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DVD Rezensionen

SLUMDOG MILLIONAIRE

Regie: Danny Boyle

Darsteller: Dev Patel, Freida Pinto, Irrfan Khan, Prem Kumar u.a.


Musik: A.R. Rahman

Verleih: Warner

115 Min.

 
 

Slumdog Millionaire ist mit seinem Minibudget von 15 Mio. Dollar zu einem Riesenerfolg geworden und hat sicher alle Erwartungen übertroffen. Hier in der Schweiz hat er von einer enormen Mund-zu-Mund-Propaganda und einem richtigen kleinen Hype, der den Film umgab, profitiert. Mit gleich 8 Auszeichnungen war er sicherlich der Überraschungssieger an der diesjährigen Oscarverleihung, darunter die wichtigsten für „Bester Film“, „Regie“ und „Adaptiertes Drehbuch“ – die richtige Konkurrenz allerdings fehlte.

Danny Boyle, Regisseur von Filmen wie Trainspotting, 28 Days Later und des ein wenig unterschätzten Science Fiction Spekatels Sunshine, baut den Film um die Geschichte eines aus den Slums von Bombay stammenden Call Center Angestellten geschickt um die Spielshow „Wer wird Millionär?“ auf. Die Antworten auf die teilweise kniffligen Fragen weiss Jamal von Erlebnissen aus seiner Kindheit und Jugendzeit, die er mit seinem Bruder Salim als Waise verbrachte. Deren Wege schliesslich trennen sich und werden erst kurz vor Jamals Teilnahme am Millionen-Quiz durch die Jugendliebe Jamals, Latika, schicksalshaft wieder zusammengeführt.

Diese Verknüpfungen und Erlebnisse gehen geschickt ineinander über. Sie werden in Rückblicken von Jamal auf einer Polizeistation, wo er wegen Betrugsverdacht (er soll, wie ihm vorgeworfen wird, die Antworten nicht gewusst haben) festgehalten wird, erzählt. Boyles Stil ist dabei nicht überweiegend Bollywood-mässig, wie man zunächst vermuten könnte, erst am Schluss und mit dem unvermeidlichen Ende sowie mit ein paar kurzen Erinnerungen an einen einstigen Star des Indienkinos, erweist er der heimischen Filmindustrie seine Referenzen.

Slumdog Milionaire ist eine vergnügliche und durchaus spannende Sache. Der Einbau der Quizshow, die wohl inzwischen jedes Kind kennt und die auf jedem Kontinent zu laufen scheint, die Erklärung der Antworten, halten den Zuseher bei der Stange. Allzu gerne möchte man wissen, woher Jamal die nächste Antwort zu wissen scheint. So kann man auch über die ein oder anderen etwas gar melodramatischen Momente und Handlungssränge hinwegsehen.
Ausserdem weiss Boyle nette Anekdoten und spassige Szenen (die Führung der Deutschen Touristen im Taj Mahal ist köstlich) zu plazieren.

Überraschend - ich hätte es so nicht erwartet - gut gefallen haben mir auch die Darsteller, wobei ich den schmierig-schleimigen Charakter des Quizmasters, ein Fernsehkotzbrocken sondergleichen, den Prem Kumar spielt, am gelungensten fand.



Musikalischer Oscarsegen
Dass der Song „Jai Ho“ einen Oscar für den besten Filmsong erhielt (er ist erst bei der abschliessenden Tanzszene zu hören und dramaturgisch keinerlei Einfluss), hinterlässt auch deshalb einen etwas faden Nachgeschmack, weil er zuvor bereits für einen anderen indischen Film komponiert und schliesslich nicht verwendet wurde. Aber wie wir ja wissen ist gerade die Filmsong-Kategorie bei den Academy Awards eine der Überflüssigsten, deshalb sollte man sich darum eigentlich auch keine Gedanken machen. Der Score von A.R. Rahman, ebenfalls mit einem Oscar prämiert, hat seine Momente im Film, auch wenn nichts, aber auch wirklich nichts davon zurückbleibt. Eindrücke dazu hat Klaus Post in seinem Artikel nach der Oscarverleihung hier zusammengefasst.
 
Bewertungen

Film:

  
Musik im Film:
1/2
Extras:
1/2
Technisch: 
 Bild:1/2
 Ton:   

 phb, 5.12.2009

 


 
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