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DVD Rezensionen

 

THE THING FROM ANOTHER WORLD
(USA 1951)

Regie: Christian Nyby

Darsteller: Kenneth Tobey,
James Arness, Robert Cornthwaite, Margaret Sheridan

Musik: Dimitri Tiomkin

Verleih: Kinowelt (Impuls)
Extras: Pressebilder, Trailer, Nachrichtenblatt

 
 

In der Arktis entdecken Wissenschaftler ein abgestürztes Fluggerät. Nach erfolglosem Versuch, das Gefährt mittels Thermalbomben freizulegen, entdecken sie ein im Eis eingefrorenen Körper. In der Forschungsstation angekommen, entbrennt eine Diskussion, was mit dem Ding zu geschehen hat. Die Militärs wollen den Eisblock nicht anrühren, der eifrige Wissenschaftler will den Inhalt erforschen und der Journalist eine grosse Story drausmachen. Als der Eisblock durch eine Unachtsamkeit zu schmilzen beginnt und sich der ausserirdische Besucher befreien kann, beginnt für die Bewohner der Station ein Überlebenskampf.

Mit The Day the Earth Stood Still ist The Thing from Another World wohl einer der grössten Science Fiction Klassiker der 50er Jahre. Ursprünglich sollte Howard Hawks Regie führen, der wegen anderen Terminen diese Arbeit aber an Christian Nyby abgab. Ich erinnere mich gut daran, als ich den Film als Kind (es war ein 1. August, unser Nationalfeiertag, ich erinnere mich noch bestens daran: Während die halbe Schweiz draussen Raketen zündete, freute ich mich auf The Thing am späten Abend, damals noch in Ermangelung eines Videorecorders) zum ersten Mal gesehen habe. Ich fand ihn einfach atemberaubend. Damals liefen Filme wie The Thing, Tarantula, Invasion of the Body Snatchers (ein anderer Klassiker) immer mal wieder im Fernsehen, meine erste Berührung damit hat mir einiges an Albträumen und Blicken unters Bett beschert. Die dem Film gerne nachgesagten politischen Standpunkte blieben mir zu jener Zeit allerdings (zum Gück?) verwehrt.

Insbesondere The Thing from Another World hat mich immer fasziniert. Dieses unheimliche Gefühl, wenn die Expeditionsteilnehmer auf dem Eis einen Kreis bilden um zu sehen welche Form das abgestürzte Fluggerät hat. Der gruselige Blick in den Eisblock. Das rückwärtig beleuchtete Erscheinen des Dings in der Tür. Feine Momente. Sicher, das Wesen selber hätte man äusserlich durchaus etwas weniger menschlich gestalten können, dazu lagen auch Konzeptzeichnungen vor. Nur war das Geld dafür nicht vorhanden. Ausserdem sollte der Film rasch abgedreht werden. So wurde James Arness, der Marshall Dillon aus Gunsmoke, schliesslich einfach in einen Overall gepackt, erhielt neue, gefährlich aussehende Klauen und etwas “Frankensteinoptik” am Kopf. Wirkung hatte es damals beim Publikum genügend.

Was mir später besonders aufgefallen ist, sind die überlappenden Dialoge, die dem Film einen authentischen, stimmungsvoll dichten und dokumentarischen Touch verleihen. Dies trägt merklich zur Spannung und zur Erhöhung des Tempo bei und stiftet ein mulmiges Gefühl und ein wenig Chaos.

Die Musik: Ein Genreklassiker!
Natürlich ist die grossartige Musik von Dimitri Tiomkin, fast etwas wie ein Fallbeispiel für Grusel Science Fiction dieser Zeit, ein weiteres unvergessliches Merkmal des Films. Das pfundige Zweitonmotivmit dem aufsteigenden, chromatischen Intervall markiert dabei das Haupt“ohren“merk. Eine weitere Besonderheit der Musik ist ihr für jene Zeit recht sparsamer Einsatz und die Gesamtdauer von nur rund 27 Minuten (neben einigen source music Stücken, die nicht von Tiomkin stammen).

Tiomkins Komposition ist ein veritabler, wie man es heute nennen würde, Actionscore mit kernig-kurzen Ausbrüchen ("in your face", wie man so schön sagt), fremdartiger Atmosphäre, die vor allem mit der Verwendung des Theremins geschaffen wird, unterschwellig gefährlicher aber auch offenkundig brodelner Spannungsmusik. Die Orchestration sah im Streichregister nur Bässe vor, keine Violinen, Bratschen oder Celli. Neben Blech und Holzbläsern verwendete Tiomkin ausserdem 2 Klaviere, 2 Kesselpaukensets, 1 Windmaschine, 3 Harfen, Orgel, das Flexatone (ein Effektinstrument, dessen Klang durch das Schlagen zweier Klöppel auf eine Metallplatte erzeugt wird) und das erwähnte Theremin.


Des Komponisten Ausflug in das Genre blieb einzigartig. Ihm selber soll die Arbeit an dem Film nur mässig gefallen haben, sah er seine Vorzüge doch mehr als Erschaffer einprägsamer und schöner Melodien, denn für solch harsche Partituren.

Die Musik, lange nur in Teilen und Neueinspielungen erhältlich, erfuhr 2005 von FSM eine schöne Veröffentlichung auf CD, zusammen mit einer anderen Komposition Tiomkins, Take the High Ground, gekoppelt.

Die DVD von Arthaus zeigt einen recht gelungenen Bildtransfer. Auch die Tonspur darf als sehr sauber restauriert bezeichnet werden, die Monoabmischung ist klar und gut verständlich. Als Extras gibt es leider nur Bildmaterial, Trailer und einen Auszug einer Newsmeldung. Eine schöne Doku mit Erinnerungen an den Film wäre eine feine Sache gewesen.  
 

Bewertungen

Film:

  
Musik im Film:
Extras:
Technisch: 
 Bild:1/2 (s/w)
 Ton:1/2 (Mono)    

 phb, 2.09.2009

 


 
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