travolta ist ein richtiges Ärgernis. Ohne einen Vergleich mit dem von Robert Shaw wunderbar gespielten Mr. Blue (Scott verzichtet gänzlich auf diese Namensgebungen) anzustellen, spielt Travolta den üblichen, halbwahnsinnigen Schwerverbrecher, der für alles über Leichen geht. Seine Komplizen bleiben fast völig anonym, da schien kein Platz für mehr zu sein.

Ihm gegenüber steht ein erstaunlich schwacher Denzel Washington, der mit Travolta Dialoge austauscht, die weder den Witz, den Charme noch die Überzeugung innehaben, die im Original von 1974 zwischen Walter Matthau, unvergleichlich als Lt. Garber, und Mr. Blue stattfinden und Hauptbestandteil des Films wären. Gerade davon lebte The Taking of Pelham One Two Three und genau das geht Scotts 123 ab. Um Travolta möglichst viel Platz einzuräumen, killt Scott den von Luis Guzman gespielten, ehemaligen Zugführer, eine Storyline, die im Original
eine wichtige Rolle einnimmt.

Vielleicht würde das alles sogar funktionieren, wenn sich a) der Film nicht so extrem ernst nehmen und b) der Austausch zwischen Travolta und Washington Spass bereiten und den Zuschauer am Bildschirm halten würde. Klappt nicht. Nicht verzichten konnte Scott auf die unvermeidliche Wackelkamera und Sekundenbruchteilschnitte. Die Irrfahrt des U-Bahnwagens etwa ist übliches Action-ABC wie wir es heute andauernd geliefert bekommen. Gut gestaltet in Scotts choreografisch dirigierten Art sind die Aufnahmen im Kontrollzentrum der Metrostation.

Seit Spy Game tue ich mich mit jedem neuen Tony Scott Film schwerer. Vielleicht täte es dem Filmemacher gut, ausgetretene Pfade mal zu verlassen und was ganz anderes zu machen. Wer das Original noch nicht gesehen hat, dem sei dieses hier empfohlen. Mehr Spass und Unterhaltung ist garantiert, bei aller Ernsthaftigkeit der Story.

U-Bahn Musik
Wo David Shire einen Meilenstein im Cop-/Thrillerscoring legte, kommt Harry Gregson-Williams, Tony Scotts Stammkomponist, nicht über Routinescoring hinaus. Im Gegenteil, seine Musik ist so schwerfällig, unoriginell und bewegunslos wie der Film. Da helfen alle zeitgemässen drumloops, Rhythmen und E-Gitarren/Synthie-Gemixe und auch seine immer gleichen, so gewollt seifigen Streicherarbeiten nichts. Wie Basil Böhni in seinem CD-Review treffend schreibt: “Austauschbar”!
Im Falle von Harry Gergson-Williams’ Musik ist das Ganze nicht nur filmserving sondern eher “filmnerving”. Somit gilt obiges auch beim Komponisten: Bitte mal was Anderes!
 
Bewertungen

Film:

1/2  
Musik im Film:
1/2
Extras:
Technisch: 
 Bild:
 Ton: 

 phb, 4.3.2010

 


 
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