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DVD Rezensionen

MILK

Regie: Gus Van Sant

Darsteller: Sean Penn, James Franco,
Josh Brolin, Emile Hirsch


Musik: Danny Elfman

Verleih: Ascot Elite

 

Harvey Milk zieht mit seinem Freund anfangs der 70er Jahre nach San Francisco und eröffnet einen Fotoladen. Ihm liegen besonders die Anliegen der Schwulen, die in den USA nach wie vor geächtet, verprügelt und diskriminiert werden, am Herzen und beschliesst sich für die Wahl in den Stadtrat aufstellen zu lassen. Er scheitert mehrere Male, gibt nie auf und wird, nachdem er sein Leben vollends der Politik widmet, schliesslich 1977 gewählt. Milk vertritt weiter vehement die Rechte der Schwulen, doch die politische Landschaft fordert auch von ihm sich auf gewisse Ränkespiele einzulassen - ganz abgesehen von seinem Privatleben, das mehr und mehr unter seinem Engagement leidet.

Gus Van Sants Filme pendeln zwischen verstörend schräg (die Nirvana/Kurt Cobain Bio Last Days), nüchtern kühl (Paraniod Park) und dann und wann eher kommerziell, wie hier bei Milk. Der Film profitiert in erster Linie von der Oscar gekrönten Performance Sean Penns, der einfach nur fabelhaft spielt.

Weil Van Sant hier einen Spagat zwischen Politik, Schwulenbewegung, Beziehungsgeschichte und Historie machen muss, werden Themen zuweilen mehr gestreift als vertieft. Am Ende von Milk wissen wir zwar, was sich in den 70er Jahren in und um das Castro abgespielt hat, aber den Menschen Harvey Milk und sein Drumherum kennen wir nicht wirklich. Wenn das möglicherweise auch nicht Absicht des Films gewesen ist (was mich bei einem Gus Van Sant doch verwundert), so ist es doch schade, dass die Gelegenheit nicht genutzt worden ist und es verbleibt das Gefühl, hier hätte es Stoff für weitere 30 Minuten gehabt.

Ohne Sean Penn, neben ihm überzeugt ausserdem Josh Brolin in der Rolle des Dan White, dürfte Milk wohl allzu bald in Vergessenheit geraten. Daran können auch die zwar interessanten Einblicke von Zeitgenossnen und kurzen Dokuaufnahmen in der Bonussektion nicht viel ändern. Der ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm The Times of Harvey Milk (1984), möchte man sich mit der Thematik mehr auseinandersetzen, bleibt das wertvollere Zeitdokument sein als der Spielfilm über den Schwulenaktivisten.

Milk Musik
Regisseur und Komponist haben bei Filmen wie Good Will Hunting, Psycho und To Die For bereits zusammengearbeitet.
Elfmans Musik, dessen CDs ich in den letzten Jahren mit Vorsicht geniesse und mir nur mit vorherigem Reinhören zulege, hat eine durchaus gelungene Musik abgeliefert. Sein Score dreht sich um eine Hauptidee, die er mit der zunehmenden Dramatik des Films ausbaut - wohlverstanden, es sind keine musikdramaturgischen Sprünge oder ein grosses Variantenreichtum, die Elfman hier anwendet, mehr ist es der Ton, das Klangspektrum, mit dem Elfman (in manchmal offensichtlicher manchmal weniger deutlicher Art und Weise) spielt. Die Reminiszenzen an Edward Scissorhands (z.B. in Anita’s Theme), sind nicht unwillkommen aber schon recht frech. Das Album, das mit etwas mehr als einer halben Stunde Score und ein paar Songs recht gut getimt ist, ohne Kenntnis des Films jedoch weniger interessant ausfällt.
 
Bewertungen

Film:

1/2  
Musik im Film:
Extras:
1/2
Technisch: 
 Bild:1/2
 Ton:   

 phb, 4.11.2009

 


 
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