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DVD Reviews kurz und bündig:
 

BUDDENBROOKS
R: Heinrich Breloer
D: Armin Müller-Stahl, Iris Berben, Jessica Schwarz, Mark Waschke

Musik: Hans-Peter Ströer

Verleih: Warner

Die Verfilmung des Thomas Mann Romans mit Armin Müller-Stahl als Zugpferd ist nur mittelmässig gelungen. Visuell ist Buddenbrooks sehr schön umgesetzt und Müller-Stahl als auch Jessica Schwarz wissen durchaus zu gefallen. Wackliger auf den Füssen stehen die beiden Buddenbrook Söhne Thomas und Christian, insbesondere August Diehl als Letzterer schafft es nicht seine Rolle als „schwarzes Schaf“ der Familie ohne platte Übertreibungen und Weinerlichkeit rüberzubringen. Die 145 Minuten Fassung von Heinrich Breloer zieht sich ausserdem recht lang hin. Er schafft es nicht wirklich, das Interesse des Zuschauers an der Familiengeschichte Aufrecht zu halten.

Leider geht die Filmmusik den heute bekannten Weg kurz geklimperter Motive ohne grosse Entwicklung. Und wo man den Film mit mehr Schwung und Bewegung hätte hilfreich unterstützen können (etwa beim Leiterwagenrennen), bleibt Hans-Peter Ströers zu statisch und pomadig. Auch an die Psychen der Charaktere gelangt die Musik nicht heran, das bleibt alles nur an der Oberfläche und als schlecht haftende Klangtapete über den Szenen schwebend. Der Niedergang einer Familie, man spürt ihn nicht wirklich. Weder im Film noch filmmusikalisch.

Die DVD hält noch ein kurzes Making Of und Bilder von der Weltpremiere in Essen bereit. Dürftig.

 

Film: - Musik im Film:


DE LA PART DES COPAINS
(F/I 1970 - Kalter Schweiss)
R: Terence Young
D: Charles Bronson, Liv Ullmann, James Mason
Musik: Michel Magne
Verleih: Impuls / Kinowelt

Charles Bronson auf Selbstjustiztrip. Nichts Neues? Anfangs der 70er schon, da war sein Rollenbild noch nicht so festgezurrt, wie es das werden sollte. James Bond Regisseur Terence Young (Thunderball, Dr. No) inszenierte diesen Thriller, in dem Bronson von seiner wenig rühmichen Vergangenheit eingeholt wird, als seine Ex-Kumpane wieder auftauchen und den inzwischen geläuterten Bootsverleiher zwingen, mit ihnen ein Ding zu drehen.

Der bei uns unter dem Titel Kalter Schweiss bekannte Film profitiert von seinem tollen Cast mit Bronson, Liv Ullmann, Jill Ireland (Bronsons späterer Frau) und James Mason. Young verfilmte den Stoff von Richard Matheson kompromisslos und kantig mit dem gewissen Flair, das einen europäischen Actionfilm jener Zeit umgab.

Michel Magnes Musik ist eine recht düstere und ernsthafte Angelegenheit mit einem schicksalsschwangeren Titelthema über den einleitenden Bildern der französischen Riviera. Der Score ist relativ sparsam und wenn dann im Gegensatz zum erwähnten Thema eher unauffällig eingesetzt, während bestimmte Spannungsmomente auch davon profitieren, dass keine Musik vorhanden ist. Rund 23 Minuten von Magnes Komposition sind auf der 2004 erschienen CD von Universal France, Nr. 31, zu hören.

In der Bonusabteilung gibt es eine Doku über Charles Bronson und Anmerkungen zum Film.
 
Film: 1/2 - Musik im Film: 1/2 


THE ICE PIRATES
(USA 1984 – Krieg der Eispiraten)
R: Stewart Raffill
D: Rober Urich, Anjelica Huston, John Matuszak
Musik: Bruce Broughton
Verleih: Warner


Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass sie schon fast wieder gut sind. Trashig eben, wie man so schön sagt. Und es gibt Filme, die sind einfach nur schlecht. The Ice Pirates ist ein Film bei dem man sich nur fragen kann, was sich die Macher dabei wohl gedacht haben und wieviele Köpfe nach diesem Filmding bei MGM wohl gerollt sind? Robert Urich und Anjelica Huston als Weltraumpiraten (die sich in Zeiten von Lichtgeschwindigkeit und Laserpistolen ungelenk mit Stahlschwertern prügeln), die es auf Wasser in Eisform abgesehen haben, geraten in die Fänge der bösen Templer mit Monopol auf dieses seltene Weltallgut. Eine Prinzessin, Weltraumherpes und Kastrationsmaschinen spielen weitere unglaubliche Rollen.

Das Problem des Films ist aber nicht nur die völlig abstruse Story. Er versucht auch auf Biegen und Brechen lustig zu sein, was wie meist, wenn man die Lacher aus den Zuschauern herausprügeln will, nicht funktioniert. Die Synchroversion versucht erfolglos mit einigen zusätzlich platzierten Sprüchen, die mitunter an das Duo Hill/Spencer erinnern, daran was zu ändern.

Und, dass selbst die Musik nichts reisst, ist nur bedingt bedenklich - es verwundert nicht, dass Bruce Broughton hier wohl selber kaum wusste, wie ihm geschieht. Der Mix aus Science Fiction Thema eines dünnen Orchesters, 80er Elektronik und E-Gitarren macht im Film wie auch auf der Film Score Monthly CD keinen sonderlich reizvollen Eindruck, selbst wenn der Komponist fest zum Sammelinventar gehört.
Film: - Musik im Film:


THE DOORS
(USA 1991)
R: Oliver Stone
D: Val Kilmer, Kyle MacLachlan, Meg Ryan
Musik: -
Verleih: Impuls / Kinowelt (Music Movie Collection)


Oliver Stones Bandbiographie The Doors darf man sicher mit zu seinem „Selbstbewältigungszirkel“, zu dem Platoon, Born on the 4th of July und Heaven & Earth gehören, zählen. Das Porträt einer Band, die mit Hendrix und Janis Joplin so etwas wie der Inbegriff „stoneder, psychedellischer Popmusik“ für Blumenkinder, darstellt, ist zuallererst ein absolutes Vehikel für den damals relativ hoch im Kurs stehenden Val Kilmer und selbstverständlich für die Musik des Quartets, die mit dem Film 1991 ein richtiges Revival erlebte.

Zweifellos sind Kilmer und die Songs die Stars eines Films, der Aufstieg und Fall einer kongenialen Musikgruppe darstellt. Die Exzesse von  Jim Morrison, die mitunter zu seinem frühen Tod im Alter von 27 Jahren geführt haben werden (wenn auch als offizielle Todesursache nie verlautbart) passen in eine auffühlende Zeit, in der Vietnam, Vertrauensverlust in die politischen Führer und Argwohn gegen die Obrigkeit zur Tagesordnung und Einstellungssache wurde.

Gelungenes manchmal verwirrendes und poetisches Musikerporträt mit ganz starken Schauspielern in strohigen Perücken.

Klar, filmmusikalisch ist hier nichts zu finden, The Doors nehmen die Tonspur auch soundtrackmässig ganz für sich in Anspruch. Bruce Botnick übrigens, unter uns Sammlern für seine Tonarbeiten mit Jerry Goldsmith ein bekannter Name, arbeitete beim letzten Album der Gruppe als verantwortlicher Toningenieur und war auch bei Stones Film beschäftigt.

Die DVD präsentiert übrigens nicht den Director's Cut und enthält ausser einem Audiokommentar vom Regisseur keine weiteren Extras.
Film: - Musik im Film: -
phb, 18.9.09
 




 
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